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Marmolata – Punta Penia (3343 m) – Klettersteig via Westgrat 

Auf die eisgekrönte Königin der Dolomiten führt – neben dem Normalweg über den Gletscher - auch ein mäßig schwieriger Klettersteig über den Westgrat. Aufgrund der Höhe ist aber auch für diese Route alpine Erfahrung notwendig. Dass der höchste Dolomiten-Gipfel eine überragende Aussicht in großartiger Landschaft bietet, versteht sich fast von selbst. Wer die Überschreitung macht, also den Westgrat mit der Normalroute verbindet, erlebt wahrhaft eine königliche Tour.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Klettersteig | Trentino-Alto Adige | Dolomiten | Canazei

Tourensteckbrief Marmolata – Punta Penia

Anfahrt: Von der Brennerautobahn bei Klausen ins Grödnertal und über den Sellapass nach Canazei. Hier beim Kreisverkehr nach Fedaia abbiegen und hinauf zum Fedaia-Stausee. Über die Staumauer zum Parkplatz an der Korbseilbahn.

Ausgangspunkt: Lago di Fedaia (östlich von Canazei), Parkplatz an der Korbseilbahn (2074 m)

Route: Mit der Korbseilbahn oder zu Fuß auf dem markierten Steig (Nr. 606) zur Bergstation der Seilbahn, Pian dei Fiacconi (2625 m). Achtung, ab 2012 ist der Betrieb der Seilbahn nicht mehr gewährleistet – eine definitive Entscheidung zur Zukunft der Bahn war zum Recherchezeitpunkt nicht gefallen. Vom Pian dei Fiacconi führt der Weg 606 (Ww. Forcella Marmolada / Rifugio Contrin), entlang rot-weißer Markierungen und Steinmandln, teils weglos, teils Steigspuren folgend, relativ flach nach Westen hinunter. Unter der Marmolata-Nordflanke quert man hindurch bis ins Becken unter der Marmolata-Scharte. Dann wendet sich die Route nach Süden und zielt zum kleinen Gletscher, dem Ghiacciaio Vernel. Über den mäßig steilen, spaltenlosen Gletscher nach Süden zu seinem rechten oberen Rand. (Achtung, auch dieser Gletscher kann Steigeisen oder Grödeln erfordern, wenn er aper ist!)
Hier beginnt der Klettersteig dessen Einstieg nach rechts an die Wand versetzt wurde. Von Beginn an sehr gut gesichert, geht es nach Süden hinauf in die Scharte, in die Forcella della Marmolada (2896 m). Hier setzt nun der Westgrat an, dem man nun folgt. Daher links (nach Osten) weiter und über eine Reihe von Bügeln steil empor. In der Folge weicht die Route immer wieder etwas nach links aus und so wechseln sich Querungen und Steilstufen ab, ehe man einen flachen Absatz im Grat erreicht. Über zwei Grathöcker gewinnt man schließlich flacheres Gelände und bald danach ist der Klettersteig geschafft. Entlang des nun breiten Schuttrückens (hier oft auch Schnee oder Firn) zur Hütte, der Capanna Punta Penia, und nach links auf dem Rücken zum Kreuz.

Abstieg: 1. Wie Aufstieg.
2. Über den sog. Marmolata-Normalweg, der allerdings Gletscherausrüstung erfordert. Die Überschreitung der Marmolata - über den Westgrat empor und über den Normalweg (Gletscherroute) nach Norden abwärts - verbindet die Disziplinen Klettersteig und Hochtour auf eine ganz fantastische Art. Mit entsprechendem Können und der richtigen Ausrüstung eine sehr empfehlenswerte Runde, die wir hiermit kurz skizzieren: Auf dem mäßig steilen Gletscher nach Norden und über einen (Firn-)rücken abwärts. Durch eine drahtseilgesicherte Felsrinne hinunter zum Marmolata-Gletscher. Auf ihm zuerst nach Osten, dann in einem Bogen nach Norden eindrehend und hinunter zum Pian dei Fiacconi. Details zur Gletscherroute mit vielen Bildern unter Marmolada Normalweg auf tourentipp.de.

Charakter / Schwierigkeit: Der Klettersteig über den Westgrat auf die Marmolata ist nur mäßig schwer – Kategorie B – und sehr gut gesichert. Aufgrund der Höhe kann man aber nicht immer von optimalen Bedingungen ausgehen. Häufig trifft man am schattigen Westgrat auch im Sommer auf Schnee oder Eis. Dies kann die Tour erheblich erschweren, vor allem wenn das Drahtseil eingeschneit ist. Der Ghiacciaio Vernel ist ein mäßig steiler, spaltenloser, kleiner Gletscher, der jedoch im aperen Zustand besser mit Steigeisen begangen wird. Neben einer soliden Kondition ist bei dieser Tour also definitiv auch alpine Erfahrung notwendig. Der Abstieg über den Normalweg entspricht einer einfachen Hochtour (Gletscherausrüstung – Begehung in Seilschaft!) und wird detailliert hier beschrieben. Großartige Dolomitentour mit mehr als beeindruckender Aussicht – gerade die Überschreitung ist eine wunderschöne Tour!

Exposition: Wegen der nord- und westseitigen Exposition halten sich Eis und Schnee hier in dieser Höhe recht lange!

Gehzeit: Aufstieg: 2,5 bis 3 Stunden ab Pian dei Fiacconi; für den Anstieg vom Lago di Fedaia zum Pian die Fiacconi müssen zusätzlich 1,5 Std. einkalkuliert werden. Abstieg: 2 Stunden zum P. d. F.; eine zusätzliche Stunde zum Lago di Fedaia.

Tourdaten: Höhendifferenz: 900 Hm ab Pian dei Fiacconi; zusätzlich 550 Hm ab Lago di Fedaia. Distanz: 4 km ab P. d. Fiacconi; plus 2 km ab Fedaia (jeweils einfache Strecke).

Beste Jahreszeit: Juli bis Mitte September

Stützpunkt: 1. Rifugio Pian dei Fiacconi (2626 m), geöffnet von Juni bis Ende September, 30 Übernachtungsplätze, Telefon Hütte: +39/(0)462/601412; Mobil: +39/328/1218738, Internet: www.piandeifiacconi.com
2. Rifugio Capanna al Ghiacciaio (2722 m), geöffnet von Juni bis September, 20 Übernachtungsplätze, Telefon: +39/ 0462/601610 oder +39/336/530800
3. Capanna Punta Penia (3340 m), sehr einfache Hütte, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September, kein Winterraum, 15 Übernachtungsplätze, Telefon: +39/0462/601037 oder +39/0462/764207.

Ausrüstung: Für die Route über den Westgrat sind eine Klettersteigausrüstung und evtl. Steigeisen erforderlich. Für (den Abstieg über) die Normalroute komplette Hochtourenausrüstung.

Wissenswertes: Der Name Marmolata (auch Marmolada bzw. Marmoleda) soll von der Ähnlichkeit des Felsens mit Marmor abstammen. Während des 1. Weltkrieges war die Marmolata Frontgebiet. Die Österreicher gruben und sprengten Stollen in den Gletscher; es entstand eine regelrechte Eisstadt.

Bergbahn: Betriebszeiten 8.15 bis 16 Uhr

Karte: Kompass Blatt 616, Gröden / Canazei, 1:25.000

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

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Galerie

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