Touren

Pleisenspitze (2569 m)

Schöne und einfache Karwendeltour, die vor allem mit einer Übernachtung in der Pleisenhütte zu einem ganz besonderen Erlebnis werden kann. Unten geht es lange über einen schönen Forstweg, der Gipfelanstieg ist dann das landschaftliche Highlight der Tour. Großartig die Karwendelschau vom Kreuz und der Blick über die Mieminger bis in die Zentralalpen.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Tirol | Karwendel | Scharnitz

Tourensteckbrief Pleisenspitze

Anfahrt: A95 München-Garmisch und weiter auf der B2 über Mittenwald nach Scharnitz. Hier bei der Kirche links ab zu den Karwendeltälern (beschildert), über die Hinterautalstraße (Richtung Hinterautal) bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Ende der frei befahrbaren Straße. (Die Straße geht dann weiter, ist aber für den öffentlichen Verkehr gesperrt.)

Ausgangspunkt: Scharnitz (964 m), gebührenpflichtiger Parkplatz (Parkautomat / Tagesgebühr 6 Euro, Stand 2011) am Eingang zum Hinterautal.

Route: Hüttenanstieg: Auf der asphaltierten Bergstraße entlang der Isar ca. 1,5 km ins Hinterautal. Wenige Meter vor dem Wiesenhof gabelt sich die Straße. Hier nimmt man die Abzweigung nach links oben. Über die Forststraße empor, durch einen Graben und über einige Kehren bis in eine Höhe von knapp 1400m. Hier findet man eine beschilderte Verzweigung. Nun etwas steiler nach links oben und in weiteren Serpentinen – oder diese über ein Steigerl abkürzend – hinauf. Nahe der Waldgrenze quert man dann noch einen Latschenhang auf einem breiten, gleichmäßig ansteigenden Weg zur Hütte, welche man erst ganz zuletzt erblickt. 2,5 Stunden.
Gipfelanstieg: Links von der Pleisenhütte beginnt der Steig zum Gipfel. Schon bald geht es durch Latschengassen, über den felsigen Weg hinauf (bei einer beschilderten Verzweigung links), dann quert man auch schon die Latschenzone des Vorderkares. Dann zuerst noch ein Stück parallel zum Hinteren (also östlichen) Pleisengrat hinein ins Kar. Doch schon bald geht es steil hinauf zum Kamm. Nun folgt der Steig dem Kammverlauf immer links unterhalb der Grathöhe. Die letzten Meter über Geröll und Felsen – jedoch völlig unschwierig – zum höchsten Punkt.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Bike: Da der Hüttenanstieg recht lange (bis ca. 1400 m) über eine gleichmäßig steigende Forststraße führt, konnte man früher zumindest einen Teil des Weges gut mit dem Mountainbike zurücklegen. Leider findet man nun ein Verbotsschild für Radl. Dennoch machen viele die Tour nach wie vor als Bike & Hike.

Charakter / Schwierigkeit: Bergtour mit großteils Wandercharakter; erst unterm Gipfel ist im schottrigen Felsgelände auf dem schmalen, aber nicht ausgesetzten Pfad Trittsicherheit angenehm. Die Route ist jedoch als Tagestour konditionell anspruchsvoll. Viel schöner ist es daher eine Zweitagestour daraus zu machen und auf der urigen Pleisenhütte zu übernachten. Der Hüttenanstieg führt großteils über einen Forstweg, beim Gipfelanstieg geht es entlang eines Steiges, durch Latschengassen, über einfachste Felsen und Geröll. Trittsicherheit ist angenehm, auch wenn die Tour nirgends ausgesetzt ist. Die Route führt einem die traumhaft wilde Karwendel-Gebirgslandschaft vor Augen. Hinzu kommt die großartige Aussicht vom Gipfel auf die Zentralalpen, die Mieminger Berge, das Wettersteingebirge und ins Tal.

Gehzeit: Aufstieg: 4,5 Stunden insgesamt. 2,5 Stunden bis zur Hütte, 2 Stunden für den Gipfelanstieg. Abstieg: 2,5 Stunden gesamt. 1 Stunde vom Gipfel zur Hütte, 1,5 Std. von der Hütte ins Tal. (Benutzt man das Mountainbike zumindest teilweise für den Hüttenweg verkürzen sich die Zeiten entsprechend.)

Tourdaten: 1600 Höhenmeter gesamt. 800 Hm beim Hüttenanstieg und 800 Hm beim Gipfelanstieg.

Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober

Stützpunkt: Pleisenhütte (1757 m), privat bewirtschaftet, Übernachtung im Lager möglich. Durchgehend geöffnet von Pfingsten bis Mitte Oktober; in der Wintersaison nur an Wochenenden bewirtschaftet. Telefon: 0043 / 664 / 91 587 92. Das gemütliche, urige Holzhaus steht an einem fantastischen Aussichtsplatz.

Tipp: Bei günstigen Schneeverhältnissen oder Frühjahrsbedingungen wird der Hüttenanstieg auch gerne als Winterwanderung durchgeführt. Teilweise trifft man auch Schlittenfahrer.

Wissenswertes: Die Pleisenhütte wurde von Toni Gaugg nach dem Krieg alleine erbaut – und das ohne Forststraße. Eine bewundernswerte Leistung! Er war es auch, der im Bereich der Pleisenspitze einige Höhlen entdeckte. Eine davon dient der Hütte als Wasserreservoir. Heute führt Sohn Sigi die traditionell gehaltene Hütte weiter. Toni Gaugg ist 2007 verstorben.

Karte: Kompass Blatt 26, Karwendelgebirge, 1:50.000. Oder UK L30 vom Bayerischen Landesvermessungsamt, Karwendelgebirge, 1:50.000; AV-Karte Nr. 5/1, Karwendelgebirge / Westliches Blatt, 1:25.000.

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

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