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Rostizkogel (3394 m) 

Der formschöne Gipfel im Kaunergrat lässt sich bei entsprechender Kondition oder unter Zuhilfenahme der Rifflsee-Seilbahn auch als Tagestour besteigen, allerdings müssen dann wegen der großteils ostseitigen Abfahrt umso stabilere Schneeverhältnisse herrschen. Sicherer und bequemer ist eine Übernachtung auf der günstig - wenn auch im Skigebiet - gelegenen Rifflseehütte.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Skihochtour | Tirol | Ötztaler Alpen | Pitztal

Tourensteckbrief Rostizkogel

Anfahrt: Aus dem Inntal ins Pitztal und dieses fast bis zum Talschluss zum kleinen Ort Mandarfen (1680m).

Ausgangspunkt: Parkplatz an der Rifflsee-Bergbahn in Mandarfen (1680m). (Wer zu Fuß zur Rifflseehütte bzw. zum Gipfel aufsteigt, kann alternativ auch bei der Talstation der Pitztaler Gletscherbahn („Pitzexpress“) parken.

Route: Vom Parkplatz über den Bach und auf einem Ziehweg (Piste Nr. 1 = Talabfahrt aus dem Skigebiet) Richtung Süden. Man folgt der blauen Piste an der Taschachalm vorbei ein Stück ins Taschachtal. Zur Taschachalm gelangt man auch, wenn man an der Talstation des Pitzexpress geparkt hat und von dort über die Brücke wenige Meter die Skipiste aufsteigt. Von der Taschachalm weiter entlang der Skipiste, nun steiler hinauf und an der Talstation des Grubenkopfliftes vorbei zum Südostufer des Rifflsees (2234m; rund 1,5 Std.). Beim Anstieg zu den Betriebszeiten der Bergbahnen ist auf entgegenkommende Skifahrer zu achten. Die Rifflseehütte (2293m) liegt vom See aus gesehen südöstlich unterhalb vom Muttenkopf und ist in wenigen Minuten zu erreichen.
Mit Bahn: Zum Rifflsee gelangt man auch mit der Gondel vom Tal aus (Betrieb von Mitte Dezember bis Mitte April; erste Bahn um 9.00h; www.pitztaler-gletscher.at). Von der Bergstation der Gondel in kurzer Abfahrt an der Talstation des Grubenkopfliftes vorbei zum Ufer. Alternativ entlang der Langlaufloipe zum nördlichen Ufer.

Nun südlich oder nördlich des Sees (bei tragfähigem Eis auch über diesen) nach Westen zum Eingang des kleinen Tales. In dieses hinein und links haltend über eine steilere Stufe hinauf. Hinter dem von rechts herabziehenden markanten Felsriegel („Riffl“) wendet man sich bei etwa 2400m nach rechts (Westen) und steigt steil durch eine breite Rinne und anschließende Mulden bis auf ein flacheres und welliges Plateau (ca. 2800m) zwischen „Köpfle“ und „Schneidigem Wandl“. Von hier anschließend nach Norden auf den Seekogel zu und östlich der Gletscherbrüche auf einer steilen Rampe bis kurz unter den Wandfuß. Nun wendet man sich nach links (Westen) und steigt in möglichst respektvollem Abstand zu den steilen Flanken des Seekogels (Achtung Lawinen- und ggfs. Steinschlaggefahr!) zum Nördlichen Löcherferner hinauf. Über den Gletscher (einige Spalten!) flach zum Nordrücken des Rostizkogels. Nun wieder steil – je nach Verhältnissen eher von Norden oder etwas in die Nordostflanke ausweichend – hinauf bis zum flachen Vorgipfel. Von diesem in wenigen Metern, jedoch etwas ausgesetzt und daher manchmal besser zu Fuß, zum höchsten Punkt.

Abfahrt: Wie Aufstieg. Ab dem Rifflsee ins Skigebiet und über die Talabfahrt Nr.1 (blau) zum Ausgangspunkt.

Charakter / Schwierigkeit: Diese Skihochtour mit Gletscherpassagen ist bei normalen Verhältnissen als maximal mittelschwer einzustufen. Wobei die Schwierigkeit allein in der Steilheit (gut 35°) einiger Passagen liegt; keine klettertechnischen Schwierigkeiten. Recht steil sind insbesondere die Anstiege beim Verlassen des Talgrundes, auf der Rampe unterhalb des Seekogels sowie am Gipfelaufbau (evtl. Harscheisen ratsam). Bei schlechter Sicht kann auch die Orientierung Probleme bereiten, insb. im Bereich des Nördl. Löcherferners. Zu beachten ist generell die Lawinen- und Steinschlaggefahr unterhalb des Seekogels. Wegen der starken Sonnenexposition auch anderer Hänge ist ein früher Aufbruch in jedem Fall ratsam. Die erste Gondel (9 Uhr) ist evtl. schon zu spät. Bei entsprechendem Wetter, Schnee und Können ist der Rostizkogel aber eine sehr abwechslungsreiche und landschaftlich schöne Skihochtour, bei der der kurze Kontakt zum Skigebiet eigentlich niemanden stören sollte.

Lawinengefahr: Insgesamt mittel bis hoch: Vor allem unterhalb des Seekogels, aber auch in der Steilstufe zwischen ca. 2500m und 2800m sowie evtl. im Bereich des Gipfelaufbaus. Vor allem später im Jahr tageszeitliche Erwärmung beachten.

Exposition: Überwiegend Ost bis Südost

Aufstiegszeit: Vom Parkplatz Mandarfen zum Rifflsee gut 1,5 Std., zur Hütte etwa 10 Min länger. Zum Rifflsee evtl. auch Auffahrt mit der Bahn mit anschließender kurzer Abfahrt.
Gipfelanstieg: Vom Ostufer des Rifflsees zum Rostizkogel ca. 3,5 Stunden.

Tourdaten: Parkplatz – Rifflsee 600 Höhenmeter; zur Hütte 50 Hm mehr.
Gipfelanstieg: Rifflsee – Rostizkogel 1150 Höhenmeter.

Beste Jahreszeit: Frühjahr (März bis Mai)

Stützpunkt: Rifflseehütte (DAV-Frankfurt). Bewirtschaftet Mitte Dez. bis Mitte April; 12 Betten, 45 Lager; Telefon Hütte +43 / 664 / 3950062; Telefon Tal +43 / 5252 / 6474.

Karte: AV-Blatt Nr. 30/3Ötztaler Alpen – Kaunergrat; Skirouten 1:25000

Autor: Dr. Johannes Landes

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