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Heilbronner Weg - Mädelegabel (2654 m)

Auf dieser landschaftlich einmaligen und sehr abwechslungsreichen Kammüberschreitung kann man wahlweise das Hohe Licht oder die Mädelegabel mitnehmen. Hier wird der Anstieg zur Mädelegabel beschrieben, da sie die beeindruckendere Aussicht bietet und am Ende der eigentlichen Gratüberschreitung liegt. Dort kann man besser einschätzen, ob man sich den Zusatzgipfel zeitlich und konditionell noch zutraut. Der einzige Nachteil des Heilbronner Weges ist seine große Beliebtheit, weshalb man die Tour wenn möglich unter der Woche unternehmen sollte. Wegen der beträchtlichen Länge der Route am schönsten als Zweitagestour oder gar mit einer zweiten Hüttenübernachtung.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Allgäuer Alpen | Oberstdorf

Tourensteckbrief Heilbronner Weg - Mädelegabel

Anfahrt: Über die  A 96 ,  B12, A7 und  B19 nach  Oberstdorf. Hier folgt man der Beschilderung zur Fellhornbahn. 4,5 km vorher am Parkplatz Renksteg parken. Weiter mit dem Bus zum Ausgangspunkt. Zurück von Spielmannsau dann mit Kleinbus zum Parkplatz Renksteg.
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit dem Zug nach Oberstdorf und weiter mit dem Bus nach Birgsau. Siehe Fahrplan. Zurück von Spielmannsau nach Oberstdorf mit dem Kleinbus des »Berggasthofs Spielmannsau«.

Ausgangspunkt: Bushaltestelle Birgsau (960 m), südlich von Oberstdorf; Endpunkt: Spielmannsau (1000 m)
Achtung: Ausgangs- und Endpunkt der Tour sind nicht identisch!

Route: Hüttenzustieg: Von der Bushaltestelle folgt man der Teerstraße zu einer Gabelung. Hier hält man sich halblinks (Schild »Rappenseehütte«) und wandert weiter auf dem Fahrweg bergan in den Wald. Nach 1,5 km erreicht man den Berggasthof Einödsbach (1115 m). Hier geht man gerade über die Terrasse, macht dahinter einen Bogen und zweigt nach rechts zum Bachbett ab. Danach wird der Weg felsiger und führt bald aus dem Wald auf eine Wiese. An deren Ende hält man sich halblinks (Schild »Rappenseehütte«), dann geht es wieder durch den Wald in vielen Serpentinen steiler bergan. Man verlässt den Wald, steigt zur Petersalpe an und folgt nach rechts einem Fahrweg. Gleich wendet man sich nach links vom Fahrweg ab (Schild »Enzianhütte«) und es geht wieder steiler über einen Wiesenhang bergan. Immer die steile Bergflanke meist durch Buschwerk ansteigend, erreicht man einen Wiesenabsatz auf dem die Enzianhütte (1780 m) steht. Dahinter folgt eine lange, flache Querung, bei der auf einem kurzzeitig erodierten Wegstück ein Seitenbach gequert wird. Wieder leicht ansteigend erreicht man den Wiesenabsatz südlich des Mußkopf. Hier wendet sich der Steig nach Osten und führt in angenehmer Steigung hinauf zur wunderbar gelegenen Rappenseehütte (2091 m).
Heilbronner Weg: Man geht  an der Hütte rechts vorbei und folgt dem Wegweiser »Heilbronner Weg« nach links. Der Weg führt am Kleinen Rappensee vorbei und in Serpentinen ansteigend zur Großen Steinscharte (2262 m) hinauf. Nun geht es in zunehmend felsigem Gelände flacher nach Südosten weiter, wobei zum Teil weglos der oberste, riesige Bergkessel des Wieslekars gequert wird. In Serpentinen steigt man schließlich zum Fuß einer breiten Wandstufe hinauf, wo der eigentliche Heilbronner Weg beginnt. Über erste Drahtseile geht es steiler bergan und dann nach rechts über ein Band zu einer Gabelung. Hier folgt man nach links der Beschilderung »Kemptner Hütte«. In einer leicht ausgesetzten Querung geht es weiter in Richtung Nordosten (zum Teil Drahtseile) zum Felsentor des »Heilbronner Thörle«. Leicht ansteigend geht es bis unter die Kleine Steinscharte, die man aber rechts liegen lässt, indem man weiter nach links steigt. Man gelangt schließlich auf eine weitere Scharte. Zunächst rechts unterhalb des Kammes, dann geht es mithilfe einer Eisenleiter auf dem Kamm weiter zum Steinschartenkopf (2615 m). Dahinter überquert man eine Brücke, folgt noch ein Stück dem Kamm und steigt dann über die Ostflanke vom Wilden Mann zur Socktalscharte ab (2446 m). Hier kann man notfalls – z. B. bei einer eventuellen Wetterverschlechterung - nach Norden zum Waltenberger Haus absteigen. Über Felsplatten (Drahtseile) ansteigend geht es wieder auf den Grat, dann absteigend in eine Scharte und auf der Nordseite des Kammes wieder bergan. Großartige Tiefblicke begleiten einen nun zum Gipfel des Bockkarkopf (2608 m), der sich für eine Rast anbietet. Teils in Serpentinen, teils direkt mithilfe von Drahtseilen geht es hinab zur Bockkarscharte. Wenige Meter dahinter zweigt die zweite beschilderte Abbruchmöglichkeit zum Waltenberger Haus ab. Man wandert weiter in Richtung »Kemptner Hütte« und quert unterhalb der Südwände der Hochfrott Spitze nach Nordosten. Leicht absteigend geht es auf den Restgletscher des Schwarzmilzferners in derselben Richtung weiter. An dessen nordöstlichen Ende hat man zwei Möglichkeiten, um die Mädelegabel zu besteigen.
Entweder man zweigt gleich nach links (unbeschildert) ab und steigt über eine breite, etwas unangenehm zu gehende Geröllreiße auf undeutlichen Wegspuren bergan, um direkt die  Scharte vor Beginn des felsigen Gipfelaufbaus zu erreichen. Oder aber man folgt den (hier recht undeutlichen) Markierungen gute hundert Meter weiter nach Osten und zweigt dann bei einer Gabelung (ebenfalls unbeschildert und recht undeutlich) nach links ab. Hier muss man gut auf die Wegspur und die verblassten Markierungen achten, die über einen breiten, flachen Bergrücken nach Nordwesten und zu oben erwähnter Scharte führen.
Von nun an geht es im Fels deutlich besser markiert steiler bergan, wobei man immer wieder die Hände zu Hilfe nehmen muss (hier keine Drahtseile, Schwierigkeitsgrad bis I+ UIAA - die schwierigste Stelle ist gleich zu Beginn). In immer derselben Richtung geht es über erstaunlich festen Fels bis zum Gipfelkreuz (2644 m). Vom Gipfel steigt man auf dem gleichen Weg wieder zur Scharte ab und folgt dann in derselben Richtung den undeutlichen Wegspuren und Markierungen nach Südosten. Bald stößt der Steig wieder auf den deutlichen Hauptweg und folgt diesem (unbeschildert) nach links. Es geht nach Osten zu einem Sattel, wo der Weg wieder deutlicher wird; von nun an immer leicht bergab auf die grünen Südhänge des Kratzers zu. Man kommt an einem kleinen Bergsee vorbei, wo man seine Trinkflasche nachfüllen kann und wandert über einen schönen Wiesensattel weiter nach Osten. In einer wunderschönen flachen Querung geht es unterhalb des Kratzer weiter, bis man schließlich auf einem erodierten Weg zu einem Sattel absteigt. Hier wendet man sich nach links und wandert nach Norden zu der bereits sichtbaren Kemptner Hütte (1846 m) hinab.

Abstieg: Man folgt dem Schild Spielmannsau und steigt zunächst in einem Bogen ab, dann immer oberhalb und parallel zum beeindruckend tief eingeschnittenen Sperrbachtobel. Der Weg ist an ausgesetzteren Stellen mit Drahtseilen gesichert und stellenweise auch nass, da immer wieder von rechts kleine Wasserfälle hinzustoßen. Das Tal öffnet sich schließlich ein wenig und man steigt zum Bergbach ab, den man mittels einer Brücke überquert. Auf der anderen Seite geht es wieder ein Stück bergan, dann flach zu einem Aussichtspunkt und wieder absteigend hinab zum Bach, den man abermals überquert. Nun wird der Weg deutlich flacher sowie zunehmend breiter und führt schließlich durch schönen Buchenmischwald zur Materialseilbahn. Hier kann man entweder gleich die Fahrstraße, oder links unterhalb davon noch einen Pfad benutzen, um schließlich den Talboden zu erreichen. Von hier geht es auf dem Teerweg an der Ober Au Alm (nette Einkehrmöglichkeit) vorbei nach Spielmannsau (1000 m).

Charakter / Schwierigkeit: Beim Heilbronner Weg handelt es sich um eine anspruchsvolle Bergwanderung mit unschwierigen drahtseil-versicherten Passagen. Der Anstieg zur Mädelegabel ist schon eine richtige Bergtour, wenn auch eine leichte – Passagen bis I+ (UIAA) ohne Seilsicherung sind hier zu bewältigen, also leichtes Felsgelände, bei dem man auch mal die Hände zu Hilfe nimmt. Vor allem eine gute Kondition, jedoch auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für diese lange Grat-Tour Voraussetzung. Die aussichtsreiche Überschreitung bietet tolle Blicke ins Alpenvorland und zum Alpenhauptkamm. Beim empfehlenswerten Abstecher zur Mädelegabel braucht man auf einem kurzen Stück gutes Orientierungsvermögen. Bei günstigen Verhältnissen reicht normale Wanderausrüstung. Bei hartgefrorenen Altschneefeldern können Pickel und Steigeisen u. U. nötig sein. Bei Gewittergefahr bestehen zwei Abbruchmöglichkeiten nach Norden zum Waltenberger Haus. Wegen der beträchtlichen Länge der Route am schönsten als Zweitagestour oder gar mit einer zweiten Hüttenübernachtung.

Gehzeit: Insgesamt 13 Stunden (Hüttenzustieg: 4 Std., Heilbronner Weg inklusive Mädelegabel: 7 Std., Talabstieg: 2 Std.)

Tourdaten: Höhendifferenz: 2100  Höhenmeter; Distanz: 24 km Gesamtlänge

Beste Jahreszeit: Je nach Schneelage Ende Juni bis Mitte Oktober.

Stützpunkt: 1. Rappenseehütte (2091 m) der DAV-Sektion Allgäu-Kempten, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. +49/(0)8322/700155, rappenseehuette.de.
2. Kemptner Hütte (1846 m) der DAV-Sektion Allgäu-Kempten, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. +49/(0)8322/700152, kemptnerhuette.de

Ausrüstung: Bei günstigen Verhältnissen reicht normale Wanderausrüstung. Bei hartgefrorenen Altschneefeldern können Pickel und Steigeisen u. U. nötig sein.

Karte: Alpenvereinskarte Nr. 2/1 »Allgäuer Alpen West« 1:25.000 sowie Kompass Karte Allgäuer Alpen und Topografische Wanderkarte vom Bayerischen Landesvermessungsamt Allgäuer Alpen. Zum Karten-Shop...

Autor: Michael Pröttel

Wetter

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Bild des Monats

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Beschreibung: Gerade noch rechtzeitig vor dem Einruch der Nacht konnte ich dieses stimmungsvolle Foto von der Hochsalwand mit Blick auf den Wendelstein machen. Die warmen Farben des Lichts bewirkten eine unbeschreibliche innere Ruhe und Zufriedenheit. Es war wieder ein Herbst-Abend, der den schönen Tag in den Schatten stellte.
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Herbstmalerei

Benutzer: Bergindianer

Beschreibung: Es ist eine Binsenweisheit und doch ist man einfach immer wieder erstaunt, welch großartiger Maler der Herbst gerade in den Bergen ist. Das Bild entstand bei einer Bergtour im Salzkammergut, am Fuße des Sparber.
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Beschreibung: Der Osorscica ist ein kleiner Berg mit maximaler Aussicht. Und ein Sonnenuntergang auf dem Inselberg von Cres ist immer wieder ein großes Erlebnis!
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