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Schwarzenstein (3369 m) 

„Was ist das für einer, der mit dem breiten Schneerücken?“ -  Nicht selten fällt dieser Satz, wenn man mit Gleichgesinnten auf einem Berg in den Bayerischen Alpen steht und den Gipfeln am Alpenhauptkamm die entsprechenden Namen zuordnen will.  Nun – in unserem Beispiel dürfte es sich dann um den Schwarzenstein in den Zillertaler Alpen handeln. Seine Besteigung eignet sich auch für Hochtouren-Einsteiger.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Hochtour | Tirol | Zillertaler Alpen | Mayrhofen

Tourensteckbrief Schwarzenstein

Anfahrt: Über Kufstein durch das Inntal bis zur Ausfahrt Zillertal. Dann hinein ins Zillertal Richtung Mayrhofen und von dort weiter Richtung Schlegeis. Diese Straße fährt man nicht bis zu ihrem Ende, sondern hält einige Kilometer vorher am großen Parkplatz vor dem Gasthaus Breitlahner.

Ausgangspunkt: Gasthaus Breitlahner (1256 m) im Zemmtal (zwischen Ginzling und Schlegeisspeicher); bei Mayrhofen im Zillertal.

Route: Hüttenanstieg: Bis zur Berliner Hütte ist es schon ein bisschen ein „Hatscher“ – aber ein schöner! Denn der Schotterweg führt durch den malerischen Zemmgrund mit seinen großen Monolithen und an einem netten Wasserfall vorbei. Durstige Kehlen finden außerdem schon auf dem Weg zur Berliner Hütte mehrere Einkehrmöglichkeiten. Erst nach dem Wirtshaus Alpenrose verengt sich der Weg und man marschiert die letzte halbe Stunde auf einem Wanderpfad zur stattlichen Berliner Hütte.
Gipfelanstieg: Am nächsten Tag folgt man von der Berliner Hütte aus dem Steig nordöstlich der Hütte. Die erste halbe Stunde ist dieser Weg identisch mit dem Abstecher zum idyllisch gelegenen Schwarzsee, den man eventuell am Vortag noch gemacht hat (siehe „Tipp“). Doch noch deutlich vor dem See folgt man (ca. 2270 m) dem Wegweiser „Schwarzenstein“ und zweigt rechts ab. Nach eineinhalb Stunden teils über Blockgestein - zwischendurch hilft einem auch eine Leiter bei der Überwindung einer Felsstufe – erreicht man auf knapp 2.900 m den Anseilpunkt. Man könnte sich zwar nördlich davon auch weiter über Fels nach oben mühen, aber warum sollte man  das tun, wo das Gehen auf einem weitgehend ungefährlichen Gletscher doch angenehmer und Kraft sparender ist!
Auf dem mäßig steilen Gletscher geht es nun nach Osten geradewegs in Falllinie hinauf zum Schwarzensteinsattel (3143 m). Nun auf dem breiten Schnee- und Eisrücken Richtung Süden dem Gipfelaufbau des Schwarzenstein entgegen. Zwei kurze, einfache Steilstufen, dann endet der Gletscher. Die letzten 10 Minuten geht man etwas mühsam über Blockgestein nach Südosten zum Gipfelkreuz.

Abstieg: Wie Aufstieg.

Alternative: Den Schwarzenstein kann man auch von Süden her, aus dem Südtiroler Ahrntal besteigen. Die Südroute finden Sie hier.

Bike: Keine schlechte Idee, vom Ausgangspunkt mit dem Rad bis zur Grawandalm zu fahren.

Charakter / Schwierigkeit: Diese einfache Hochtour führt ins Herz der Zillertaler Alpen und ist landschaftlich ausgesprochen schön. Bis zur Berliner Hütte geht man zum größten Teil auf einem Schotterweg, nur die letzte halbe Stunde wird daraus ein Wanderpfad. Von der Hütte aus unschwierig über harmloses Blockgestein. Zwischendurch hilft einem eine Leiter über eine Felsstufe hinweg. Die Gletschertour ist wegen der geringen Steilheit und der nicht allzu großen Spaltengefahr (sofern man sich an die empfohlene Aufstiegsroute hält) als leicht einzustufen und daher auch für konditionsstarke Einsteiger empfehlenswert. Die letzten 10 Minuten vor Erreichen des Gipfelkreuzes muss man über Blockgestein steigen – ebenfalls nicht schwierig, aber etwas mühsam. Konditionell ist die Tour nicht zu unterschätzen, da lange Distanzen zu bewältigen sind.

Gehzeit: Aufstieg: knapp drei Stunden bis zur Berliner Hütte und von dort knapp 5 Stunden bis zum Schwarzenstein. Abstieg: Vom Gipfel bis zum Parkplatz 5 bis 6 Stunden.

Tourdaten: Höhendifferenz: 2100 Höhenmeter (800 Hm bis zur Hütte, 1300 Hm bis zum Gipfel); Distanz: insg. 16 km Aufstieg, (8 km bis zur Hütte und 8 km bis zum Gipfel).

Beste Jahreszeit: Juli bis September

Stützpunkt: 1. Berliner Hütte (2044 m), Alpenvereinshütte der Sektion Berlin, 170 Schlafplätze, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September, Tel: 0043/5286/5223.
2. Wirtshaus Alpenrose (1875 m), 90 Schlafplätze, geöffnet bis Ende September, Tel: 0043/5286/52222; Grawandhütte (1636 m), 35 Schlafplätze, geöffnet Anfang Mai bis Anfang Oktober, Tel: 0043/5286/5213.

Ausrüstung: Hochtourenausrüstung, also Steigeisen, Pickel, Seil

Tipp: In der Regel wird man am Tag vor der Gipfelbesteigung auf der Berliner Hütte ankommen. Wenn noch Zeit bleibt, lohnt es sich, einen Abstecher zum Schwarzsee zu machen. Die gut 400 Höhenmeter schafft man in gut einer Stunde. Vom See aus hat man einen schönen Blick, nicht nur auf das Schwarzenstein-Massiv, sondern auch auf die imposante Bergkette weiter westlich mit Berliner Spitze, Turnerkamp und Großem Möseler. Schönes Fotomotiv mit See im Vordergrund!

Wissenswertes: Blickt man vom Gipfel des Schwarzenstein Richtung Südosten, dann erkennt man auf der anderen Seite des Tales die Durreckgruppe – und etwas rechts vom Durreck lugt der Große Moosstock hervor. Kein Berg, den man unbedingt kennen muss. Interessant aber: Es war der erste Berg, den Ausnahmebergsteiger Hans Kammerlander als Kind bestiegen hat, und der ihm auch später jahrelang als Trainingsberg diente.

Info: Die Berliner Hütte ist die einzige Schutzhütte Europas, die unter Denkmalschutz steht. Sie wurde bereits 1879 erbaut. Wenn man im großen Speise- und Aufenthaltsraum steht mit seinen alten Holzvertäfelungen, dann kann man wirklich das Gefühl bekommen, eine kleine Zeitreise unternommen zu haben.

Karte: Alpenvereinskarte 35/2 (Zillertaler Alpen Mitte), 1:25.000; Kompass-Karte 37 (Zillertaler Alpen, Tuxer Alpen), 1:50.000.

Autor: Manfred Wöll

Wetter

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Galerie

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