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Falkenkar (2180 m)

Felsriegel und Latschen zu Beginn des einsamen Falkenkars schrecken viele ab, doch im mittleren und oberen Teil wartet diese anspruchsvolle Karwendel-Skitour mit vorzüglichen Hängen und hochalpiner Kulisse auf.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skitour | Tirol | Karwendel | Hinterriß

Tourensteckbrief Falkenkar

Anfahrt: Über Bad Tölz und Lenggries auf der B 13 (oder auch über den Tegernsee und den Achenpaß) zum Sylvensteinstausee, dort rechts abbiegen und auf der B 307 nach Vorderriss und noch elf Kilometer weiter bis Hinterriss. Durch den Ort hindurch bis zur Mautstelle.

Ausgangspunkt: Mautstelle bei Hinterriss; ab Öffnung der Mautstraße (in der Regel am 1. Mai) kann man noch etwa 1,5 Kilometer weiter zum ersten Parkplatz gegenüber des Johannestals fahren.

Route: Von der Mautstelle 1,5 Kilometer auf der Straße taleinwärts (oder, im Hochwinter, am Rand der Loipe), bis gegenüber des Johannestals rechts ein Weg hinab zu einer Brücke über den Rissbach abzweigt. Die Brücke wird überquert, dann links – der Beschilderung Falkenkar folgend – ein kurzes Stück auf dem Talboden in Richtung Eng. Bald etwas ansteigend rechts hinauf; wo die Loipe wieder bergab führt, weiter nun merklich bergauf auf dem Forstweg, bis dieser eine scharfe Rechtskurve macht (weiter ins Johannestal führend). Hier nun weiter geradeaus nach Südosten, bis man in 1128m Höhe den eigentlichen Eingang zum Falkenkar erreicht. Rechts des Bachs aufs Kar zu und vor dem ersten Felsriegel nun rechts hinauf (nach Westen) in die vom Kleinen Falk herunterkommende Lawinenbahn. Nicht ganz hinauf bis zu den Felsen, sondern vorher links hinein in den Wald. Dieser wird in einer unangenehmen Passage (Ski tragen) in südwestliche Richtung, teils stramm ansteigend, durchquert. Nach dem Waldgürtel gelangt man in die Hänge unterhalb des Kleinen Falk. Oberhalb des ersten Felsriegels wird ein zweiter jetzt von rechts nach links komplett gequert. Am Ende des Felsriegels, vor einem (gefrorenen) Wasserfall, nahe der Abbrüche des Totenfalk, im steilen Zickzack-Kurs durch die Latschengassen etwas mühsam hinauf in den mittleren Karboden. Ab hier traumhaftes, leicht kupiertes Skitourengelände, in dem die Route ziemlich genau in der Mitte des Falkenkars vorgegeben ist. Eine Steilstufe am schmalen Durchschlupf zwischen Risser Falk und Laliderer Falk leitet ins obere Falkenkar über: Bei anhaltender Steilheit (über 35 Grad) geht es nun in einem Rechtsbogen in die Sonne – wo die Schatten enden, ist in der Regel auf einem Logenplatz nahe der Felsen Endstation. Wer hier nicht genug hat, steigt – nur bei absolut sicheren Verhältnissen – noch den höchst lawinengefährdeten Steilhang bis in die Grüne-Rinn-Scharte (2339m) am Südgrat des Risser Falk auf.

Abfahrt: Entlang der Aufstiegsroute.

Charakter / Schwierigkeit: Die fast durchweg nordseitige Ausrichtung des eher selten besuchten Falkenkars garantiert lange Zeit tolle Schneeverhältnisse, meist Pulver. Dieser Genuss sowie die abenteuerliche Kulisse steilster Felswände haben allerdings ihren Preis: Im unteren Teil der Tour müssen zwei Felsriegel (Tragepassage) und unangenehme Latschenpassagen überwunden werden. Um in der Abfahrt nicht plötzlich vor gefährlichen Abbrüchen zu stehen, ist es ratsam, sich im unteren Drittel der Tour bei der Abfahrt strikt an die Aufstiegsspur zu halten. Bei Schlechtwetter oder Nebel äußerst problematische Orientierung! Die Steilheit in der oberen Hälfte (bis zu 40°) dieser herrlichen, aber schwierigen Skitour bedingt in puncto Lawinengefahr kompromisslos sichere Verhältnisse.

Lawinengefahr: hoch

Exposition: Nord, im obersten Teil Nordost

Aufstiegszeit: 3,5 Stunden

Tourdaten: 1240 Höhenmeter

Beste Jahreszeit: April und Mai; bei absolut stabilen Verhältnissen auch schon im Hochwinter.

Stützpunkt: -

Karte: Kompass-Karte 26 (Karwendel), 1:50.000. Oder AV-Karte 5/2, Karwendel, 1:25.000.

Autor: Martin Becker

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