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Breitenstein (1622 m) über Fensterl 

Das Breitensteiner Fensterl ist in der Karte als Naturdenkmal verzeichnet. Und in der Tat ist der Blick durch das Tor ins Leitzachtal einfach ein Traum! Allerdings ist diese Route auf den Breitenstein eine etwas abenteuerliche Variante. Sie ist weder ausgeschildert noch markiert und führt über teilweise schwer erkennbare Pfade durch steilen Wald. Daher kann man sie nur erfahrenen Bergwanderern mit gutem Orientierungssinn empfehlen. Wer zusätzlich den Gipfel des Fensterls erklimmen will, sollte auch klettertechnisch fit sein.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Bayerische Voralpen | Fischbachau

Tourensteckbrief Breitenstein über Fensterl

Anfahrt: A 8 Salzburg bis Ausfahrt Weyarn. Auf der B 307 nach Miesbach und hier links Richtung Fischbachau. Über Parsberg und Hundham nach Fischbachau. Alternativ kann man auch die Autobahnausfahrt Irschenberg benutzen, um nach Fischbachau zu fahren. Wer von Osten kommt, nimmt am besten die Ausfahrt Bad Aibling und fährt über Bad Feilnbach und Hundham nach Fischbachau. In Fischbachau biegt man links nach Birkenstein ab und fährt über die Birkensteinstraße bis zum ausgeschilderten Großparkplatz.

Ausgangspunkt: Großparkplatz in Birkenstein (850 m) bei Fischbachau im Leitzachtal

Route: Vom Parkplatz zurück zur Birkensteinstraße, wo man rechts (zum Berg hin) abbiegt und bei der gleich folgenden Gabelung links der Beschilderung zur Kesselalm in die Straße „Am Waldeck“ folgt. Sie mündet bald in die Forststraße zur Kesselalm. Um unsere Variante zum Breitensteiner Fensterl zu finden, bleibt man am besten auf dieser Forststraße, benutzt also nicht die durchaus möglichen Abkürzungen. Auf ca. 1010 m kommt man an die Abzweigung zur Bucheralm – links befindet sich eine Schranke. Man  geht jedoch rechts weiter und bleibt noch 150 Meter auf dem Weg zur Kesselalm. Dann findet man links einen unbeschilderten Wirtschaftsweg. Ihm folgt man bis in einer Linkskehre ein Weg zu einem Jägerstand abzweigt. Hier ein paar Meter Richtung Jägerstand, dann biegt man nach links oben auf einen unscheinbaren Pfad ab.  Der Steig ist zunächst recht deutlich und quert nach Osten. Achtung, auf 1150 m verlässt man jedoch diesen deutlichen Steig nach links oben (ca. 300 m nach dem Jägerstand) – diese Stelle ist schwer erkennbar, denn der nun folgende Pfad ist nicht mehr so offensichtlich. Steil geht es nun ziemlich direkt empor, dann quert der Pfad nach links unter einem Felswandl hindurch und führt in nördlicher Grundrichtung zum Breitensteiner Fensterl (ca. 1320 m). Wirklich versierte Bergsteiger können hier nicht nur die fantastische Aussicht durchs Felsentor genießen, sondern auch zum kleinen Felsgipfel mit Kreuz hinaufklettern (ca. 20 Hm). Dazu ist am Einstieg eine ungesicherte IIIer-Stelle zu überwinden (ca. 3 m). Dann geht es - teilweise mit Hilfe von Drahtseilen, teilweise auch nur mit Eisenbügeln versichert - entlang des schmalen Grates zum Gipfelkreuz. Die Route vom Fensterl zum Breitenstein-Gipfel führt direkt vor dem Tor, parallel zu den Felsen, nach oben. Hier könnte man links noch einmal einen herrlichen Aussichtspunkt mit Blick hinunter zum kreuzgeschmückten Gipfelchen erhaschen - und Achtung,  hier findet man auch deutliche Steigspuren nach links, die jedoch in die Irre führen. Man zielt an dieser Stelle nämlich nach rechts. Besonders diese Querung ist bezüglich der Wegfindung nicht einfach, denn der Pfad ist undeutlich und man findet auch Varianten, bzw. Verhauer. Ganz alte und blasse Markierungen (blaue, manchmal auch Reste roter Punkte) können bei der Wegfindung helfen. Die Querung verläuft in östlicher Grundrichtung und mündet in freies Gelände, wo der Pfad wieder deutlich wird. Die Route schwenkt nach Nordwesten ein und so erreicht man eine Wiese unterhalb des Breitenstein Westgipfels (Bockstein). Von links kommt hier die Route von der Bucheralm herauf. Zum Hauptgipfel folgt man dem deutlich erkennbaren Steig nach rechts (Nordosten) zum sichtbaren Gipfelkreuz des Breitensteins.

Abstieg: Der Abstieg erfolgt entweder über die Kesselalm oder über die Bucheralm.
1. Zur Kesselalm gelangt man, indem man auf dem breiten Treppensteig zur Hubertushütte absteigt und über den Wanderweg zur Talstation der Materialseilbahn geht. Hier nun auf breitem Wanderweg zur Kesselalm und auf der Forststraße, bzw. diese abkürzend, hinunter zum Ausgangspunkt.
2.  Wer zur Bucheralm will, wandert auf dem Anstiegsweg zurück bis unter den Westgipfel und dann, der Beschilderung folgend, nach Westen über freie Hänge und ein Waldstück zur Bucheralm. Dann weiter auf einem ausgeschilderten Wanderweg zurück zur Anstiegsroute.

Alternative: Die Normalroute auf den Breitenstein, die hier auch als Abstieg beschrieben ist, ist eine sehr beliebte Familienwanderung. Details zu hier unter Breitenstein über Kesselalm.

Charakter / Schwierigkeit: Die Variante über das Breitensteiner Fensterl ist ein wunderschöne, ruhige Tour auf einen sonst oft überlaufenen Standard-Gipfel der Bayerischen Voralpen. Das Felsentor ist wunderschön und bietet einen tollen Blick. Bei der Route über das Breitensteiner Fensterl handelt es sich technisch nur um eine mittelschwere Bergwanderung, die jedoch nicht markiert oder ausgeschildert und bezüglich der Orientierung schwierig ist. Sie erfordert daher den geübten, eigenverantwortlichen Bergwander mit entsprechender Erfahrung in diesem Gelände! Teilweise sind nur Pfadspuren zu finden und die Route führt immer wieder durch steilen Bergwald. Wir möchten darauf hinweisen, dass auch mit Hilfe unserer Routenbeschreibung die Wegfindung nicht einfach ist. Die Zuhilfenahme des GPS-Tracks erleichtert die Sache, zeigt wegen technischer Ungenauigkeiten im Wald (Abweichungen) den Weg jedoch auch nicht immer exakt an, zumal es oft auch abweichende Trittspuren in unmittelbarer Nähe gibt. Wer zusätzlich auf den Gipfel des Breitensteiner Fensterls klettern möchte, begibt sich in eine ganz andere, deutlich schwierigere Kategorie und muss klettertechnisch den III. Grad beherrschen. Dieser ist am Einstieg frei zu bewältigen! Die versicherten Stellen entsprechen ungefähr B-Stellen, es ist aber nicht alles gesichert. Sicherungsmaterial (Kletterseig-Set und evtl. Material zum Abseilen) sind anzuraten. Unsere Einordnung als anspruchsvolle Bergwanderung bezieht sich nicht auf die Kletterei, sondern nur auf den Wanderteil!

Gehzeit: Aufstieg: 2 bis 2,5 Stunden; Abstieg: 1,5 bis 2 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 800 Höhenmeter; Distanz: 4 km beim Aufstieg übers Fensterl und 4 km beim Abstieg über die Kesselalm.

Beste Jahreszeit: Ende Mai bis zum Wintereinbruch; nicht nach herbstlichen Schneefällen begehen!

Stützpunkt: Auf der Anstiegsroute keine Einkehrmöglichkeit. Auf der Abstiegsvariante (1) findet man folgende Einkehrmöglichkeiten:
1. Hubertushütte (privat / 1585m), geöffnet von 1. Mai bis Allerheiligen, keine
Übernachtung, es gibt Brotzeiten und Getränke. Ruhetag: Montag und Dienstag.
2. Kesselalm (privat / 1225m), Tel.: 0049 / (0)8028 / 2602, ganzjährig bewirtschaftet, jedoch in der Wintersaison, sowie im November und März nur am Wochenende geöffnet; Montag Ruhetag. Übernachtung auf Anfrage möglich. Infos auch Kesselalm.de

Hinweis: Da die Route weder ausgeschildert noch markiert ist, geschieht eine Begehung auf eigene Gefahr!

Ausrüstung: Wanderausrüstung mit Wanderstöcken genügt, solange man am Felsentor vorbeiwandert. Wer auf das Gipferl klettern möchte, sollte zumindest ein Klettersteig-Set und evtl. auch Material zum Abseilen mitführen.

Tipp: Am Breitensteiner Fensterl ist ein Geocache versteckt, ebenso in der Nähe des Hauptgipfels. Infos dazu unter www.geocaching.com

Wissenswertes: Der Wallfahrtsort Birkenstein geht auf eine Legende aus dem 17. Jahrhundert zurück. Dem Fischbachauer Pfarrvikar Stiglmair erschien damals die Mutter Gottes im Traum mit den Worten:  „Wer mich an diesem Ort verehrt, dem werde ich meine Hilfe schenken.“ 1673 ließ der Vikar deshalb eine erste Holzkapelle bauen, die Kapelle wurde dann 1710 erreichtet. Seither wird dort von vielen Wallfahrern eine aus der Pfarrkirche Fischbachau stammende spätmittelalterliche Marienstatue als Gnadenbild verehrt.

Karte: UK 50-53, Mangfallgebirge, vom Bayerischen Landesvermessungsamt, 1:50.000. Oder AV-Karte Mangfallgebirge Ost, 1:25.000. Alle Wanderkarten mit Bestellmöglichkeit.

Autor: Bernhard Ziegler; Bilder: Ziegler / Becker

Wetter

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Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour und die Anfahrt nachvollziehen. Soweit ein GPS-Track hinterlegt ist, dient die Karte auch als Routenskizze.

GPS Daten zum Download

Hier können Sie sich die Route als GPS-Track im GPX-Austausch-Format (GPX-Exchange) herunterladen. Die Nutzung der Daten ist nur für den privaten Gebrauch und auf eigene Gefahr erlaubt. Eine Weitergabe oder die Veröffentlichung der Daten ist nicht gestattet.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

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