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Hoher Tenn (3368 m) - Gleiwitzer Höhenweg 

Reinhold Messner hat den Gleiwitzer Höhenweg als »Schönsten Höhenweg der Alpen« bezeichnet. Diese einzigartige Route muss man sich allerdings mit einigen Schweißperlen verdienen. Ab Fusch sind 2600 Höhenmetern zurückzulegen. Diese stolze Zahl teilt man natürlich am besten auf zwei Tage auf und beginnt mit dem schönen Anstieg zur aussichtsreich gelegenen Gleiwitzer Hütte. Am zweiten Tag darf man sich auf einem nahezu ebenen Wiesenpfad mit tollem Bergpanorama warm laufen, bevor es ab der Unteren Jägerscharte zur Sache geht.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Salzburg | Hohe Tauern | Zell am See

Tourensteckbrief Hoher Tenn

Anfahrt: Über die Salzburger (A8) und Inntalautobahn (A93) bis Ausfahrt »Kufstein Süd« und weiter über Kitzbühel zum Pass Thurn. Von hier über Mittersill und Kaprun nach Zell am See. Dann weiter der Beschilderung »Großglockner« folgend nach Fusch. Kurz nach dem Ortszentrum gleich rechts nach der Brücke zum beschilderten Hüttenparkplatz abbiegen.

Ausgangspunkt: Fusch (820 m) an der Großglocknerstraße, südlich von Zell am See.

Route: Hüttenzustieg: Vom Parkplatz folgt man dem Teerweg leicht bergan. Dieser wird bald zu einem breiten Schotterweg, von dem man gleich nach links (Beschilderung Gleiwitzer Hütte) abzweigt. Von nun an geht es mäßig steil ansteigend in weiten Serpentinen durch den dichten Bergwald empor. Nach einiger Zeit wird der Weg etwas flacher und er quert oberhalb des tief eingeschnittenen Bachbettes nach Westen. Nachdem man auf einer Brücke die Bachseite gewechselt hat, steigt der Weg kurz wieder etwas steiler an und führt dann flach in den Talkessel der Hirzbachalm (1715 m, 2:15 Std., zur Hochsaison bewirtet). Von hier aus kann man die Hütte hoch oben an den Wiesenhängen schon vor sich sehen. Wendet man hier seine Augen nach Süden hat man fast schon das Ziel im Blick. Der mächtige Gipfel über dem Talschluss ist der Nebengipfel des Hohen Tenn: Die sogenannte Schneespitze. Vom Talkessel führt der nun schmale Fußweg zunächst in einer sanft ansteigenden Querung weiter, bevor er sich in vielen, ideal angelegten Schleifen die grüne, steile Talflanke emporarbeitet. Man durchwandert lichten Lärchenwald, kommt dann in die Zone der alpinen Wiesen und erreicht bald die wunderschön gelegenen Gleiwitzer Hütte (2176  m).
Gipfelanstieg: Von der Hütte geht es zunächst auf einem wunderschönen Wiesenpfad nahezu eben nach Süden. Nachdem man eine steilere Flanke gequert hat, wird der Weg etwas steiler und durchläuft in Schleifen das breite Ochsenkar. Hier sieht man bereits eine deutliche Scharte rechts des markanten Köpfle vor sich aufragen. Dort beginnen die Drahtseilversicherungen. Der Pfad wendet sich schließlich nach Osten um den Beginn der markanten Rinne zu erreichen, wobei bis in den späten Juli Schneefelder gequert werden müssen. Zunächst noch in der Geröllrinne, dann in einer Verschneidung mithilfe massiver Eisenbügel steigt man zur Unteren Jägerscharte hoch. Es folgt ein teils etwas ausgesetzter Wiesengrat, auf dem Drahtseile an Stangen den Anstieg erleichtern. Schließlich wendet sich der Weg wieder nach Süden und quert entlang sehr steiler Wiesenhänge zur Oberen Jägerscharte (2752 m), wo der eigentliche Höhenweg beginnt.
Zunächst noch mithilfe von Drahtseilen, dann unversichert, folgt man dem mäßig ansteigenden, vergleichsweise recht breiten Grat nach Süden. Der Weg verläuft dann ein kurzes Stück in Serpentinen im Gipfelhang des Kempsenkopfes. Bevor man diesen – zugegeben recht unscheinbaren - nördlichsten Dreitausender der Alpen erreicht, kommt man noch an der Abzweigung zum Mooserboden vorbei. Kurz hinter dem Kempsenkopf geht es mithilfe von Drahtseilen in eine Scharte hinab und dahinter unschwer zum breiten Gipfel des Bauernbrachkopfs (3125 m) hinauf. Man steigt nun ein Stück in dessen Südwestflanke ab, wobei man gut auf die Wegspur achten muss, die hier nicht deutlich ist. In einer Querung geht es weiter parallel unterhalb des Rückens weiter, bis man wieder Drahtseile erreicht, die abermals ein Stück bergab führen. Kurz danach steht man auf einem breiten Rücken, der zum Gipfelanstieg führt. Und der hat es in sich. Man hält direkt auf einen steil aufragenden Felssporn zu, der mithilfe von Drahtseilen erstiegen werden muss. Ein kurzes Stück (4 Meter) –  die Schlüsselstelle der gesamten Tour - ist sogar leicht überhängend, aber gut mit Drahtseilen und Eisenbügeln gesichert. Dahinter folgt der Weg wieder im Gehgelände dem Kamm nach Südosten. Noch bevor man den Vorgipfel, die sogenannte Schneespitze, erreicht, wendet sich die Wegspur nach rechts (Achtung, hier ist die Wegspur recht undeutlich!) und quert hinüber zum Gipfelgrat des Hohen Tenn.  Dieser erfordert noch einmal leichte Kletterei (ohne Drahtseile, zwei Grataufschwünge werden umgangen) bevor man das 3368 Meter hohe Gipfelkreuz erreicht.

Abstieg: Wie Aufstieg

Charakter / Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Hochgebirgs-Bergtour mit leichten Klettersteig-Passagen. Einzig die erwähnte Schlüsselstelle wäre ohne Eisenbügel und Drahtseil schwierig; sie ist aber kurz (4 Meter) und mit den erwähnten Hilfsmitteln entschärft. Auch landschaftlich großartige Grat- und Kammwanderung mit tollen Tiefblicken auf die Kapruner Stauseen und noch tolleren Ausblicken auf Wiesbachhorn, Kitzsteinhorn und vor allem auf die vergletscherte Glocknergruppe.

Gehzeit: Anstieg: 3,5 Stunden für den Hüttenzustieg, 4 – 4,5 Std. für den Gipfelanstieg. Abstieg: ca. 6 Std. insgesamt.

Tourdaten: Insg. 2600 Höhenmeter (inklusive Gegenanstiege); 1360 Hm und ca. 1300 Hm für den Gipfelanstieg. Distanz: 14,5 km (insg.); Hüttenaufstieg 8,5 km, Gipfelanstieg 6 km.

Beste Jahreszeit: Je nach Schneelage Juli bis Mitte September. Am besten beim Hüttenwirt erkundigen.

Stützpunkt: Gleiwitzer Hütte der DAV Sektion Tittmoning (2176 m), geöffnet von Anfang Juni bis Anfang Oktober, Telefon +43/664/9294989, Internet: www.gleiwitzerhuette.at

Ausrüstung: Geübte müssen für die Klettersteigpassagen keine spezielle Ausrüstung mitnehmen. Auf Pickel und Steigeisen kann in der Regel auch verzichtet werden, da die zwei Schneefelder unter der unteren Jägerscharte nicht besonders steil sind.

Karte: Alpenvereinskarte Nr. 40 Glocknergruppe 1:25.000

Autor: Michael Pröttel

Wetter

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Karte

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Galerie

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