31. Juli 2014
 

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Österreichischer Schinder (1809 m)

Die Überschreitung des Schinders ist eine kurz, aber dennoch großartige Bergtour. Beim Aufstieg durchs Kar sollte man unbedingt trittsicher sein und schon ein wenig Felskontakt lieben. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird keine Probleme, jedoch viel Spaß haben an dieser Schinderei in wunderschöner Berglandschaft.
 
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
 
Bergtour | Bayern | Bayerische Voralpen | Tegernsee

Tourensteckbrief Schinder, Österreichischer

Anfahrt: A8 München/Salzburg bis Holzkirchen. Zum Tegernsee und nach Rottach Egern. Nun links ab nach Enterrottach (Schild „Bergbahn Sutten“). Über die Mautstraße zur Monialm und auf gleicher Straße weiter Richtung Forsthaus Valepp. Etwa einen Kilometer davor (also ca. 8,5 km nach der Mautstelle) findet man einen kleinen Parkplatz gegenüber einer Bushaltestelle. (Hinweisschild: Schinder.)
Ausgangspunkt: Besagter Parkplatz (920m) etwa einen Kilometer vor dem Forsthaus Valepp. Achtung– nicht verwechseln mit dem Ausgangspunkt unmittelbar am Zusammenfluß von Roter und Weißer Valepp (ebenfalls Schild Schinder).
Route: Man nimmt den Almweg direkt über dem Parkplatz zur Schlagalm. Etwa 50 Meter dahinter folgt man dem Weg durch eine Kurve nach links und gleich wieder nach rechts. Schon bald wandert man durch den Wald in den Karboden. Zuerst noch links im Boden, dann aber zieht sich der Steig mehr durch die Mitte. Durch ein ganz kleines schluchtähnliches Tälchen geht es nun schon steiler bergan, dann steigt man rechts hinauf auf die Rippe. Immer weiter auf dem mit roten Punkten markierten Steig durch Latschen und über Schutt direkt auf das aufschießende Kar zu. Nun, im Kar, sollte man sich nicht von den „Abfahrtsspuren“ im Schutt leiten lassen, sondern weiter auf dem Steig bleiben, der über den grünen Streifen hinaufzieht. (Hier geht es sich wesentlich besser als im Schutt!) Oben angekommen, quert man das nun sehr steile Kar über schuttbedeckte Felsen und Pfade hinüber zum Durchschlupf, dem sogenannten Schindertor. Eine große Stufe in diesem kleinen Felstunnel überwindet man über Eisenstifte und mit Seilen. Über bröselige Felsen steigt man danach den roten Punkten und dem Drahtseil hinterher bis in die Scharte. Jetzt quert man nach links durch die Südseite und dann (roter Pfeil) durch eine Fels- und Latschenrinne mit Drahtseilsicherung hinauf zum Gratrücken. Über ihn nach rechts zum Gipfel.
Abstieg: Um einen Rundtour zu machen, überschreitet man den Gipfel in östlicher Richtung, doch schon bald geht es steil, rechts hinunter, durch Latschen hindurch. So erreicht man einen Rücken über der Trausnitzalm, über den sich der Steig in einem großen Linksbogen zu ihr hinunterwindet. Beim der Trausnitzalm folgt man dem Schild „Valepp“ in den Wald hinein. Immer durch den Wald hinunter bis man auf eine Forststraße trifft, die man geradeaus überquert. Gleich darunter trifft man wieder auf die Straße. Auf ihr etwa 10 Meter nach rechts, doch dann geht es gleich wieder links auf einem Pfad in den lichten Wald hinein. (Dieser Abzweiger ist etwas versteckt, nicht verpassen!) Über einen alten Bergsteig steigt man, mehrere Bachläufe überquerend, hinunter bis zur Valepp. Auf der asphaltierten Mautstraße nach links in ca. 5 bis 10 Minuten zurück zum Ausgangspunkt.
Charakter / Schwierigkeit: Kurze und interessanten Route, die unbedingt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert und sich über kurze Stellen im Ier-Fels-Gelände bewegt. Der bröselige, schuttbedeckte Felssteig im obersten Kar ist etwas unangenehm und mühsam zu gehen. Für geübte Bergsteiger stellt die Tour jedoch keinerlei Schwierigkeiten dar. Insgesamt eher einfache Bergtour; im Vergleich zu anderen Bayerischen Voralpen-Zielen (meist Wandergipfel) jedoch relativ anspruchsvolle Tour!
Gehzeit: Aufstieg: 2 bis 2,5 Stunden; Abstieg: 2 Stunden
Tourdaten: 900 Höhenmeter
Beste Jahreszeit: Ende Juni bis zum ersten Schneefall. Wegen der nordseitigen Lage des Kars sollte man die Tour (wegen Schneeresten) lieber erst im Sommer unternehmen.
Stützpunkt: Die Trausnitzalm (1460m) ist nur manchmal (meist an schönen Wochenenden) bewirtschaftet. Hier gibt es Milch, Kaffee, Erfrischungsgetränke und meist eine Süßspeise (Kuchen, oder Ausgezogene) zu günstigen Preisen. Eine Übernachtung ist hier nicht möglich.
Hinweis: Natürlich kann man die Runde auch anders herum machen. Wir empfehlen sie aber - im Gegensatz zu einigen anderen Führern - ganz bewusst in dieser Richtung. Grund: das rutschige Kar und die leichten Kletterstellen sind im Anstieg angenehmer zu begehen. Außerdem blickt man beim Anstieg in das imposante Kar.
Ausrüstung: Klettertüchtige Kinder sollte man auf dieser Tour sichern!
Wissenswertes: Der Österreichische Schinder wird auch Trausnitzberg genannt.
Karte: Kompass Blatt 8, Tegernsee, 1:50.000. Oder Tegernsee / Schliersee und Umgebung des Bayerischen Landesvermessungsamtes, 1:25 000.
Autor: Bernhard Ziegler

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