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Ortler (3905 m) - Meranerweg 

Der Normalweg von der Payerhütte auf den Ortler ist überlaufen und der Hintergrat längst eine Modetour, doch auf dem alten Anstieg über den Meranerweg von der Berglhütte via Pleisshorngrat ist man noch heute an manchen Tagen alleine unterwegs. Und das, obwohl man hier in einer absolut faszinierenden Landschaft unterwegs sein kann und die einstige Schlüsselstelle mit einer Leiter im Jahr 2004 entschärft wurde. Zudem schaut die kleine Berglhütte noch heute so aus wie beim Bau im Jahre 1897, Abendessen und Frühstück gibt es im Kerzenlicht.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Trentino-Alto Adige | Ortler Alpen | Trafoi

Tourensteckbrief Ortler - Meranerweg

Anfahrt: Über den Reschenpass nach Prad. Weiter über Trafoi Richtung Stilfser Joch, kurz hinter Trafoi zweigt links die Straße zu den Hl. Drei Brunnen ab.
Navi-Adresse: I-39020 Trafoi, Drei Brunnen Weg.
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn über Meran zum Bahnhof Spondinig und mit dem Taxi (Adressen unter www.trafoi.com) zum Ausgangspunkt.

Ausgangspunkt: Hl. Drei Brunnen, Parkplatz vor der Brücke über den Bach (1605 m) - bei Trafoi am Stilfser Joch

Route: Vom Parkplatz auf der Brücke über den Bach und an Picknickplätzen vorbei über eine weitere Brücke zur Wallfahrtsstätte Hl. Drei Brunnen. Gleich dahinter beginnt der bestens angelegte Weg, der in gleichmäßigen Serpentinen hinauf zur Berglhütte (2188 m) führt. An der Hütte vorbei und dem flachen Steig noch etwa zehn Minuten folgen, bis kurz vor einem großen Stein (ca. 2240 m) ein Wegweiser (Meranerweg) nach rechts weist. In Serpentinen über Geröll hinauf zu den Felsen, an deren Fuß die Trittspuren nach rechts Richtung Grat ziehen. Ab hier bewegt man sich durchwegs im steilen, absturzgefährdeten Gelände. Einzelne Markierungen, aber vor allem Trittspuren geben die Richtung gut vor, so dass man mit etwas Aufmerksamkeit die Route selbst im Dunkeln mit Taschenlampe kaum verfehlen kann. Entlang des Grates weiter, dabei immer wieder exponierte Passagen und kurze Felsstufen (bis maximal II. UIAA), dann wechselt man auf die Westseite, auf der man im Gehgelände einem Hang Richtung Pleisshorn folgt. Auf einem Flachstück bleibt kurz Zeit zum Verschnaufen, ehe man links eines Felsaufschwungs (am Fuß Marmortafel mit Inschrift zur Erinnerung an den Wegbau im Jahr 1910) über eine erst vor einigen Jahren gesicherte Passage überaus brüchiges Gelände erreicht. Steil und mühsam hinauf zum Grat, auf dem nach wenigen Metern die ehemalige Schlüsselstelle der Route (heute mit einer Leiter entschärft) wartet. Mit etwas Höhenverlust in eine Scharte und Dank der Leiter problemlos über den leicht überhängenden Felsaufschwung. Oberhalb im üblen Geröll weiter, wobei die Trittspuren nach rechts ziehen und oberhalb jäher Abbrüche ein weites Kar erreichen, durch das man problemlos aufsteigt und schließlich auf rund 3400 Metern Höhe auf den Oberen Ortlerferner wechselt. Anfangs etwas steiler, dann eher gemütlich über weite Schneehänge hinauf. In einem Linksbogen über eine weitere Steilstufe auf das Obere Ortlerplateau, auf dem man auf den Normalweg trifft. Ab hier aussichtsreich und problemlos über die weiten Schneefelder auf den Gipfel.

Abstieg: Auf dem Ortler-Normalweg über die Payerhütte. Tipp: Bei Stau am „Wandl“ kann man bei einer Stange auch über eine Felsstufe ein paar Meter Richtung Westen abseilen, um von dort auf einem Band wieder die Route zu erreichen und so den Stau umgehen. Ab der Payerhütte noch ein Stück bergab und bei der zweiten Wegkreuzung links halten (Markierung an einem Stein). Das Kar wird in einem großen Bogen ausgelaufen, anschließend in vielen Serpentinen bergab zur bereits sichtbaren Berglhütte und auf dem bekannten Hüttenanstieg zurück zum Ausgangspunkt.

Charakter / Schwierigkeit: Schon bei guten Verhältnissen eine schwierige Hochtour in Fels und Eis, die im Gegensatz zum Normalweg von der Payerhütte kaum begangen wird. Absolute Trittsicherheit im steilen, durchwegs absturzgefährdeten Felsgelände erforderlich. Hier und da leichte Kletterstellen bis Schwierigkeitsgrad II (UIAA). Der riesige Höhenunterschied, der zudem auch noch in großer Höhe bewältigt werden muss, erfordert zudem eine außergewöhnlich gute Kondition. Abgesehen davon sind die Schwierigkeiten bei guten Verhältnissen im Grunde nicht höher als auf dem Normalweg.

Exposition: Nordost, Nord, Nordwest, Ost, Südost

Gehzeit: Aufstieg zur Berglhütte 1.30 Stunden, Meranerweg 5,5 bis 7 Stunden, Abstieg über die Payerhütte 6 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 2535 Höhenmeter. Distanz: ca. 17 km (gesamte Runde)

Beste Jahreszeit: Mitte Juli bis Mitte September

Stützpunkt: Berglhütte (2188 m), bewirtschaftet von Anfang Juni bis Ende September, www.berglhuette.it

Ausrüstung: Komplette Hochtouren Ausrüstung mit Pickel, Helm, Gurt und Steigeisen. Zusätzlich sollte man zum Sichern noch zwei Eisschrauben dabeihaben.

Karte: Tabacco Karte 08, Ortlergebiet, 1:25.000. Zur Bestellmöglichkeit.

Autor: Stefan Herbke

Wetter

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Trafoi
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Galerie

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Bild des Monats

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Benutzer: birch

Beschreibung: Das Bild enstand am 1. Mai auf dem Abstieg vom Rittner Horn. Man sieht im Hintergrund auf Langkofel, Plattkogel, Seiser Alm und den Schlern. Durch die früh einsetztende Erwärmung und das viele Schmelzwasser hat die Krokusblüte dieses Jahr ungewöhnlich intensiv eingesetzt. Ein Traum.
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Tiefer Winter im Tortal (Karwendel)

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