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Hoachwool Klettersteig

Im Allgemeinen stehen Waalwege für gemütliches Wandern, doch einige Waale wie das historische Wasserleitungssystem aus dem Schnalstal nach Naturns wurden durch senkrechte Felswände gebaut und waren nur für Kletterer zugänglich. In dem von 1830 bis 33 errichteten Waal gab es aus Lärchenbrettern gezimmerte Wasserrinnen, die auf in der senkrechten Felswand angebrachten Eisenträger verlegt wurden. Die beiden Waaler, die sich um die Leitung kümmerten, mussten daher ausgezeichnete Kletterer sein. Der von den Naturnsern „Hoachwool“ genannte Waal, der 1910 stillgelegt wurde, bildet das Herzstück des 2015 eröffneten gleichnamigen Klettersteigs. Die schwierige Route führt vom Schnalser Bach hinauf nach Unterstell und punktet dabei mit großartigen Blicken auf das gegenüberliegende Schloss Juval und ins Vinschgau.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Klettersteig | Trentino-Alto Adige | Texelgruppe | Naturns

Tourensteckbrief Hoachwool Klettersteig

Anfahrt: Von Norden entweder über den Brenner nach Bozen, weiter über Meran nach Naturns. Oder über den Reschenpass und auf der SS38 über Schlanders nach Naturns.
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit der Bahn über Meran nach Naturns, zu Fuß in rund 15 Min. zur Talstation der Seilbahn.
Navi-Adresse: I-39025 Naturns, Sonnenberg 46.

Ausgangspunkt: Naturns, Parkplatz der Seilbahn Unterstell (540 m)

Route: Gleich beim Parkplatz entdeckt man den ersten Wegweiser zum Klettersteig. Man folgt einer kleinen Straße ein paar Minuten bergauf, dann einem alten Waalweg, und steigt schließlich ein paar Meter zur viel befahrenen Straße ab. Auf dem Fußweg neben der Straße zum Parkplatz Juval am Eingang ins Schnalstal (alternativer Startpunkt). An dessen nordöstlichem Ende beginnt ein Steig, der an einem Klettergarten vorbei entlang des Baches taleinwärts führt. An einer Felskante hilft erstmals ein Drahtseil, dann wieder einfach bis zu einer plattigen Felsstufe, die mit feuchter Schuhsohle alles andere als ein Vergnügen ist. Auf Reibung über diese Felsplatte (C/D), dann dem Drahtseil folgend zur Seilbrücke, die überaus wacklig den Schnalser Bach überquert und gegenüber die alte Straße ins Schnalstal erreicht. Auf der könnte man nach rechts absteigen (oder den Auftakt mit der Seilbrücke umgehen), einen weiteren Notausstieg gibt es nicht. Anschließend über ein paar schöne Felsstufen (C/D) gleich recht sportlich hinauf, ehe ein Steig nach rechts führt (keine Sicherungen) und schließlich im plattigen Gelände (überwiegend B, Drahtseil, viel auf Reibung) die Hänge quert. Der sogenannte „Verbotene Steig“ ist Dank Drahtseil eine eher einfache Passage und folgt einem alten Hofweg ins Schnalstal, dessen Begehung Anfang des 19. Jahrhunderts verboten wurde. Am Ende der Querung kommen ein paar kurze Felsstufen (B/C) und eine steile Leiter, ehe der Steig nach links leitet und überaus luftig die Wand quert (B/C). Hier folgt man teilweise dem alten Waal, der einst durch die senkrechten Felsplatten gebaut wurde. Eine atemberaubende, überaus fotogene Passage mit Blick auf Schloss Juval. Am Ende über eine Stufe (C) steil hinauf, ehe ein paar leichtere Passagen (B/C) kurz Zeit zum Durschnaufen geben. Schließlich steil und kraftraubend entlang eines Pfeilers (D, schöne natürliche Griffe) zu einem Rastplatz mit Bank. Ein Steig führt im Gehgelände nach links, um nach ein paar Minuten wieder interessante Felspartien zu erreichen, die das anstrengende Finale bilden. Das Drahtseil leitet über einen interessanten Mix aus Platten, Verschneidungen und Kanten (immer wieder Stellen D) hinauf zu einem markanten Felsturm, der über seine Rückseite bestiegen wird (C/D) und quasi den Schlusspunkt des Klettersteigs bildet. Die letzten Meter einfach zum Ausstieg (ca. 1120 m).

Abstieg: Der Abstieg ist in der Regel ein Aufstieg. Vom Ausstieg quert der Weg leicht fallend entlang eines Zaunes zu einem Gatter. Gleich danach Wegverzweigung: Links führt der Wanderweg Nr. 10 auf einem teils gepflasterten Weg (Höflergass) zur Seilbahn-Bergstation Unterstell, dann Seilbahnbenutzung. Oder zu Fuß rechts hinunter nach Naturns, bzw. zur Talstation (1.10 Stunden).

Charakter / Schwierigkeit: Überwiegend Schwierigkeitsgrad C/D, aber auch einigen D-Passagen. Es handelt sich also um einen anspruchsvollen und zudem sehr langen Klettersteig mit einigen sehr luftigen Passagen, bei dem die Schwierigkeiten nach oben hin zunehmen. Künstliche Tritthilfen wurden nur spärlich verwendet, viele Stellen werden auf Reibung geklettert. Im Sommer unbedingt zeitig einsteigen, da mit Sonne die Temperaturen in der Wand extrem werden – und das Drahtseil ohne Handschuhe nicht mehr zum Anfassen ist. Tipp: Spätestens um 11 Uhr sollte man an heißen Tagen den Ausstieg erreicht haben! Es gibt auf der kompletten Strecke kein Wasser, daher unbedingt reichlich Getränke mitnehmen. Die Abschnitte des Klettersteigs sind nummeriert (1–28), damit im Notfall die Bergrettung (SOS Telefon 118) den Unglücksort schneller finden. Weitere Information zum Steig unter www.naturns.it.

Exposition: Nordost, Südwest, West

Gehzeit: Zum Einstieg 30 Minuten, Klettersteig 3.30 Stunden, Weiterweg nach Unterstell (Seilbahn-Bergstation) 30 Minuten. Von dort zu Fuß ins Tal in 1.10 Stunden.

Tourdaten: Insgesamt 900 Höhenmeter, davon Klettersteig 630 Hm. Distanz: ca. 4,3 km (bis Unterstell).

Beste Jahreszeit: Frühjahr und Herbst, im Winter je nach Schneeverhältnissen, im Sommer aufgrund der Hitze unbedingt ganz zeitig einsteigen.

Stützpunkt: 1. Bei der Bergstation der Unterstell Hof (1300 m), Internet: www.unterstellhof.com.
2. Beim Abstieg zu Fuß das Schwalbennest (665 m), Juli, August und November bis April Donnerstag Ruhetag, Internet: www.schwalbennest.it.

Ausrüstung: Klettersteigset, Helm und unbedingt Klettersteighandschuhe

Bergbahn: Seilbahn-Unterstell - Infos, Fahrplan und Preise unter www.unterstell.it

Karte: Tabacco 04, Schnalstal, 1:25.000. Oder Kompass Wanderkarte, Blatt 53, Meran und Umgebung, 1:50.000. Erhältlich in unserem Kompass Wanderkarten-Shop.

Autor: Stefan Herbke

Wetter

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Naturns
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Niederschl.: 90 % Wind: 6 km/h NW
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13 / 20 oC
sonnig
Niederschl.: 5 % Wind: 7 km/h W
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Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour, und die Anfahrt nachvollziehen. Ist ein GPS-Track hinterlegt, finden Sie unter der Karte die Funktion „Tour in Karte anzeigen“ und somit die beschriebene Routenführung.

GPS Daten zum Download

Hier können Sie sich die Route als GPS-Track im GPX-Austausch-Format (GPX-Exchange) herunterladen. Die Nutzung der Daten ist nur für den privaten Gebrauch und auf eigene Gefahr erlaubt. Eine Weitergabe oder die Veröffentlichung der Daten ist nicht gestattet.

Galerie

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052017
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