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Watzmann-Überschreitung zur Südspitze (2713 m) 

Schaurige Tiefblicke in die berühmte Ostwand, leichten Klettergenuss in festem, aber oft luftigem Fels, sowie eine herrliche Talwanderung zum Abschluss bietet die traumhaft schöne Überschreitung der drei Watzmann-Gipfel von Norden nach Süden. Wegen der Länge dieser hochalpinen Unternehmung, die bei Gewitter oder Nebel sehr gefährlich werden kann, ist eine Übernachtung im Watzmannhaus ratsam.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Berchtesgadener Alpen | Ramsau

Tourensteckbrief Watzmann Überschreitung: Hocheck - Mittelspitze - Südspitze

Anfahrt: A 8 bis Ausfahrt Siegsdorf, dann auf  B 306 nach Inzell und weiter auf der B 305 über Weißbach und Unterjettenberg Richtung Berchtesgaden. An der Ortseinfahrt Ramsau vorbei. Einen Kilometer danach biegt man rechts in den Wanderparkplatz Wimbachbrücke ein.
Aus dem Raum Salzburg über Neu-Anif auf der B 160/B 305 nach Berchtesgaden und weiter in die Ramsau bis zur Wimbachbrücke.
Gebührenpflichtiger Parkplatz: 2,50 € Tagesgebühr (Stand 2009).

Ausgangspunkt: Wimbachbrücke (634 m) an der Einmündung des Wimbachs in die Ramsauer Ache; Großparkplatz mit Parkscheinautomat.

Route: Hüttenanstieg: Die Wimbachbrücke wird vom Großparkplatz aus überquert, unmittelbar dahinter zieht rechts der gut markierte, breite Weg 441 in Kehren hinauf zur Stuben-Alm und weiter zur Mitterkaser-Alm. Hier wird der Weg zum Steig, der – nun steiler – durch den sich lichtenden Wald in die Hänge unter dem schon sichtbaren Watzmannhaus leitet. Kleiner Watzmann und Watzmannkinder, später auch das Hockeck, bilden die grandiose Kulisse, ehe man nach gut 3 Stunden das Watzmannhaus erreicht.
Gipfelanstieg: Von der kleinen Senke unterhalb des Watzmannhauses geht es – gut markiert und auch in der Morgendämmerung problemlos auffindbar – in Serpentinen hinauf. Zuerst auf einem Pfad, dann in Geröll, Felsblöcken und auf sanft geneigten Reibungsplatten. Eine erste kurze Kletterstelle (Rinne) verlangt trotz Drahtseilunterstützung kräftiges Zupacken, ehe kurzzeitig einfaches Gehgelände zum plattigen Aufschwung unterhalb des Hochecks überleitet, von dem aus die Mittelspitze erstmals zu sehen ist (1.45 Stunden vom Watzmannhaus). An der Notunterkunftshütte hinter dem Gipfelkreuz geht es an Drahtseilen entlang ein Stück hinab und dann über eine plattige Rampe (Sicherungen) westlich – also rechts – des Grats hinauf in steileren, gut griffigen Fels. Dieser wird in leichter Kletterei überwunden. Urplötzlich steht der Bergsteiger vor dem Gipfelkreuz der Mittelspitze (30 Minuten vom Hockeck) und blickt auf den weiteren Gratverlauf, der sich in spektakulärer Luftigkeitkeit zur Südspitze zieht (dorthin ca. 2 Stunden). Die prima markierte Route verläuft nun in stetigem Auf und Ab (insgesamt etwa 150 Höhenmeter Gegenanstiege) meist westseitig, bisweilen aber auch exponiert, genau auf dem Grat mit eindrucksvollen Tiefblicken in die Watzmann-Ostwand. Drahtseile und rote Markierungspunkte lassen bei ausreichender Sicht nirgends Zweifel am Routenverlauf aufkommen. Die klettertechnisch schwierigste Stelle (I-II) befindet sich im ersten Drittel des Grats, wo eine fast senkrechte, kaminähnliche Passage bergab geklettert wird. Nach einem schönen Brotzeitplatz zieht der Steig kurzzeitig sehr luftig hinüber auf die Ostseite (links), ehe man wieder westseitig in einfacher Kletterei (I) der Südspitze entgegenstrebt.

Abstieg: Der Abstieg ins Wimbachgries beginnt mit anspruchsvollem Gehgelände am Südgrat (vom Blick in Gries hinunter betrachtet schräg links), an dem immer wieder Hand angelegt wird. Über kurze, mit Drahtseilen gesicherte Felsstufen, sowie teils Schrofengelände mit Geröll geht es anhaltend steil hinab zu den Schuttfeldern am oberen Teil des Schönfelds. Sichere Geher packen hier wieder ihre Teleskopskistöcke aus, doch Vorsicht: Unterhalb der Schuttfelder folgt – nach einem lieblichen Wiesenstück – wieder schrofiges Steilgelände mit kurzen Kletterstellen (I). Der nun gut ausgeprägt Pfad führt, sich jetzt überwiegend nach links haltend, über mehrere sandige Schluchten hinweg. Diese müssen am Schluss mit Hilfe von schweren Eisenketten auch abgeklettert werden. Einmal im Wimbachgries angelangt, ist der Rest ein Spaziergang: Wüstenartig anmutende, fast ebene Geröllfelder weisen den Weg zur malerisch gelegenen Wimbachgrieshütte (3 Stunden ab Südspitze). Nun auf breitem Spazierweg durchs wunderschöne Wimbachtal, bei eindrucksvollen Blicken auf die Watzmann-Westwand, zurück zum Ausgangspunkt (2 Stunden).

Charakter / Schwierigkeit: Diese anspruchsvolle Bergtour bleibt ausschließlich konditionsstarken Alpinisten vorbehalten, die exponierte und längere Kletterpassagen im I. bis II. Schwierigkeitsgrad (UIAA) problemlos bewältigen. Ab dem Hocheck – bis dahin ist der Steig relativ harmlos – sichern sich viele Bergsteiger mit einem Klettersteig-Set an den teilweise vorhandenen Drahtseilen. Immer wieder gilt es aber, teils recht luftige Stellen frei zu begehen. Hundertprozentige Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier zwingend erforderlich. Gleiches gilt für den steilen Abstieg über Fels- und Schrofengelände von der Südspitze hinab ins Wimbachgries. Dieser ist zwar klettertechnisch einfacher als die Überschreitung der drei Gipfel, würde aber ebenfalls keinen Fehltritt verzeihen. Zudem weist er nur noch selten Drahtseilsicherungen auf. Für den Anstieg zum Watzmannhaus und weiter zum Hockeck, sowie für die unteren Teile des Abstiegs sind Teleskopskistöcke empfehlenswert. Viel zu trinken mitnehmen, denn auf den 7 Stunden zwischen Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte gibt es keine Quelle! Von der Ausdauer her ist die Überschreitung schon mit Übernachtung eine knackige Tour – als Tagestour konditionell eine enorme Herausforderung. Nur bei absolut sicherem Wetter ratsam, keinesfalls bei Gewittergefahr oder Nebel (wegen der dann problematischen Orientierung im Abstieg).

Gehzeit: Aufstieg: 7 Stunden (3 Stunden bis zur Hütte, 4 Stunden bis zur Südspitze) Abstieg: 5 Stunden.

Tourdaten: 2100 Höhenmeter (1300 Hm bis zur Hütte, 800 Hm zum Gipfel) plus 150 Hm Gegenanstiege bei der Gratüberschreitung.

Beste Jahreszeit: Ende Juni bis Ende September

Stützpunkt: 1. Mitterkaser-Alm (1410 m), Bewirtschaftung während der Weidesaison.
2. Watzmannhaus der DAV-Sektion München (1928 m), geöffnet von Ende Mai bis Mitte Oktober, 140 Matratzenlager und 44 Betten, Telefon 0049 / 8652 / 964 222.
3. Wimbachgrieshütte (1333 m) der Naturfreunde Sektion München, bewirtschaftet von Mai bis Ende Oktober, 60 Übernachtungsplätze, Telefon: 0049 / 8657 / 344.
4. Wimbachschloss (931 m), keine Übernachtung möglich, Telefon: 0049 / 8657 / 343.

Karte: Kompass Blatt 794, Berchtesgandener Land, 1:30.000. Oder Amtliche Umgebungskarte Nationalpark Berchtesgaden, 1:25.000, Blatt UK 25-1, herausgegeben vom Bayerischen Landesvermessungsamt. Zum Karten-Shop...

Autor: Martin Becker

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Bild des Monats

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Beschreibung: Die Natur ist halt doch der schönste Garten. Bei der Bergtour zum Gamskogel blühten die Schneerosen um die Wette. Gut, dass die Blumen hier weitestgehend ungestört wachsen können und der Naturfreund sich jedes Frühjahr wieder daran erfreuen kann.
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