Touren

Mindelheimer Klettersteig - Schafalpenkopf (2320 m)

Sehr populäre Gratüberschreitung in den Allgäuer Alpen mit viel Eisen und noch mehr Aussicht. Zwischen dem Fiderepaß und der Kemptner Scharte werden insgesamt vier Gipfel überschritten; höchster Punkt ist der Nördliche Schafalpenkopf. Wer die Tour an einem Tag machen will, braucht eine gute Kondition; alternativ bietet sich eine Übernachtung in der Fiderepaß - oder in der Mindelheimer Hütte an.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Klettersteig | Vorarlberg | Allgäuer Alpen | Kleinwalsertal

Tourensteckbrief Mindelheimer Klettersteig - Schafalpenkopf

Anfahrt: Von Sonthofen führt eine gute Straße ins Kleinwalsertal, 26 km bis Mittelberg (1215 m).
Öffentliche Verkehrsmittel: Ab Oberstdorf beste Busverbindungen ("Walserbus").

Ausgangspunkt: Mittelberg im Kleinwalsertal, Ortsteils Schwendle (1160 m); das ist eine Häusergruppe gegenüber von Mittelberg an der östlichen Talseite. Zufahrt 2 km. Wird auch vom Walserbus angefahren. Gebührenpflichtiger Parkplatz.

Route: Zustieg: Zu Beginn den Weg weiter zum Gasthaus Moser folgen; an dessen Parkplatz schlägt man dann den Weg mit der Schranke ein. Dieser Weg ist lediglich mit einen Wegweiser nach Riezern markiert. Alternativ kann man beim gebührenpflichtigen Parkplatz Gasthof Moser (3 Euro inkl. Verzehrbon - Stand 2015) parken. (Wenn das Gasthaus früh morgens noch geschlossen ist, kann man die Gebühren nicht sofort bezahlen; in diesem Fall erhält man eine Aufforderung bei Rückkehr die Parkplatzgebühr zu entrichten.) Auf der Sandstraße weiter ins idyllische Wildental bis zur Fluchtalpe (1390 m). Hier links und auf einem guten Weg in vielen Kehren an dem bewaldeten Hang bergan. Vorbei an der Vorderwildenalpe und weniger steil in die Mulde unter der Hammerspitze. Zuletzt in Schleifen hinauf zu der weiten Senke des Fiderepasses (2035 m). Von der Wasserscheide über Geröll und Schrofen in die winzige Fiderescharte (2199 m). Dahinter kurz abwärts und rechts haltend am Grat zum Einstieg. Achtung, der Abzweig rechts zum Klettersteig kurz nach der Fiderscharte ist leicht zu übersehen, da unbeschildert und nur mit roter Schrift unleserlich auf dem Fels geschrieben.
Mindelheimer Klettersteig: Mit Hilfe von Eisenbügeln meistert man einen Überhang; ein paar weitere Haken helfen dann auf einen Absatz. Nun leichter an griffigen Felsen in eine senkrechte Rinne, die an Krampen durchstiegen wird. Anschließend leiten Drahtseile in die Gratkerbe knapp rechts des Nördlichen Schafalpenkopfs (2320m; Spur). Am Kamm entlang zu einem Steilabbruch, dann gut gesichert über gestufte Felsen abwärts zu einer Leiter, die hinter einem Türmchen ins Flache leitet. Weiter am breiten Rücken entlang, mit Hilfe einiger Klammern über einen kurzen, senkrechten Absatz hinunter. Eine solide Brücke hilft über einen Grateinschnitt hinweg. Seilsicherungen leiten in einer Rampe unter Überhängen abwärts; über eine senkrechte, mit Eisenbügeln gangbar gemachte Wand geht's hinab in die Scharte zwischen dem Nördlichen und dem Mittleren Schafalpenkopf (ca. 2200 m). Rasant dann der anschließende Aufstieg. Aus einem engen Kamin gut gesichert auf ein spitzes Felsköpfl. Gleich jenseits mit Hilfe von Klammern an dem plattig-steilen Fels abwärts, rechts um einen Turm herum und senkrecht auf ein abschüssiges Band. In origineller Routenführung über und um die zerklüfteten Gipfelzacken des Mittleren Schafalpenkopfs (2301m). Eher gemütlich (teilweise Weg) hinab in die nächste Scharte (2104m), zuletzt mit einigen Sicherungen. Steiler dann der Gegenanstieg, der durch zwei Kamine (Klammern) verläuft. Ein Felsband leitet zum Gipfel des Südlichen Schafalpenkopfs (2272 m). Dahinter über den breiten Rücken leicht bergab und links in eine Steilrinne (rechts markierte Wegvariante). Über eine Leiter steil hinunter auf eine Rippe, an der man zum Felsfuß abklettert. Anschließend der deutlichen Wegspur folgend hinunter ins Flache, am grasigen Kamm dann nochmals ansteigend zum Kemptner Köpfl (2191 m). Jenseits des Felszackens über steinige Wiesen in die Kemptner Scharte. Etwa 10 Min. weiter südlich steht die Mindelheimer Hütte (2013 m).

Abstieg: Auf schön angelegtem Weg an einem felsigen Rücken (Drahtseile) im Zickzack abwärts zum Felsfuß, dann in weiteren Kehren hinunter in den Boden der Hinterwildenalpe (1777m). An der Almhütte vorbei und über eine markante Talstufe hinunter zur Fluchtalpe (1390m), wo man auf den Anstiegsweg stößt.

Charakter / Schwierigkeit: Recht anspruchsvoller und langer Klettersteig über die Schafalpenköpfe; faszinierende Aussicht auf die Allgäuer Alpen. Insgesamt eher aufwändig gesichert (Drahtseile, Eisenbügel, Stifte); Anlage in gutem Zustand. Empfehlenswert ist die Gehrichtung vom Fiderepass zur Mindelheimer Hütte, da die kniffligsten Passagen am Nördlichen und Mittleren Schafalpenkopf liegen, man sie zudem jeweils im Anstieg zu meistern hat. Auch als Zweitagestour möglich.

Gehzeit: Gesamt 8 1/2 Stunden; Zustieg 3 Stunden, Klettersteig 3 1/2 Stunden, Abstieg 2 Stunden.

Tourdaten: 1500 Höhenmeter (inklusive Gegensteigungen).

Beste Jahreszeit: Ende Juni bis zum ersten Schnee im Herbst.

Stützpunkt: 1. Fiderepasshütte (2067 m) am gleichnamigen Pass, 130 Plätze, bewirtschaftet Pfingsten (oft aber schon ab Ende Mai) bis Mitte Oktober; Telefon: 0049 / 8329 / 20626, Mobiltelefon: 0043 / 664 / 3203676.
2. Mindelheimer Hütte (2013m), bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte Oktober; 120Plätze, Telefon: 0049 / 8322 / 700153 oder 0049 / 171 / 6706673.
3. Einkehrmöglichkeiten auf der Wiesalpe und auf der Fluchtalpe.

Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung, Helm; evtl. Teleskopstöcke. Ausreichend Getränke mitnehmen - kein Wasser am Grat!

Karte: Kompass Blatt 03, Oberstdorf / Kleinwalsertal, 1:30.000. Oder Bayerisches Landesvermessungsamt, 1:50.000, Allgäuer Alpen. Zum Karten-Shop...

Autor: Eugen E. Hüsler

Wetter

Die aktuelle Wettervorhersage zur Tour von wetter.com für die nächsten 2 Tage. Sofern für das Zielgebiet keine Wetterdaten vorliegen, werden die Werte des nächstgelegenen Ortes ausgegeben.

Kleinwalsertal
Vorhersage für Fr, 20.04.2018
Fr, 20.04.2018 sonnig
9 / 18 oC
sonnig
Niederschl.: 25 % Wind: 6 km/h SW
Kleinwalsertal
Vorhersage für Sa, 21.04.2018
Sa, 21.04.2018 leicht bewölkt
10 / 18 oC
leicht bewölkt
Niederschl.: 15 % Wind: 6 km/h NW
Zur 10-Tages Wettervorhersage von wetter.com
Wetterdaten powered by wetter.com

Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

Aktuelles aus dem Bergjournal

  • Die Entdeckung der Dolomiten

    Zwei englische Gentlemen machten mit ihrem Buch vor rund 150 Jahren auf ein damals unbekanntes Alpengebiet aufmerksam. Die Dolomiten wurden dadurch weltberühmt - nicht nur in Bergsteigerkreisen! Ein Stück Geschichte und Alpinliteratur für alle Dolomiten-Fans.

  • 1000. Ausgabe des Bergsteiger-Magazins

    Die Zeitschrift Bergsteiger erscheint am 7. April zum 1000. Mal. Dieses Jubiläum feiert die Redaktion dieser Zeitschrift mit einer großen Sonderausgabe inklusive vieler Extras. Zum Jubiläum blickt der Bergsteiger zurück auf die Highlights aus 1000 Heften, in denen immer wieder die besten Alpinisten ihrer Zeit exklusiv berichten und in großen Interviews zu Wort kommen.

  • Nockberge Trail - Wellness und Wildnis

    Die meisten Skidurchquerungen haben eine alpinistische Tradition. Der Nockberge-Trail ist jedoch eine von Touristikern erfundene, viertägige Skitouren-Traverse mit viel Komfort. Ein absolut gelungenes Konzept, meint Bernhard Ziegler. Der Alpinjournalist hat den Trail für uns ausprobiert und war begeistert.

  • Umweltfreundliche Fell Imprägnierung

    Wir Skitourengeher lieben die winterliche Natur. Daher ist es eigentlich auch selbstverständlich, dass wir bezüglich der Ausrüstung auf die Umwelt achten. Dennoch dürfen die Skifelle natürlich nicht stollen, müssen daher wasserabweisend sein. NIKWAX bringt Umweltfreundlichkeit und Funktion unter einen Hut.

  • Eibe

    Trotz ihrer großen Giftigkeit gehört die Eibe zu den ältesten Nutzpflanzen des Menschen im Alpenraum. Bereits "Ötzi", der Gletschermann vom Hauslabjoch, hatte einen Jagdbogen aus Eibenholz bei sich, als er sich zu seiner letzten Wanderung aufmachte.

  • Heidelbeere (Blaubeere)

    Schon im August kann man oft die ersten Heidelbeeren ernten - so richtig vollmundig süß zergehen sie aber erst dann auf der Zunge, wenn sie auch noch die letzten warmen Sonnenstrahlen in sich aufgesogen haben. Nach dem Heidelbeergenuss aber nicht erschrecken: Vor allem im fast überreifen Zustand färben die Früchte Mund und Zähne intensiv blaurot.

Bild des Monats

032018
0eec68a7b35de535a6fe158316cc67b3.jpg
Tiefer Winter im Tortal (Karwendel)

Benutzer: BergFex54

Beschreibung: Nach einem einstündigen Aufstieg im kalten Schatten kommen wir endlich in die Märzen-Sonne. Eine Wunderwelt aus Schnee, Felsen und Bäumen , frisch verzuckert in der vergangenen Nacht.
b47d9f42dec468c3cb0f71426db14c95.jpg
Abstieg vom Dürrenstein-Gipfel zum Skidepot

Benutzer: BergFex54

Beschreibung: Ein unglaublich klarer Hochwinter-Tag in den Pragser Dolomiten. Der Blick geht nach S ins Herz der Dolomiten. Wind und Schnee haben eine leicht zu begehende Treppe zum Vorgipfel modelliert.
3363f84c8c42d0428f6cd1bf7005f4bc.jpg
Fenster ins Paradies

Benutzer: Bernhard Admin

Beschreibung: Wie ein Fenster zum Paradies wirkt der Blick vom Brauneck Richtung Süden ins Karwendelgebirge. Ein Bild, das Daniel Hirsch bei einer seiner vielen schönen Skitouren gemacht hat.
Zum Touren-Bild des Monats...
Bergsport- und Outdoorausrüstung sicher online kaufen im Outdoor-Shop bergzeit.de

tourentipp.de-Karten-Shop

Kartenshop

Wanderkarten sind ein unverzichtbarer Begleiter auf Tour. In unserem Kartenshop finden Sie eine komplette Liste aller Kompass Wanderkarten mit Bestellmöglichkeit. Selbstverständlich gibt es auch eine Auswahl an Alpenvereinskarten, an Topographischen Wanderkarten vom Bayerischen Landesvermessungsamt sowie alle Digitalen Karten von MagicMaps und Schweizer Landeskarten.

Script-Code:
 
 


tourentipp.de für Bergtouren, Skitouren, Klettersteige, Wandern und zum Bergsteigen

© 2018 tourentipp.de Alle Rechte vorbehalten