Alpinmagazin

Tipps für die Wandertour im Herbst

Die dunkleren Jahreszeiten hat der Herbst längst eingeläutet. Auch die Natur zeigt das mit ihrem neuen bunten Gewand. Es ist vielleicht sogar die schönste Jahreszeit für eine kleine Bergwanderung, denn jetzt kann man einen traumhaften Farbencocktail und eine tolle Fernsicht genießen. Doch worauf ist bei der Tour in die Berge oder auf den Waldpfaden zu achten?

Den Herbst zum Wandern nutzen

Beim Herbstwandern die letzten Sonnenstrahlen einfangen.zoom

Die Alpen und Mittelgebirge laden sind ideal für eine Herbsttour. Denn bis in den November hinein gibt es oft schöne und manchmal auch milde Tage, an denen man die letzten Sonnenstrahlen besonders genießen kann. Viele Wanderwege sind dann vor allem in den niedrigen und mittleren Höhenlagen noch leicht begehbar, während in den höheren Lagen schon der erste Schnee erkennbar ist. Die Wanderwege in den Tallagen schlummern dagegen oft unter einer dicken Nebeldecke, so dass man von der herrlichen Sonne am Berg gar nichts mitbekommt. Also rauf auf den Berg!

Wanderungen entsprechend der Tageslänge planen

Besonders in höheren Lagen kann bereits im Spätsommer Schnee liegen. Häufig fällt der erste Schnee zwischen Ende Oktober und Anfang November. zoom

Egal, ob es nun durch das angrenzende Waldgebiet oder auf den nächsten Gipfel geht, die Touren im Herbst sollten generell eher kürzer geplant werden. Damit die Umgebung der Wandertour auch genossen werden kann, ist die Länge der Route am besten an das Tageslicht anzupassen. Vor allem, wenn es auf die Berge geht, sind bei der Zeitplanung für den Auf- und Abstieg Zeitpuffer mit einzurechnen, um ja nicht in die Dunkelheit zu geraten. Dann kann die Wanderung in Ruhe verlaufen und zusätzlich eine entspannte Rast auf dem Gipfel durchgeführt werden. In einigen Regionen kann es bereits gegen 17 Uhr stockduster werden. Informieren Sie sich also vor der Tour nach der Sonnenuntergangszeit legen Sie eine Umkehrzeit fest, um spätestens vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Tal zu sein. Zudem sollte die Tour nicht zu hoch geplant werden, denn dort gibt es oft schon Schnee oder Eis, was das Wandern erschwert.

Tourenplanung und Durchführung

Wer sich unsicher über die Schneelage ist, kann diese vorab über Online-Webcams erkunden. Besonders auf den Webseiten von Skigebieten oder Bergbahnen sind häufig Webcam-Übertragungen eingerichtet. Generell gilt, je höher ein Wandergebiet liegt, desto eher ist dort mit Schnee zu rechnen. In höheren Lagen, wie auf der Zuspitze, fällt oft bereits im Spätsommer Schnee, während es in Gebieten, wie Bayerischer Wald, Erzgebirge, Schwarzwald oder Harz häufig erst gegen Ende Oktober bis Anfang November weiß wird. Der erste Schnee ist auf dem Fichtelberg in Sachsen schon Anfang Oktober gefallen. Wanderer können im Herbst jedoch auch in niedrigeren Lagen neben kühleren Temperaturen, rutschige Stellen erwarten. Deshalb sind Wanderstöcke gerade im Herbst kein Luxus. Zu einer ordentlichen Tourenplanung gehört außerdem ein Blick in den Bergwetterbericht. Um nicht vom Weg abzukommen, braucht man auch eine Wanderkarte. Neben der aus Papier, gibt es mittlerweile Apps mit deutschland- und weltweiten Routen oder digitale Wanderkarten für eine Planung mit Computer. Diese können dann ganz einfach über das Smartphone eingesehen werden – und zwar auch offline. Damit die digitale Karte auf dem Smartphone nicht den Geist aufgibt, kann eine Powerbank mitgenommen werden, die den Akku auf längeren Touren fit hält.

Passende Bodenhaftung und Kälteschutz

Im Herbst sind die Tage jedoch nicht nur kürzer, sondern auch kühler. Also dicke Kleidung einpacken und am besten das sogenannte Zwiebelsystem mit verschiedenen Kleidungsschichten anwenden, um flexibel zu sein. Je höher die Wanderung geht, desto kühler bzw. frostiger kann es werden. Generell sollte für die Herbstwanderung, auf der die Temperaturen gerne einmal schnell von warm über kühl bis hin zu frostig wechseln, eine wärmende und funktionale Ausrüstung im Rucksack dabei sein. So eignen sich unter anderem leichte Fleece- oder Softshelljacken, die oft noch unter eine dickere Daunenjacke passen sowie Handschuhe, Mütze und wasserdichte Überbekleidung. Gute, rutschfeste Wanderstiefel verstehen sich von selbst. Denn durch die kühlere Umgebungstemperatur trocknen die Wanderwege nach einem typischen Herbstregen nicht so schnell wie zum Beispiel im Frühjahr. Neben dem Grip der Sohle ist dabei vor allem die Passform wichtig, damit die unterstützenden Funktionen des Schuhs effizient genutzt werden können. So sind vor dem Kauf des passenden Schuhwerks die eigene Fußlänge und Fußweite exakt zu messen und zu bestimmen, damit der Schuh Halt auf den oftmals rutschigen Flächen gibt und weder Druckstellen noch Blasen auf und nach der Tour entstehen können. Neben dem passenden Schnitt, ist die Schnürung entscheidend. Denn mit einer exakt einstellbaren Schnürung findet auch ein schmaler Fuß oft noch in einem eher breiten Schuh zusätzlichen Halt. Mit der wetter- und rutschfesten Ausrüstung sind Wanderer auf der Tour für den wechselhaften Herbst gewappnet.

Sicherheit in der Dunkelheit

Da es im Herbst schneller dunkel wird, sollte immer eine Stirnlampe eingepackt werden, die für ausreichend Sicht sorgt.zoom

Stirnlampe einpacken! Trotz guter Tourenplanung  kann Unvorhergesehenes passieren und nur zu schnell steht man im Dunkeln. Dann wird der Rückweg zum Auto oder zur Unterkunft schwierig, manchmal auch gefährlich. Daher gehört gerade um diese Jahreszeit eine Stirnlampe immer in den Rucksack. Die Lampen sind heute mit LED Lampen ausgestattet. Wobei die Stirnlampen meist ein LED-Licht für Normal- und Fernsicht mit bis zu vier weiteren LED-Lichtern für nötiges Streulicht bei der Nahsicht kombinieren. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Lampe noch mit dickeren Handschuhen leicht bedienbar ist. Die Lampen gibt es in unterschiedlichen Preiskategorien. Sie gibt es von zehn Euro bis hin zu mehreren Hundert Euro. Ein Test verschiedener Lampen zeigt, wo die Unterschiede liegen können. Wobei sich einige für Wanderer und andere zum Beispiel besonders für Jogger eignen. Für Trittsicherheit in der Dunkelheit sorgen außerdem die bereits erwähnten Wanderstöcke – so kann gerade auf unebenem Gelände auch bei schlechter Sicht das Gleichgewicht meist besser gehalten werden.

Fahrpläne und Routen überprüfen

Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmittel, bzw. wenn Bus, Bahn oder Schiff in die Tour integriert sind, sollte man unbedingt vorher die Fahrpläne checken. Diese ändern sich oft im Herbst; manchmal fallen Fahrten auch komplett aus.


Bilder:
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Aktuelles aus dem Bergjournal

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    Wenn im Mai die Almwiesen vom blauen Glockenenzian überzogen sind, ist dies das untrügliche Zeichen, dass auch in den Bergen der Frühling eingezogen ist.

Bild des Monats

062017
Sommer al lago

Benutzer: Schneefee

Beschreibung: Wieder einmal Gardasee - und wieder einmal wunderschön! Für eine lange Tour ist es zu heiß, aber der Colodri ist eine kurze Spritztour und danach hüpft man am besten in den See, um sich abzufrischen.
Frühlingsradln bei Tremosine

Benutzer: Linus_Z

Beschreibung: Die Gardasee-Region ist ideal für die Übergangszeit. Im Süden kann man schon etwas früher im Jahr mit der Wander-, Kletter- und Radlsaison starten.
Schneerosenblüte am Gamskogel

Benutzer: Bergfreund

Beschreibung: Die Natur ist halt doch der schönste Garten. Bei der Bergtour zum Gamskogel blühten die Schneerosen um die Wette. Gut, dass die Blumen hier weitestgehend ungestört wachsen können und der Naturfreund sich jedes Frühjahr wieder daran erfreuen kann.
Zum Touren-Bild des Monats...
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