Touren

Hochkalter (2607 m)

Über dem Blaueisgletscher ragt steil der Hochkalter empor - der Anstieg auf dem Normalweg ist, wenn man Kletterstellen im zweiten Grad beherrscht, ein Genuss. Mit dem Abstieg durchs Ofental lässt sich die Besteigung des Hochkalter zur Überschreitung und Rundtour ausdehnen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Berchtesgadener Alpen | Ramsau

Tourensteckbrief Hochkalter

Anfahrt: Über die A 8 München – Salzburg bis zur Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf. Nun auf der Bundesstraße über Inzell und Schneizlreuth bis kurz vor Ramsau, dann rechts nach Hintersee. Um den See herum zum Parkplatz Seeklaus (gebührenpflichtig – etwa 200 Meter weiter gibt es einen kostenlosen Parkplatz).

Ausgangspunkt: Kostenloser Parkplatz östlich des Parkplatz Seeklaus (790 m) in Ramsau/Hintersee.

Route: Gegenüber des Parkplatzes beginnt die Almfahrstraße zur Materialseilbahn der Blaueishütte, auf die nach etwa fünf Minuten auch der Weg vom Parkplatz Seeklause stößt. Man folgt den Serpentinen mit teils rechts strammen Steigungen, ehe es hinter der Schärtenalm (1362m) wieder ein Stück bergab geht. Kurz vor der Materialseilbahn der Blaueishütte zweigt zu selbiger links der Steig ab. Ca. 2 Std. bis Blaueishütte.

Hinter der Blaueishütte noch ein Stück nahezu eben nach Süden (durchs „Sumperloch“) auf den Blaueisgletscher zu. Auf Höhe einer markanten Schuttreiße (auf der rechten Seite) teilt sich der Weg (Hinweispfeile): Nach links geht es zur Schärtenspitze, nach rechts (auf der Route 482) zum Hochkalter. Durch Geröll das Schuttkar hinauf bis zu einer Felsstufe, die in leichter Kletterei (I) zur Einsattelung des „Schönen Fleck“ führt. Nun nach links über einen Pfad, der auf die wilde Felslandschaft des Wasserwandkopfs zustrebt, vor diesem aber links durch eine schluchtartige Rinne abknickt. Jetzt kommt die Schlüsselstelle der Tour: eine steile, aber griffige, ca. zwölf Meter hohe Felswand (Kletterschwierigkeit II UIAA; Haken für Seilsicherung vorhanden). Danach folgt bis zum Kleinkalter (2513m) - an dem der Steig rechts vorbeiführt - meist alpines Wandergelände mit kurzen Stellen, an denen Hand angelegt werden muss (I). Der Weg verläuft in der Regel dicht am Grat oder leicht rechts davon in relativ solidem, selten bröseligen Fels. Vorsicht: Links brechen die Wände senkrecht zum Blaueisgletscher ab. Wenn der Hochkalter-Gipfel schon zum Greifen nahe wirkt, fordert eine kurze Kletterstelle (I bis II) abermals Konzentration. Das restliche Stück zum Gipfel: ein ständiger Wechsel zwischen Gerade-noch-Gehgelände und Schon-leichtes-Klettergelände.

Abstieg: Direkt am Gipfel beginnt (ausgeschildert) der schroffe Steig (anfangs nach Süden) ins Ofental, der auf den oberen 300 Höhenmetern unangenehm bröselig und im steilen Gelände immer wieder mit leichten Kletterstellen (I) durchsetzt ist. Achtung: In 2500 Meter Höhe knickt der durchgehend markierte Steig nach links ab – geradeaus ginge es in steiles Absturzgelände. Nach der Querung zu einer kleinen Scharte macht der Weg 482 einen Bogen nach Nordwesten und führt über ein Schotterkar durch eine lang gezogene Mulde zur Baumgrenze. Durch den Wald auf schönem, unschwierigen Pfad zur Lahnwald-Diensthütte beim Klausbach. Nun entlang des Bachs zurück zum Parkplatz Seeklaus und von dort zum Ausgangspunkt.
Abstiegsvariante: (Achtung, diese Abstiegsvariante über den Jägersteig ist nur begingt zu empfehlen – falls jemand ein finales Abenteuer sucht.) In 1400 Metern Höhe (an dieser Stelle sind im Wald zwei gelbe Pfeile an einen Baum genagelt) beginnt ein abenteuerlicher, nach Nordosten verlaufender Jägersteig („Luchsgang“), der nach fünf Minuten die Ofental-Diensthütte passiert. Anschließend – meist leicht ansteigend – über viele Mini-Brücklein (Holzbalken ohne Geländer) durch manchmal fast senkrechte Wände und mehrere Gräben. In einem Waldstück mit viel Windwurf wird der Steig etwas unübersichtlich – man muss sich in der Windwurfpassage eher oben halten als zu weit abzusteigen. Danach auf Waldpfad teils steil bergab, bis der Steig etwa 15 Minuten oberhalb des Ausgangspunkts auf die Anstiegsroute stößt.

Charakter / Schwierigkeit: Großartige, anspruchsvolle und wirklich alpine Bergtour mit traumhafter Aussicht u.a. auf den benachbarten Watzmann. Wegen der Länge konditionell nicht zu unterschätzen – die Höhenmeter summieren sich wegen kleiner Gegenanstiege auf 2040 Meter allein im Aufstieg! Mehrere – meist aber relativ kurze – Kletterstellen im Schwierigkeitsgrad I und II, dazu oft anspruchsvolles alpines Gehgelände, das Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit voraussetzt. Der Abstieg ins Ofental ist landschaftlich ebenfalls sehr eindrucksvoll, im oberen Teil wegen des gleichermaßen steilen wie bröseligen Geländes etwas mühsam.

Gehzeit: Aufstieg: 5 Stunden (davon ca. 2 Std. zur Blaueishütte); Abstieg: 4 Stunden

Tourdaten: 2040 Höhenmeter (inklusive mehrerer Gegenanstiege)

Beste Jahreszeit: Anfang Juli bis Ende September

Stützpunkt: Blaueishütte der DAV-Sektion Berchtesgaden (1651m), bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Oktober, 20 Betten (10 Euro) und 40 Matratzenlager (7,50 Euro; Nicht-DAV-Mitglieder zahlen das Doppelte), außerdem Nebenhütte mit 24 Lagerplätzen (z.B. für Jugendgruppen); Hunde können in Ausnahmefällen untergebracht werden, bitte vorher telefonisch anmelden; Tel. +49 / (0)8657 / 271.

Karte: Bayerisches Landesvermessungsamt UK 25-1, Nationalpark Berchtesgaden, 1:25.000. Zum Karten-Shop...

Autor: Martin Becker

Wetter

Die aktuelle Wettervorhersage zur Tour von wetter.com für die nächsten 2 Tage. Sofern für das Zielgebiet keine Wetterdaten vorliegen, werden die Werte des nächstgelegenen Ortes ausgegeben.

Ramsau
Vorhersage für So, 22.04.2018
So, 22.04.2018 sonnig
12 / 22 oC
sonnig
Niederschl.: 20 % Wind: 7 km/h SW
Ramsau
Vorhersage für Mo, 23.04.2018
Mo, 23.04.2018 leicht bewölkt
13 / 22 oC
leicht bewölkt
Niederschl.: 30 % Wind: 9 km/h SW
Zur 10-Tages Wettervorhersage von wetter.com
Wetterdaten powered by wetter.com

Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

Aktuelles aus dem Bergjournal

  • Die Entdeckung der Dolomiten

    Zwei englische Gentlemen machten mit ihrem Buch vor rund 150 Jahren auf ein damals unbekanntes Alpengebiet aufmerksam. Die Dolomiten wurden dadurch weltberühmt - nicht nur in Bergsteigerkreisen! Ein Stück Geschichte und Alpinliteratur für alle Dolomiten-Fans.

  • 1000. Ausgabe des Bergsteiger-Magazins

    Die Zeitschrift Bergsteiger erscheint am 7. April zum 1000. Mal. Dieses Jubiläum feiert die Redaktion dieser Zeitschrift mit einer großen Sonderausgabe inklusive vieler Extras. Zum Jubiläum blickt der Bergsteiger zurück auf die Highlights aus 1000 Heften, in denen immer wieder die besten Alpinisten ihrer Zeit exklusiv berichten und in großen Interviews zu Wort kommen.

  • Nockberge Trail - Wellness und Wildnis

    Die meisten Skidurchquerungen haben eine alpinistische Tradition. Der Nockberge-Trail ist jedoch eine von Touristikern erfundene, viertägige Skitouren-Traverse mit viel Komfort. Ein absolut gelungenes Konzept, meint Bernhard Ziegler. Der Alpinjournalist hat den Trail für uns ausprobiert und war begeistert.

  • Umweltfreundliche Fell Imprägnierung

    Wir Skitourengeher lieben die winterliche Natur. Daher ist es eigentlich auch selbstverständlich, dass wir bezüglich der Ausrüstung auf die Umwelt achten. Dennoch dürfen die Skifelle natürlich nicht stollen, müssen daher wasserabweisend sein. NIKWAX bringt Umweltfreundlichkeit und Funktion unter einen Hut.

  • Eibe

    Trotz ihrer großen Giftigkeit gehört die Eibe zu den ältesten Nutzpflanzen des Menschen im Alpenraum. Bereits "Ötzi", der Gletschermann vom Hauslabjoch, hatte einen Jagdbogen aus Eibenholz bei sich, als er sich zu seiner letzten Wanderung aufmachte.

  • Heidelbeere (Blaubeere)

    Schon im August kann man oft die ersten Heidelbeeren ernten - so richtig vollmundig süß zergehen sie aber erst dann auf der Zunge, wenn sie auch noch die letzten warmen Sonnenstrahlen in sich aufgesogen haben. Nach dem Heidelbeergenuss aber nicht erschrecken: Vor allem im fast überreifen Zustand färben die Früchte Mund und Zähne intensiv blaurot.

Bild des Monats

032018
0eec68a7b35de535a6fe158316cc67b3.jpg
Tiefer Winter im Tortal (Karwendel)

Benutzer: BergFex54

Beschreibung: Nach einem einstündigen Aufstieg im kalten Schatten kommen wir endlich in die Märzen-Sonne. Eine Wunderwelt aus Schnee, Felsen und Bäumen , frisch verzuckert in der vergangenen Nacht.
b47d9f42dec468c3cb0f71426db14c95.jpg
Abstieg vom Dürrenstein-Gipfel zum Skidepot

Benutzer: BergFex54

Beschreibung: Ein unglaublich klarer Hochwinter-Tag in den Pragser Dolomiten. Der Blick geht nach S ins Herz der Dolomiten. Wind und Schnee haben eine leicht zu begehende Treppe zum Vorgipfel modelliert.
3363f84c8c42d0428f6cd1bf7005f4bc.jpg
Fenster ins Paradies

Benutzer: Bernhard Admin

Beschreibung: Wie ein Fenster zum Paradies wirkt der Blick vom Brauneck Richtung Süden ins Karwendelgebirge. Ein Bild, das Daniel Hirsch bei einer seiner vielen schönen Skitouren gemacht hat.
Zum Touren-Bild des Monats...
Bergsport- und Outdoorausrüstung sicher online kaufen im Outdoor-Shop bergzeit.de

tourentipp.de-Karten-Shop

Kartenshop

Wanderkarten sind ein unverzichtbarer Begleiter auf Tour. In unserem Kartenshop finden Sie eine komplette Liste aller Kompass Wanderkarten mit Bestellmöglichkeit. Selbstverständlich gibt es auch eine Auswahl an Alpenvereinskarten, an Topographischen Wanderkarten vom Bayerischen Landesvermessungsamt sowie alle Digitalen Karten von MagicMaps und Schweizer Landeskarten.

Script-Code:
 
 


tourentipp.de für Bergtouren, Skitouren, Klettersteige, Wandern und zum Bergsteigen

© 2018 tourentipp.de Alle Rechte vorbehalten