Bettlerkarspitze (2268 m)
Wer vor Hinterriss in die Eng fährt, schaut bei den Haglhütten auf ein markantes Dreigestirn: Sonnjoch, Schaufelspitze und Bettlerkarspitze – auf letztere führt diese mit leichter Kletterei verbundene, großartige Karwendeltour. Nur für geübte Bergsteiger.
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Bergtour | Tirol | Karwendel | Pertisau
Tourensteckbrief Bettlerkarspitze
Anfahrt:
1. Nach Maurach am Achensee und hier rechts abbiegen nach Pertisau. Hier folgt man der Beschilderung „Karwendeltäler“ und fährt auf der mautpflichtigen Straße (4,50 Euro) ins Gerntal bis zum Gasthaus Gernalm am Ende der Straße. 2. Über Bad Tölz nach Lenggries und zum Sylvensteinstausee, dort nach Vorderriss und weiter nach Hinterriss zur Mautstelle. Über die Mautstraße (Maut 3,50 €, Stand 2008) Richtung Eng bis zum Parkplatz (P 8) bei Haglhütten. Öffentliche Verkehrsmittel zu 2: Per Bahn nach Lenggries bzw. Tegernsee und von dort mit dem Bergsteigerbus bis zur RVO-Haltestelle an den Haglhütten (Fahrplan vgl. www.rvo-bus.de und www.eng.at).
Ausgangspunkt:
1. Gasthaus Gernalm (1166 m) im Gerntal bei Pertisau am Achensee. 2. Parkplatz P 8 bei den Haglhütten (1077 m)
Route:
1. Vom Gasthaus Gerntal auf dem Wirtschaftsweg in vielen Kehren zur Plumsjochhütte (ca. 1 Stunde.) 2. Bei den Haglhütten wird der Rissbach auf einer Brück überquert. Danach hält man sich rechts auf dem beschilderten Pfad zur Plumsjochhütte, der nach etwa einer halben Stunde auf die Almfahrstraße stößt (auf der übrigens die Mountainbiker vom Parkplatz P 9 zur Plumsjochhütte gelangen). Man folgt den Serpentinen der Schotterpiste bis zu einer sehr scharfen Rechtskehre in 1400 m Höhe, wo der ausgeschilderte Wanderweg zur Plumsjochhütte, geradeaus weitergeht (ca. 2 Std. zur bis zur Hütte). Gipfelanstieg: Von der Plumsjochhütte in 5 Minuten in südlicher Richtung zur Fahrstraße, an deren Scheitelpunkt der beschilderte Steig zur Bettlerkarspitze beginnt. Zunächst durch Latschen, dann aber schon über einen etwas steileren Geröllhang, über einen kurzen Grasrücken sowie zuletzt durch blockigen Fels verläuft die zum Teil mit neuen Markierungen versehene Route in tendenziell südlicher Richtung ohne Orientierungsprobleme zum weithin sichtbaren Gipfelkreuz des Vorgipfels (2160 m); bis hierhin 1,5 Stunden ab Plumsjochhütte. Nun beginnt der schärfere Teil der Tour – der etwa 30-minütige Übergang zum Hauptgipfel. Man steigt vom Vorgipfel ein paar Höhenmeter nach Nordwesten auf der Anstiegsroute ab, um auf ein Band zu gelangen, das auf der Westseite des Verbindungsgrats zum Hauptgipfel emporzieht. Anfang verläuft die durch gelbe Punkte und viele Steinmandl markierte Route stets rechts des Grats auf mehreren solchen Bändern. Dabei ist regelmäßig leichte Kletterei erforderlich (I bis II UIAA). An potenziellen „Verhauern“ sind auf Steinen kleine Wegsperren aufgeschichtet. Zu einer kleinen Einschartung geht es links hinauf, kurzzeitig bleibt man östlich (links) des Grats oder auf diesem, ehe der Steig wieder auf die Westseite wechselt. Kurz vor dem Gipfel geht es wieder ein Stück nach links hinauf zur Schlüsselstelle der Tour, einem etwa 5 m hohen Überhang. Durch ein dickes und sehr solide (mit zwei Bohrhaken und einer Metallkette) befestigtes Fixseil, in dem sich Knoten zum Festhalten befinden, ist diese luftige Passage entschärft; es gilt, mit etwas Mut zweimal kräftig zuzupacken und sich über den Felsvorsprung zu ziehen. Von dort in leichter Kletterei zum Gipfel.
Abstieg:
Auf dem Anstiegsweg
Bike:
Auch gut als Bike & Hike-Tour möglich. Anfahrt wie unter (2.) beschrieben. Startpunkt ist 1,5 km weiter am Parkplatz P 9. Von dort mit dem Mountainbike auf der Forststraße zur Plumsjochhütte (1 Stunde), weiter zu Fuß.
Charakter / Schwierigkeit:
Bis zur Plumsjochhütte eine einfache Bergwanderung. Die Variante aus der Eng auf der Almfahrstraße ist eine ideal geneigte Mountainbikeroute. Auch der Weg zum Vorgipfel ist im Prinzip für trittsichere Wanderer unschwierig – im Geröllhang ist auf Steinschlag zu achten. Der Übergang vom Vor- zum Hauptgipfel ist nur geübten Alpinisten anzuraten, die hundertprozentig trittsicher und schwindelfrei sind und keine Berührungsängste mit typisch brüchigem Karwendelfels haben. Man befindet sich permanent in Absturzgelände! Geh- und klettertechnisch (meist I. Grad UIAA) ist das Gelände nicht allzu schwierig, aber der bröselige Fels verlangt größte Sorgsamkeit; keinesfalls bei Schnee begehen. Die Schlüsselstelle bleibt trotz des soliden Fixseils luftig; in freier Kletterei wäre hier der Schwierigkeitsgrad III nach UIAA-Skala zu bewältigen. Belohnt wird der Gipfelstürmer mit einer prima Aussicht auf den Achensee sowie benachbarte Karwendelgipfel (u.a. Schaufelspitze, Sonnjoch).
Gehzeit:
1. Aufstieg: 3 Stunden; Abstieg: 2,5 Stunden. 2. Aufstieg: 4 Stunden; Abstieg: 3 Stunden.
Tourdaten:
1. Höhendifferenz: 1100 Höhenmeter; Distanz: 5,4 km 2. Höhendifferenz: 1200 Höhenmeter; Distanz: 9,9 km
Beste Jahreszeit:
Ende Juni bis zum ersten Schneefall.
Stützpunkt:
Plumsjochhütte (1630 m), privat; 30 Matratzenlager, geöffnet von Anfang Mai bis Ende Oktober, Tel. +43/(0)5243/5487.
Karte:
Kompass Blatt 26, Karwendelgebirge (1:50.000); Alpenvereins-Kartenblatt 5/3, Karwendelgebirge östlicher Teil (1:25.000).
Autor:
Martin Becker
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