Touren

Eiskönigspitze (1873 m)

Die absolute Bergeinsamkeit und die herrliche Gipfel-Rundumschau auf der Eiskönigspitze müssen hart erarbeitet werden: Zunächst sind 15 Kilometer auf Forststraßen (am besten per Fahrrad) zu bewältigen, dann schließt sich zum Teil wegloses Gelände an. Eine Mühe, die sich wegen der landschaftlichen Eindrücke auf jeden Fall lohnt.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Karwendel | Lenggries

Tourensteckbrief Eiskönigspitze (auch Heimjoch)

Anfahrt: Von Norden über Bad Tölz und Lenggries zum Sylvensteinstausee. An der Staumauer rechts (B 307) in Richtung Vorderriss. Nach der Brücke über den Stausee liegt linkerhand der Lenggrieser Ortsteil Fall. Wenige Meter nach dem Parkplatz für Wohnmobile zweigt links eine Straße zum (ausgeschilderten) Wanderparkplatz in Fall ab. Er befindet sich am Beginn der für den allgemeinen Kfz-Verkehr gesperrten Bächentalstraße.

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz in Fall (773m) an der Zufahrt zum Bächental (Schranke).

Route: Von Fall auf der – bis zur österreichischen Grenze asphaltierten – Bächentalstraße zum kleinen Dürrach-Stausee, der links umfahren wird; nur bis hierhin ist das Radfahren offiziell erlaubt (vgl. unten „Wichtiger Hinweis“). Über die Brücke hinweg, dann nach rechts und hinter dem Dürrach-See nach links ins Baumgartental. Kurz hinter dem Jagdhaus Pletzboden gabelt sich die Forststraße; rechts hinauf geht es (beschildert) weiter zum Schafreuter, man folgt aber der linken, kurzzeitig leicht bergab führenden und nicht beschilderten Alternative. Südwärts am Eiskönigbach entlang, vorbei an einer großen Wildfütterung, bis zum Ende des Fahrwegs (ca. 15 km). Spätestens ab hier geht’s nur noch zu Fuß weiter: über den Bach hinweg und dann links hinauf über einen Pfad zur schön gelegenen Eiskönigalm (1240m). Auf dem Trampelpfad (ihn nutzen mehr Kühe als Wanderer) weiter südwärts, bis eine mit Stacheldraht abgezäunte Bachreiße etwas mühsam überquert werden muss. Nun gilt es, mit Argusaugen aufzupassen: Keine 200 Meter weiter und bevor es wieder bergab geht, zweigt links in spitzem Winkel (also leicht entgegen der bisherigen Gehrichtung) ein nur schwer wahrnehmbarer Pfad in nordöstliche Richtung ab. Diesen Spuren auf dem Wiesenhang gilt es bis zum Waldrand zu folgen; im Wald selbst ist der Pfad etwas besser ausgeprägt. Kurz nachdem zunächst ein umgestürzter Baum mit einer hineingesägten Steigkerbe sowie ein Bächlein überquert werden, gelangt man zu einer Windwurf-Passage. Hier verlieren sich die Spuren, nun beginnt wegloses Gelände. Am besten am rechten Rand der umgestürzten Bäume geradewegs empor bis zu einem Jägerstand am Fuß einer Wiese. Es mag mühsam erscheinen, aber nur geradewegs hinauf führt die Route, denn am linken Wiesenrand befinden sich sporadisch Teilstücke eines Jägersteigs. Ist im Sattel endlich die Kuppel-Alm (1610m) erreicht, erweist sich der restliche Weg als nicht mehr allzu anstrengend: Nach Süden (rechts) auf Steigspuren über Schrofengelände (kurzzeitig mal etwas steiler) und durch Latschengassen kommt der über Orientierungssinn und Trittsicherheit verfügende Alpinist zum höchsten Punkt der Eiskönigspitze, die bisweilen auch Heimjoch genannt wird. Ein Gipfelkreuz sucht man vergebens. Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg.

Alternative: Etwas einfacher ist der Anstieg über das Plumsbachtal. Dazu am Dürrach-Stausee bei der Radl-Garage weiter in Richtung Osten, nach etwa eineinhalb Kilometern rechts ins Plumsbachtal einbiegen. Nahe der Plumsbachalm beginnt ein steiler Schotterweg, der in vielen Kehren zur Kuppel-Alm führt. Von dort weiter wie oben beschrieben.

Charakter / Schwierigkeit: Lange, extrem einsame Bergwanderung; am besten als „Bike & Hike-Tour“, mit außergewöhnlich guter Gipfelschau – Mondscheinspitze, Laliderer Tal oder Falkenkar liegen quasi gegenüber. Da sich die ersten 15 Kilometer (Höhendifferenz 350 Meter) arg lang ziehen, ist die Benutzung eines Fahrrads (Touren- oder Trekkingrad genügen) unbedingt empfehlenswert. Danach sind Spürsinn und gutes Orientierungsvermögen in teils weglosem, aber nie ernsthaft schwierigem Gelände erforderlich.

Gehzeit: Aufstieg: 4 Stunden mit Fahrrad-Unterstützung (6 Stunden ohne Rad); Abstieg: 2 Stunden mit Rad (4 Stunden ohne Rad)

Tourdaten: 1100 Höhenmeter

Beste Jahreszeit: Juli bis Oktober

Stützpunkt: Forsthaus Aquila (919m), ca. 8,6 km vom Ausgangspunkt entfernt.

Info: Offiziell ist das Radfahren nur bis zur Brücke beim kleinen Dürrach-Stausee erlaubt (ca. 10,5 km Wegstrecke), weil ein „internationales Forschungsprojekt“ ab dieser Stelle „die Beziehungen zwischen Mensch, frei lebenden Tieren und Wald“ erkunden soll. Ein ambivalentes Thema: Der Radfahrer soll Störfaktor sein, zugleich aber erschließen die Tiroler die Täler mit Lastwagenverkehr und Raupenfahrzeugen bis zu hoch gelegenen Almen? Selbst einheimische Almbauern schütteln über das Radfahrverbot den Kopf. Insgeheim gilt die Devise: Radeln ist auf den weiteren fünf Kilometern bis ins hinterste Eiskönigbachtal zwar nicht erlaubt, wird aber wohl meist toleriert.

Karte: Kompass-Wanderkarte 182 (Isarwinkel), 1:50.000

Autor: Martin Becker

Wetter

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Beschreibung: Es ist eine Binsenweisheit und doch ist man einfach immer wieder erstaunt, welch großartiger Maler der Herbst gerade in den Bergen ist. Das Bild entstand bei einer Bergtour im Salzkammergut, am Fuße des Sparber.
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