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Großes Wiesbachhorn (3564 m) 

Das Wiesbachhorn ist eine formschöne Pyramide oberhalb der Kapruner Stauseen, welches noch dazu mit seiner gewaltigen 2400m hohen Ostflanke die höchste durchgehende Flanke der Ostalpen besitzt. Die Route via Heinrich-Schwaiger-Haus und Kaindlgrat ist abwechslungsreich, landschaftlich sehr beeindruckend, erfordert allerdings Hochtourenerfahrung sowie hohe Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Salzburg | Hohe Tauern | Kaprun

Tourensteckbrief Großes Wiesbachhorn

Anfahrt: Von Westen oder Nordwesten kommend ins Inntal bis zur Ausfahrt Kufstein Süd. Weiter über Kitzbühel, Mittersill nach Kaprun. Aus Ostbayern oder Salzburg evtl. günstiger über Lofer und Zell am See.

Ausgangspunkt: Parkplatz / Parkhaus beim Alpenhaus Kesselfall (990m), südlich von Kaprun.

Route: Hüttenzustieg: Vom Alpenhaus Kesselfall mit dem Bus zur Talstation des Schrägaufzugs, und mit diesem ca. 400Hm aufwärts zum Speichersee „Wasserfallboden“. In einer zweiten Busfahrt am Speichersee entlang und hinauf zum nördlichen Ufer des Speichersees „Mooserboden“ (2050m; Gesamtfahrzeit vom Alpenhaus bis zur Moosersperre etwa 45 Min.). Nun endlich zu Fuß überquert man die zwei gewaltigen Staumauern in östlicher Richtung zur „Drossensperre“. Der Beschilderung zum Heinrich-Schwaiger-Haus folgend geht es zunächst über einige Stufen hinauf, dann auf gutem Weg in nordöstlicher Richtung am Hang entlang. Von nun an gewinnt man in zahlreichen Serpentinen auf dem steilen Hang schnell an Höhe. Im unteren Teil noch einfaches Gehgelände, wird der Weg im weiteren Verlauf etwas ausgesetzter. Er ist jedoch in weiten Teilen aufwändig versichert und daher bei trockenen Verhältnissen problemlos zu begehen. Nach knapp zwei Stunden erreicht man das schön gelegene Heinrich-Schwaiger-Haus (2802m).

Gipfelanstieg: Hinter dem Heinrich-Schwaiger-Haus geht es in östlicher Richtung in wenigen Minuten zu einer Felsstufe, durch die ein mit Drahtseilen und Eisenstiften versicherter Kamin ca. 50Hm sehr steil hinauf führt. Von hier in leichter Blockkletterei und über Bänder teils versichert bis kurz unter den Unteren Fochezkopf (3023m) und links (Norden) um diesen herum auf das Fochez Kees (Schwierigkeit im Fels ab der Hütte I-II nach UIAA, bei Vereisung evtl. heikel). Von hier in südöstlicher Richtung entweder über Schutt und Blockwerk, oder etwas weiter links über das zunächst flache und später aufsteilende Firnfeld zum oberen Fochezkopf (3165m). Hier beginnt der eigentliche Kaindlgrat. Dieser schneebedeckte Grat führt relativ flach, dafür aber zum Teil ausgesetzt nach Süden, bis sich nach einem kleinen Aufschwung bei gut 3250m rechts das Kaindl-Kees öffnet. Von hier kann man entweder weiter dem nun deutlich aufsteilenden Grat folgen. Oder man quert – wohl besser – leicht ansteigend nach halbrechts (Süden) über den harmlosen Gletscher bis zu dem von weitem sichtbaren Absatz oberhalb der Wielinger Scharte (ca. 3300m). Man befindet sich nun auf dem vom Wiesbachhorn nach Südwesten herabziehenden Rücken. Die letzten 250Hm zum Gipfel führen über diesen Rücken und die Westflanke des Wiesbachorns hinauf zum (Nord-) Westgrat. Auf diesem gelangt man über abwärts geschichtetes Gestein und einen zuletzt schmalen Firngrat zum großen Gipfelkreuz.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Charakter / Schwierigkeit: Die Besteigung des Großen Wiesbachhorns ist an keiner Stelle technisch schwierig, sie erfordert aber den versierten Hochtourengeher, der Kletterei im I.-II. Schwierigkeitsgrad ebenso meistert wie Abschnitte im ca. 30 Grad steilen Firn oder die Begehung von ausgesetzten Firngraten. Selbst bei aperen Verhältnissen ist das abwärts geschichtete und plattige Gestein oberhalb von Heinrich-Schwaiger-Haus und am Gipfelgrat unangenehm. Bei Vereisung werden diese Passagen schnell heikel und sehr riskant. Steigeisen sollten auf dieser Tour zur Ausrüstung gehören, bei wenig erfahrenen Begleitern evtl. auch ein Seil zum Sichern. Die Spaltengefahr auf den kurzen Gletscherpassagen kann als eher gering eingestuft werden. Für den routinierten Bergsteiger stellt der Anstieg auf das Große Wiesbachhorn in jedem Fall eine sehr lohnende, abwechslungsreiche und vor allem landschaftlich schöne Tour dar. Der Aufstieg kann auch an einem Tag durchgeführt werden, erfordert dann aber beste Kondition. Einziger Wermutstropfen der Tour ist die mühsame Anfahrt zum Ausgangspunkt an der „Moosersperre“, welche zwei kurze Bustransfers und einen Schrägaufzug über 400 Hm vom Parkplatz am Alpenhaus Kesselfall erforderlich macht.

Gehzeit: Aufstieg: Parkplatz Alpenhaus Kesselfall bis Ausgangspunkt Moosersperre ca. 45 Min mit Bus und Schrägaufzug;
Moosersperre – Heinrich-Schwaiger-Haus 1½ - 2 Std.;
Heinrich-Schwaiger-Haus – Gr. Wiesbachhorn 2½ Std..
Abstieg vom Gipfel zur Moosersperre ca. 4½ Std.; von dort wieder mit Bus etc. zum Autoparkplatz

Tourdaten: Parkplatz Alpenhaus Kesselfall – Moosersperre 1050 Höhenmeter (Bustransfer). Moosersperre – Heinrich-Schwaiger-Haus 750 Hm.
Heinrich-Schwaiger-Haus – Gr. Wiesbachhorn 750 Hm.
Also zu Fuß 1500 Hm Gesamtleistung.

Stützpunkt: Als Stützpunkt bietet sich das schön gelegene Heinrich-Schwaiger-Haus (2800m) an, dessen Bewirtschaftung jedoch beim Besuch des Autors leider dem durchschnittlichen Standard von Alpenvereins-Hütten nicht standhielt (Stand Sommer 2006). Telefon für Reservierungen +43 /(0)6547 / 8662. Geöffnet von Junibis September. 80 Übernachtungsplätze.
Eine Möglichkeit zur Einkehr gibt es ansonsten noch im Bergrestaurant an der Moosersperre.

Karte: Kompass Blatt 39, Glocknergruppe, 1:50.000. Oder AV-Karte 1:25.000 Blatt 40 „Glocknergruppe“

Autor: Dr. Johannes Landes

Wetter

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Kaprun
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Fr, 22.06.2018 leichter Regen
9 / 13 oC
leichter Regen
Niederschl.: 90 % Wind: 7 km/h NW
Kaprun
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Sa, 23.06.2018 sonnig
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Karte

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Galerie

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Bild des Monats

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Benutzer: birch

Beschreibung: Das Bild enstand am 1. Mai auf dem Abstieg vom Rittner Horn. Man sieht im Hintergrund auf Langkofel, Plattkogel, Seiser Alm und den Schlern. Durch die früh einsetztende Erwärmung und das viele Schmelzwasser hat die Krokusblüte dieses Jahr ungewöhnlich intensiv eingesetzt. Ein Traum.
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