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Großglockner (3798 m) 

Dieser Gipfel steht wohl bei den meisten ambitionierten Bergsteigern auf der Wunschliste. Der Großglockner ist Österreichs höchster Berg und wer stand nicht schon einmal an irgendeinem bayerischen Gipfelkreuz und rief entzückt „da hinten sieht man den Großglockner“? Beschrieben wird hier der sogenannte Normalweg als Sommerroute – also die Tour über Stüdlhütte und Adlersruhe auf den Gipfel.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Osttirol | Hohe Tauern | Kals

Tourensteckbrief Großglockner

Anfahrt: Von Norden über Kitzbühel und den Paß Thurn nach Mittersill. Weiter durch den Felbertauerntunnel (Maut: 10 Euro, Stand 2008), an Matrei vorbei Richtung Lienz. Bei Huben biegt man dann links ab nach Kals. In Höhe Kals rechts auf der Kalser Glocknerstraße und 7 km zum Lucknerhaus mit großem Parkplatz.

Ausgangspunkt: Parkplatz Lucknerhaus (1920 m)

Route: Hüttenanstieg: Vom Parkplatz am Lucknerhaus geht man entweder den schmalen Weg rechts des Baches oder den breiten Fahrweg links davon hinauf. Nach einer Stunde kommt man an der bewirtschafteten Lucknerhütte (2241 m) vorbei und weitere eineinhalb Stunden später ist man an der Stüdlhütte. Die gut geführte und Mitte der 90er Jahre neu errichtete Alpenvereinshütte der Sektion Oberland dürfte am nächsten Morgen für die meisten der Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung sein.
Gipfelanstieg: Geht man von der Stüdlhütte Richtung Nordosten los, quert man zunächst ein Schotterfeld und erreicht schließlich das Ködnitzkees. Angeseilt steigt man den zunächst flachen Gletscher hinauf und steuert dabei in einem weiten Rechtsbogen auf das nordöstliche Gletscherbecken zu. An dessen rechten Rand beginnt im Fels der mäßig schwierige Klettersteig zur Adlersruhe hinauf. Dieser an den ausgesetzten Passagen Drahtseil-versicherte Klettersteig endet direkt vor der aussichtsreichen Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe (3451 m). Von dort geht es nun den Firnrücken entlang und schließlich das bis zu 40 Grad steile Glocknerleitl hinauf bis man auf der Schulter am Ostgrat des Kleinglockners steht. Ab hier beginnt das Felsklettern (sofern der Fels nicht komplett unter Schnee liegt). Sicherungsstangen helfen dem Bergsteiger, ohne viel  Aufwand sich selbst und schließlich die Nachsteigenden zu sichern. Die Kletterschwierigkeit mag nur im Ier-Bereich liegen, doch die Überschreitung des Kleinglockners ist sehr exponiert, hinzu kommt der Gegenverkehr und womöglich sogar noch Seilschaften, die andere überholen, so dass in diesem Bereich absolute Vorsicht und Konzentration erforderlich sind – und Rücksichtnahme! Den Abstieg vom Kleinglockner in die Scharte zwischen Klein- und Großglockner erleichtert ein Drahtseil. Dann überschreitet man die schmale, einige Meter lange Glocknerscharte mit atemberaubenden Tiefblicken rechts in die Pallavicinirinne und links in die Südrinne. Nach dem geglückten Balanceakt muss man auf der anderen Seite beim  Aufschwung zum Hauptgipfel noch einmal kräftig zupacken und vor allem auf den ersten paar Metern stets nach den geeigneten Griffen und Tritten suchen (II. UIAA). Über plattigen Fels gelangt man schließlich auf den Gipfel des Großglockners und genießt (hoffentlich) eine sagenhafte Aussicht. Diese reicht von den Julischen Alpen über einzelne Gipfeln der Dolomiten bis hin zum Ortlermassiv.

Abstieg: wie Aufstieg

Alternative: Der Großglockner kann von der Stüdlhütte auch in ca. fünf Stunden über den Südwestgrat (Stüdlgrat) erreicht werden. Dies ist aber ausnahmslos Kletterern vorbehalten - meist II/IIIer Schwierigkeitsgrad im ausgesetzten Gelände, stellenweise auch IV.

Charakter / Schwierigkeit: Wer auf den Großglockner geht, sollte nicht nur absolut schwindelfrei sein, sondern auch mit den Sicherungstechniken vertraut sein, denn gerade die Überschreitung des Kleinglockners ist äußerst ausgesetzt. Gerade dort aber staut es sich oft und man muss manchmal an etwas ungünstigen Stellen dem Gegenverkehr ausweichen. Sicherungstangen erleichtern das Sichern. Knackpunkte der ganzen Tour sind das steile Glocknerleitl (Gletscher – 40°), das vor allem bei vereisten Verhältnissen einen absolut sicheren Tritt erfordert, die ausgesetzte Gratüberschreitung des Kleinglockners sowie - nach Überquerung der schmalen Glocknerscharte - die ersten Klettermeter des Gipfelaufschwungs zum Großglockner. Die meisten Kletterstellen weisen bei dieser Tour im aperen Zustand den II. Schwierigkeitsgrad auf. Der Klettersteig vom Ködnitzkees zur Adlersruhe ist nicht schwierig, allenfalls der erste Felsaufschwung am Einstieg kann etwas knifflig sein.

Gehzeit: Aufstieg: Parkplatz am Lucknerhaus - Stüdlhütte 2¾ Std.; Stüdlhütte - Erzherzog-Johann-Hütte 2½ Std.; Erzherzog-Johann-Hütte - Großglockner 2 Std. Abstieg: 4 ½ - 5 Std.

Tourdaten: insg. 1850 Höhenmeter; Distanz: 8,4 km

Beste Jahreszeit: Juli bis Anfang September

Stützpunkt: 1. Stüdlhütte (2802 m) der DAV-Sektion Oberland, geöffnet Ende Juni bis Anfang Oktober (im Winter von Mitte März bis Mitte Mai), Telefon: 0043/487622144; 106 Schlafplätze.
2. Lucknerhaus am Ausgangspunkt (1920 m), ein 3-Sterne-Gasthof, der auch über Matrazenlager verfügt, geöffnet von Anfang Februar bis Mitte Oktober, Tel: 0043/48768555, mehr als 60 Schlafplätze.
3. Lucknerhütte (2241 m), geöffnet Mitte Juni bis Mitte Oktober, Telefon: 0043/48768455, mehr als 40 Schlafplätze.
4. Erzherzog-Johann-Hütte (ÖAK Wien) auf der Adlersruhe (3454 m), höchst gelegene Schutzhütte Österreichs, geöffnet Ende Juni bis Ende September,  Telefon: 0043/48768500, 120 Schlafplätze.

Hinweis: Für die Tour sollte man auf jeden Fall eine Übernachtung einplanen. Dabei ist es Ansichtssache, ob man lieber weiter unten auf der Stüdlhütte schläft oder auf der Erzherzog-Johann-Hütte (Adlersruhe). Die Stüdlhütte ist sicher etwas komfortabler und man schläft wohl wegen der geringeren Höhe auch noch besser. Der Vorteil der Adlersruhe ist natürlich, dass man in der Früh schon einen großen „Vorsprung“ gegenüber jenen hat, die dann erst von der Stüdlhütte aus losgehen. Allerdings teilt man sich diesen „Vorteil“ auf der Adlersruhe an einem schönen Wochenende mit 100 anderen Bergsteigern.

Karte: Alpenvereinskarte Nr.40, Glocknergruppe, 1:25.000.

Autor: Manfred Wöll

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Galerie

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