Touren

Kleiner Waxenstein (2136 m)

Diese großartige, einsame und anspruchsvolle Bergtour verlangt den erfahren Alpinisten und hervorragenden Orientierungssinn. Über steile, schottrige Schrofen und Bänder, sowie in anregender Gratkletterei (II. UIAA) erreicht man diesen auffallenden, formschönen Gipfel über Garmisch Partenkirchen.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Wetterstein | Garmisch-Partenkirchen

Tourensteckbrief Kleiner Waxenstein

Anfahrt: A 95 München – Garmisch, weiter Richtung „Fernpaß / Reutte“ bis Grainau. Hier links ab, der Beschilderung „Hammersbach / Höllentalklamm“ folgend, bis zu einem großen Wanderparkplatz.

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz bei Hammersbach (740m)

Route: Vom Parkplatz die Straße hinauf zur kleinen Kapelle direkt bei der Brücke über den Hammersbach. Über die Brücke und dann auf dem Weg, links des Baches taleinwärts. Der Weg überquert den Hammersbach, dann geht es in zwei Kehren hinauf. 5 Meter nach einem großen Wegkreuz trifft man auf eine Gabelung. Hier verläßt man den Weg zur Höllentalklamm und zweigt nach rechts hinten ab. Der Weg mündet schon bald in eine weitere Forststraße, der man nach links oben folgt. Nun darf man die nächste Abzweigung nicht verpassen: an einem Stein mit schon verblassender weiß-blauer Markierung geht es nach rechts auf einen wenig begangenen Forstweg. Nun immer auf ihm in Kehren nach oben, an einer Aufforstung vorbei, bis rechts an einem Steinmann ein kleiner, aber deutlicher Pfad abzweigt. Über ihn hinauf, bis der Weg plötzlich an einem trocken Bachbett aus dem Wald herausführt.

Nun anfangs links des Bachbettes, später rechts, steil über Schotter bergan und anschließend auch in die Reiße daneben ausweichend empor. Nun ist eigener Orientierungssinn und eigene Wegsuche angesagt. Ungefähr am Beginn des oberen Drittels der Reiße quert man nach links in das ziemlich steile Schrofengelände. (Siehe auch Bild 2) In östlicher Richtung geht es unter den Wänden des Kleinen Waxenstein über schotterige Bänder und Felsen hinauf. Bereits hier ist absolute Trittsicherheit gefragt. Man erreicht eine Art Absatz und damit etwas flacheres Gelände und steigt hier, eher rechts haltend, dem latschengesäumten, grünen Sattel zwischen Manndl (1889m) und Kleinem Waxenstein entgegen.

Zum Manndl, einem tollen, exponierten Aussichtspunkt, geht es nach links in nur wenigen Schritten. Wer auf den Kleinen Waxenstein will, muß aber jetzt nach rechts und den Einstieg finden. Eine einfache Kletterroute im oberen II. Schwierigkeitsgrad (einige wenige Sicherungshaken vorhanden) führt durch den auffallenden Kamin ziemlich rechts. Der Normalweg wendet sich jedoch weiter links in die schrofen- und latschendurchzogene Wand. Einige Steigspuren leiten einen an den zwei kleinen Felsköpferln am Sattel vorbei zum Einstieg an einer wenig ausgeprägten Felsrinne. (Siehe auch Bild 3) Dann muß man etwas suchen, um über die einfachsten Stellen in der Wand hinauf zum Grat zu klettern. Hat man diesen gewonnen, ist die Orientierung wieder einfacher, denn hier geht es den Spuren folgend nach links immer entlang des Grates zum Gipfel. Mal muß man rechts, mal links ein wenig ausweichen, mal geht es genau oben drüber. (Tipp: Man merke sich die Stelle, an der man auf den Grat trifft für den Abstieg ganz genau!)
Kurz vor dem Gipfel stellt sich dem Bergsteiger dann noch ein letzter Felsaufschwung in den Weg. Man steigt auf der dem Höllental zugewandten Seite hinunter in eine winzige Scharte im Grat und damit zum Fuß des kleinen Wandls. Dann quert man in sehr luftiger Kletterei hinauf. Jedoch sind dabei gute Griffe und Tritte vorhanden. Nun über Gehgelände die letzten Meter zum breiten Gipfel mit Kreuz.

Charakter / Schwierigkeit: Recht anspruchsvolle, einsame Bergtour mit toller Gratkletterei; nur für wirklich erfahren Alpinisten. Die Route erfordert hervorragenden Orientierungssinn (ist nicht markiert!) und verläuft über sehr steiles und ausgesetztes Gelände. Dabei ist auch auf dem Normalweg über längere Passagen der II. Schwierigkeitsgrad (UIAA) zu bewältigen. Fantastische Einblicke ins Wettersteinmassiv und tolle Tiefblicke nach Garmisch Partenkirchen hinunter. Bereits im Aufstieg hat man eine besonders schöne Aussicht auf den dunkelgrünen Eibsee.

Gehzeit: Aufstieg: 4 Stunden; Abstieg: 3,5 Stunden

Tourdaten: 1400 Höhenmeter

Beste Jahreszeit: Juli bis September (oder auch Oktober; die Route sollte aber in jedem Fall schneefrei sein)

Stützpunkt: keine

Hinweis: Die Beschreibung der Tour kann nur als Anhaltspunkt, bzw. als grobe Orientierungshilfe dienen. Für die detaillierte Wegfindung ist alpine Erfahrung und eigener Orientierungssinn unerläßlich!

Ausrüstung: Sind mehrere Leute in der Route unterwegs, sollte man unbedingt einen Steinschlaghelm tragen.

Karte: Kompass Blatt 07, Werdenfelser Land mit Zugspitze, 1:35.000. Oder WK 352 „Ehrwald, Lermoos, Reutte, Tannheimer Tal“ von freytag & berndt, 1:50.000.

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

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Garmisch-Partenkirchen
Vorhersage für Sa, 19.08.2017
Sa, 19.08.2017 mäßiger Regen
11 / 13 oC
mäßiger Regen
Niederschl.: 90 % Wind: 8 km/h NW
Garmisch-Partenkirchen
Vorhersage für So, 20.08.2017
So, 20.08.2017 sonnig
8 / 13 oC
sonnig
Niederschl.: 25 % Wind: 5 km/h NW
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Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

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Bild des Monats

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Sommer al lago

Benutzer: Schneefee

Beschreibung: Wieder einmal Gardasee - und wieder einmal wunderschön! Für eine lange Tour ist es zu heiß, aber der Colodri ist eine kurze Spritztour und danach hüpft man am besten in den See, um sich abzufrischen.
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Frühlingsradln bei Tremosine

Benutzer: Linus_Z

Beschreibung: Die Gardasee-Region ist ideal für die Übergangszeit. Im Süden kann man schon etwas früher im Jahr mit der Wander-, Kletter- und Radlsaison starten.
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Schneerosenblüte am Gamskogel

Benutzer: Bergfreund

Beschreibung: Die Natur ist halt doch der schönste Garten. Bei der Bergtour zum Gamskogel blühten die Schneerosen um die Wette. Gut, dass die Blumen hier weitestgehend ungestört wachsen können und der Naturfreund sich jedes Frühjahr wieder daran erfreuen kann.
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