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Tsanteleina (3601 m) 

Der Tsanteleina ist der höchste und anspruchsvollste Gipfel im Rund der Benevolo Hütte. Der über 400 Meter hohe Steilhang verlangt absolute Sicherheit bei der Abfahrt und im Aufstieg. Für erfahrene Skibergsteiger ist die Skiabfahrt über die nordseitige Riesenflanke jedoch ein äußerst reizvolles Abenteuer. Allein der Anblick dieser Gipfelflanke läßt jedes Skifahrerherz höher schlagen.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skihochtour | Valle d'Aosta | Grajische Alpen | Val di Rhêmes

Tourensteckbrief Tsanteleina

Anfahrt: Von München oder Stuttgart nach Lindau. Durch den Pfendertunnel, an Chur vorbei und über Bellinzona nach Mailand. Hier wendet man sich Richtung Turin, zweigt jedoch hinter Santhià ab ins Aostatal, also Richtung Courmayeur (Monte Bianco). 11 km hinter dem Ort Aosta, bei Villeneuve, verläßt man das Aostatal und zweigt zu den beiden Tälern Val di Rhêmes und Val Savarenche ab. Sie haben eine gemeinsame Zufahrt aus dem Aostatal. Dort wo sich das Tal trennt, fährt man ins Val di Rhêmes bis Rhêmes Notre Dame.

Ausgangspunkt: Rhêmes Notre Dame (1723 m) im Val di Rhêmes, einem Seitental von Aosta.

Route: Hüttenaufstieg: Von Rhêmes Notre Dame auf der Straße weiter ins Tal hinein und flach bis zum Weiler Thumel (1879 m). Nun wandert man auf der rechten Bachseite (im Aufstiegssinn) bis zu einer Brücke (ca. 2000 m) an der Abzweigung zum Gran Vaudalaz-Tal (dieses läßt man aber links liegen). Über die Brücke auf die andere Bachseite und hier weiter in südwestlicher Richtung ins Tal hinein. Über einen steilen Hang hinauf, dann wieder flacher zur Benevolo Hütte (2285 m). Ca. 2,5 Stunden.

Gipfelanstieg: Über die kleine Brücke nahe der Hütte und auf der rechten Seite der kleinen Schlucht taleinwärts. In südlicher Richtung bis auf eine Höhe von etwa 2500 m. Nun rechts, Richtung Nordwesten, unter der Truc S. Elena (2640 m) hindurch und hinauf ins Gletscherbecken des Ghiacciaio di Tsanteleynaz. (Bis hierher folgt der Anstieg in etwa dem in vielen Karten verzeichneten Sommerweg 13c.) Nun geht es nach links auf den Gletscher hinauf. In südwestlicher Richtung steigt man, parallel zu den Felswänden der Granta Parei, relativ flach empor bis in eine Höhe von 3000 m. Dann peilt man rechts (Westen) den Col di Tsanteleynaz (3154 m) an. Hier, am Col, in einem Linksbogen Richtung Süden direkt auf die beeindruckende Gipfelflanke zu. Sich in der Flanke links haltend, geht es durchgehend sehr steil bis kurz unter den Gipfel. Bei einigen Felsen wird normalerweise das Skidepot errichtet, dann geht es in wenigen Minuten zum höchsten Punkt. (Siehe Bild.)

Abfahrt: Wie Anstieg.

Charakter / Schwierigkeit: Diese sehr anspruchsvolle Skitour ist nur bei absolut sicheren Verhältnissen durchführbar und fordert den erfahrenen Skibergsteiger. Die nordseitige, riesengroße Gipfelflanke ist über 400 Höhenmeter praktisch durchgehend 40 Grad steil! Bei schlechten Verhältnissen sind hier nicht nur Harscheisen, sondern auch Steigeisen und Pickel erforderlich. Bei guten Bedingungen verspricht der extrem steile Hang eine Abfahrt, die man so schnell nicht vergessen wird.

Lawinengefahr: hoch

Exposition: vorwiegend Nord

Aufstiegszeit: 2,5 bis 3 Stunden (Hüttenanstieg); 4 Stunden (Hütte-Gipfel). Die Tour wird in der Regel als Zweitagestour in Verbindung mit einem Hüttenaufenthalt unternommen.

Tourdaten: 600 Höhenmeter (Hüttenanstieg); 1300 Höhenmeter (Hütte-Gipfel)

Beste Jahreszeit: März bis Mai. Die Gegend bekommt häufig erst sehr spät durch ein Adriatief schönen Schnee. Dann aber meist reichlich. Die beste Zeit ist nach Auskunft des Hüttenwirtes oft erst nach Ostern.

Stützpunkt: Rifugio Gian Federico Benevolo (2285 m) des CAI Turin, 60 Plätze. Telefon Hütte: 0039 / 0165 / 936143, Telefon des Hüttenwirts im Tal: 0039 / 0166 / 43375. Geöffnet: Von März bis September (Ende Juni und September nur an den Wochenenden bewirtschaftet). Winterraum vorhanden. Die Hütte ist sehr gut besucht. Man sollte also unbedingt reservieren!

Tipp: Der Tsanteleina läßt sich sehr gut mit der Besteigung der Punta Calabre im Südosten, oder der Becca della Traversière im Norden verbinden.

Karte: Kompass Blatt 86,„Gran Paradiso / Aosta“, 1:50.000. Oder „Val Savarenche, Rhêmes und Grisenche“ vom Istituto Geografico Centrale (Turin), Blatt Nr. 102, 1:25.000.

Autor: Bernhard Ziegler

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