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Corno Grande (2912 m) 

Er ist der Traum vieler Italienischer Bergsteiger – der höchste Gipfel im Gran Sasso-Gebiet, der höchste Gipfel der Abruzzen, der Höchste im Apennin und somit der höchste Punkt auf italienischem Festland abseits der Alpen. Doch diese Superlative sind nicht der einzige Grund, warum der Berg so begehrt ist. Die Tour führt über einzigartig schöne und wilde Landschaft; da kommt man schon bei der Anfahrt über den Campo Imperatore gehörig ins Schwärmen. Vor allem die Route über den Westgrat ist auch bergsteigerisch sehr reizvoll.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Abruzzen | Apennin | L'Aquila

Tourensteckbrief Corno Grande

Anfahrt: Über die A24 (Autobahn Rom – Teramo) bis zur Ausfahrt Assergi. Hier folgt man der Beschilderung zum Campo Imperatore und fährt auf der SS17bis) bis zu einer Gabelung. Jetzt links zum Campo Imperatore und weiter bis zum Ende der Straße an der Bergstation der Gran-Sasso-Seilbahn mit Parkplatz, Hotel-Ruine „Campo Imperatore“ und Observatorium (Sternwarte).
Alternativ ist auch eine Auffahrt mit der Seilbahn möglich. Die Talstation der Bahn befindet sich in Fonte Cerreto bei Assergi.

Ausgangspunkt: Bergstation der Gran-Sasso-Seilbahn (2130 m) am verfallenen Hotel „Campo Imperatore“

Route: Am Observatorium links vorbei und auf markiertem Weg bis zu einer Gabelung (2195 m) mit Wegweiser (Sella di Monte Aquila). Hier verlässt man den Weg zum Rifugio Duca degli Abruzzi und hält sich rechts. Der Weg quert die Flanke (unterhalb der Cresta Portella), umrundet ein Geländeeck und steigt dann nach einer erneuten Querung zum Sattel, dem Sella di Monte Aquila (2335 m) an. Hier folgt man dem Wegweiser zum Corno Grande (Weg 103 - Sella del Brecciaio / Rifugio Garibaldi) und wandert zunächst gemütlich, mit etwas Höhenverlust über die sanfte Wiesenflanke. Dann quert der Weg ein Schotterfeld und steigt steilt zum Sattel (Sella del Brecciaio – 2506 m) an. Hier setzt bereits der Westgrat an. Doch auch die Westgrat-Aspiranten folgen zunächst noch dem Normalweg. Der führt nach Norden, dreht dann hinter dem Rücken nach rechts ein und führt noch ein Stück nach Osten. Erst bei einem Steinmandl oder noch besser, bei der Beschriftung „Cresta Ovest“ (Westgrat) an einem Stein trennen sich die Wege.
A. Der Normalweg quert weiter nach Osten in die Schuttflanke und steigt dann nach rechts über Schotter, leichte Felsstufen und Schrofen entlang von Markierungen zum Nordgrat an. Unter dem Nordgrat rechts und westlich davon zum Westgrat, den man kurz vor dem Gipfel erreicht. Nach links (Osten) entlang des Kammes zum höchsten Punkt.
B. Für die Westgratroute hält man sich an der Abzweigung rechts und traversiert leichtes Schrofengelände hinauf zum Westgrat. Man erreicht ihn an einer leichten Senke im Grat. Nun folgt man immer dem mit Punkten markierten Steig entlang des Grates, wobei man leichtes Felsgelände (stellenweise UIAA I) zu bewältigen hat. Mal links, mal rechts herum folgt man einfach dem Felskamm bis zum Gipfel.

Abstieg: 1. Wie Aufstieg.
2. Wer über den Westgrat aufsteigt, kann über den Normalweg absteigen und somit eine schöne Runde machen.
3. Beim Sella di Monte Aquila (2335 m) kann man noch einen kleinen Umweg über eine bewirtschaftete Hütte, das Rifugio Duca degli Abruzzi machen (plus 20 Minuten). Dazu folgt man am Sattel dem Wegweiser zur Hütte und quert zunächst rechts unterhalb des Kammes nach Süden, dann geht es auf die andere Seite und am Ende über den Rücken zur Hütte (2388 m). Von der Hütte auf dem Wanderweg in Serpentinen über die Südostflanke hinunter zum Ausgangspunkt.

Charakter / Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Bergtour (Stufe 4) über kleine Wanderwege, Bergsteige, Schrofen, Schotter und leichtes Felsgelände. Die Route über den Westgrat ist etwas schwieriger als der Normalweg, aber auch viel reizvoller und daher unsere Empfehlung für den Anstieg. Dabei muss teilweise Felsgelände der Schwierigkeit UIAA I bewältigt werden - also ein Gelände, bei dem man gelegentlich mit der Hand hinlangen muss. Auch wenn beide Routen nicht sehr ausgesetzt sind, erfordern sie natürlich Trittsicherheit. Beide Routen sind bestens markiert. Das gesamte Gran Sasso-Gebiet bietet ein fantastisches Natur- und Bergerlebnis, doch der höchste Gipfel des Gebietes, ja des gesamten Apennins, setzt dem die Krone auf. An klaren Tagen sieht man vom Gipfel aus nicht nur die Adria, sondern auch die gegenüberliegende kroatische Küste. Kein Wundern also, dass der Berg vor allem während der italienischen Sommerferien stark frequentiert ist.

Gehzeit: Aufstieg: 2,5 bis 3 Stunden; Abstieg: 2 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: knapp 900 Höhenmeter (inkl. aller Gegenanstiege, auch auf dem Rückweg); Distanz: 5 km (einfach)

Beste Jahreszeit: Juli bis Oktober, jedoch nicht nach herbstlichen Schneefällen. Ansonsten eignet sich der kühle Herbst recht gut für eine Besteigung, da der Gran Sasso im Sommer sehr anfällig für starke Quellbewölkung ist.

Stützpunkt: 1. Das Rifugio Duca degli Abruzzi (2388 m) des CAI Roma liegt etwas abseits der Route und ist als Einkehrmöglichkeit beim Abstieg durchaus in Betracht zu ziehen. Oder als Übernachtungsmöglichkeit, wenn man schon recht früh starten möchte. 24 Schlafplätze. Geöffnet von Juni bis September. Mobile +39 347 5255250 oder Telefon +39 0862 1956147. Zur Webseite der Hütte.
2. An der Bergstation der Campo-Imperatore-Seilbahn gibt es eine Bar und ein einfaches Restaurant. Öffnungszeiten wie Seilbahn.

Ausrüstung: Oft kommen die Gipfel-Aspiranten vom Badeurlaub an der heißen Küste und sind zu dünn angezogen für die Höhe. Achtung, der Corno Grande ist fast 3000 m hoch und in dieser Höhe kann es auch im Sommer recht frisch oder sogar kalt sein. Also warme Kleidung mitnehmen!

Tipp: Wer noch genug Kondition und Motivation besitzt, kann beim Rückweg noch einen zweiten Gipfel besteigen. Mit nur einer halben Stunde Zusatzaufstieg kann man von der Sella di Monte Aquila den Gipfel des Monte Aquila erreichen.

Wissenswertes: 1. Calderone-Gletscher liegt auf der Nordseite des Corno Grande und ist der südlichste Gletscher Europas. Allerdings ist von ihm nicht mehr viel übrig und so scheint es nur eine Frage der Zeit bis er ganz verschwindet.
2. Der Campo Imperatore ist ein riesige Becken südlich vom Corno Grande. Das Hochplateau wurde von einem Gletscher geformt und ist ca. 15 km lang und 5 km breit. Es ist Teil des Nationalparks Gran Sasso und Habitat für den Italienischen Wolf. Ca. 20 international bekannte Filme wurden hier gedreht, darunter auch „Der Namen der Rose“ (Anfangsszene).
3. Im Sommer 1943 wurde der Duce del Fascismo, Benito Mussolini, im mittlerweile verfallenen Hotel Campo Imperatore gefangen gehalten und durch eine abenteuerliche, deutsche Militäraktion wieder befreit.

Bergbahn: Man muss nicht mit dem KFZ zum Ausgangspunkt hinauffahren. Von Asserigi – Fonte Cerreto aus kann man auch mit der Seilbahn hochfahren. Infos zur Bergbahn hier.

Karte: Kompass Blatt 669, Gran Sasso d’Italia – L’Aquila, 1:50.000. 
Erhältlich in unserem Kompass-Karten-Shop.

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

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Sa, 20.10.2018 sonnig
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Tourentipp-Globo-Vision

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Galerie

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Video

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