Touren

Nagelfluhkette Überschreitung - Hochgrat (1834 m)

Sechs bis sieben Stunden reine Gehzeit - die Überschreitung der Nagelfluhkette darf man als eine wirklich ausgedehnte Bergtour bezeichnen. Vor allem aber ist sie eine der schönsten Kamm- und Gratwanderungen des gesamten Deutschen Alpenrands. Bei guter Fernsicht reicht das Panorama vom blauen Bodensee und vom vergletscherten Tödi im Westen bis zur Zugspitze im Osten.
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Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Bayern | Allgäuer Alpen | Oberstaufen

Tourensteckbrief Nagelfluhkette Überschreitung - Hochgrat

Anfahrt: Mit dem Auto über Kempten und die B12 nach Immenstadt und weiter am Alpsee vorbei nach Oberstaufen. Hier am besten am Bahnhof parken. Mit Bus 9795 zur Talstation der Hochgratbahn. Rückkehr nach der Tour: vom Bahnhof Immenstadt (zu Fuß 10 Minuten von der Seilbahntalstation) nach Oberstaufen mit dem Zug.
Öffentliche Verkehrsmitteln: Mit dem Zug über Immenstadt nach Oberstaufen und mit Bus 9795 zur Talstation der Hochgratbahn.

Ausgangspunkt: Oberstaufen, Bergstation der Hochgratbahn (1705 m)
Endpunkt: Immenstadt, Bergstation der Mittagbahn (1410 m)

Route: Von der Bergstation folgt man sogleich dem steil nach Norden abfallenden Grat nach Osten, wobei Drahtseile die Absturzgefahr sehr reduzieren. Über erstes Nagelfluhgestein geht es angenehm und bereits extrem aussichtsreich bergan zum Gipfel des Hochgrat (1834 m), der zugleich den höchsten Punkt der gesamten Tour darstellt. (Markierungen ab hier blau und nicht mehr rot.)
Über einen weiterhin guten Bergweg geht es leicht, dann ein kurzes Stück steiler in den weiten Sattel, in die Brunnenauscharte (1626 m) hinab. Hier besteht bei Wetterverschlechterung eine erste Abbruchmöglichkeit. Auf der anderen Seite steigt man zunächst etwas steiler, dann recht flach über einen breiten Wiesenkamm bergan. Dieser führt weiter zu einem kleinen Sattel und zur Weggabelung vor dem Rindalphorn. Hier sollte man den kurzen Abstecher nach links (kurz leichtes Felsgelände) zu dem 1821 m hohen Gipfel nicht versäumen, da er sich gut für eine erste Pause anbietet.
Zurück an der Weggabelung folgt man dem Wegweiser in Richtung »Mittagbahn«. Es folgt ein etwas unangenehmer, da steilerer Abstieg, zur Gündlesscharte, die man zuletzt über lichtes Waldgelände erreicht. Nun folgt der einzige wirklich steile Anstieg der Tour, der über erodierte Wegspuren auf den Gündleskopf (1748 m) führt. Dahinter geht es kurz leicht ausgesetzt am Nagelfluhgrat entlang (Drahtseile), bevor man den Wiesenrücken des als Gipfel wenig ausgeprägten Buralpkopfes erreicht. Hinter diesem steigt man ein längeres Stück zumeist sehr schön am leicht abfallenden Kamm entlang hinab. An einem Bergsattel (Wegweiser: »Sedererstuiben, Mittagbahn«) hat man etwa die Hälfte der Strecke erreicht.
Abermals führen ins Wiesengelände eingegrabene Wegspuren nach Osten bergan. Der Weg wird wieder besser, umgeht flach den kleinen Gipfel Sedererstuiben an dessen Nordseite, dann führt er leicht ansteigend zum Gipfel des Stuiben (1749 m) hinauf. Man folgt weiter der Beschilderung »Mittag« und dem Kamm nach Osten und kommt zur Schlüsselstelle der Tour. Direkt rechts unterhalb eines Felsgrates wird hier mit Hilfe von Drahtseilen abgestiegen. Jetzt kommt ein besonders reizvolles Teilstück des Kammes, auf dem sich Konglomeratfelsen und Bergfichten immer wieder abwechseln. Der Weg teilt sich bisweilen auf. Der Hauptweg ist blau markiert und führt nördlich leicht unterhalb des Kammes nach Osten. Man erreicht eine Wegkreuzung, folgt der Beschriftung »Mittag« nach halblinks und stößt bald auf einen breiteren Weg, dem man nach rechts angenehm ansteigend folgt. Noch einmal geht es sehr schön am hier nun meist recht breiten Grat entlang, bis man eine weitere mit Drahtseilen gesicherte Felspassage erreicht. Nun ist es nicht mehr weit zum letzten Gipfel der Tour, dem 1660 m hohen Steineberg. Dessen Name erschließt sich erst, wenn man von dort die steile Eisenleiter abgestiegen ist. Die Leiter wurde direkt in dem nach Norden steil abfallenden Nagelfluhgestein des Steineberg verankert. Es gibt auch eine leichtere Variante für die man vom Gipfelkreuz ein Stück zurück gehen muss (gut beschildert). Am Fuß der Leiter, wo auch die leichtere Variante hinzustößt, folgt man dem mit Holzstufen angelegten Weg weiter bergab und gelangt nun in Waldgelände. In einem letzten ganz leichten Anstieg erreicht man schließlich das Gipfelkreuz des Bärenkopf - das eigentlich gar kein Gipfelkreuz ist, da sich der höchste Punkt rechts davon auf einer Waldkuppe befindet – und folgt von hier einem Fahrweg, der direkt zur Bergstation der Mittagbahn führt, wo man sich eine Erfrischung mehr als verdient hat und nach der langen Tour bequem mit der Seilbahn nach Immenstadt hinunter schweben kann.

Charakter / Schwierigkeit: Großartig aussichtsreiche und lange Kammwanderung. Für leicht ausgesetzte, aber drahtseilgesicherte Stellen sollte man trittsicher und schwindelfrei sein. Vor allem aber braucht man eine gute Kondition.  Aufgrund der Länge und der Exponiertheit sollte man die Überschreitung nur bei stabilem Hochdruckwetter durchführen.

Gehzeit: insgesamt 6 - 7 Stunden

Tourdaten: Höhendifferenz: 800 Höhenmeter aufwärts, 1100 Höhenmeter abwärts; Distanz: 14,5 km

Beste Jahreszeit: Anfang Juni bis Ende Oktober. Unbedingt auf Gewittergefahr achten!

Stützpunkt: Berggasthäuser am Ausgangs- und Endpunkt. Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit!

Bergbahn: Beide Bergbahnen fahren täglich bis 17 h. Es gibt für 14 Euro ein Verbundticket: Auffahrt Hochgratbahn – Abfahrt Mittagbahn. Internet: www.hochgrat.de

Karte: UK L8 „Allgäuer Alpen“ 1.50000, Bay. Landesvermessungsamt.

Autor: Michael Pröttel

Wetter

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Galerie

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