Touren

Langkofel (3181 m)

Der Saslonch, wie der Langkofel auf Ladinisch genannt wird, ist ein Wahrzeichen Grödens und ein wirklich imposanter Dolomiten-Berg. Der Normalweg über das Fassaner Band ist eine anspruchsvolle Bergtour mit genussvoller Kletterei (bis 3+), eine klassisch anmutende Route. Leider ist die Orientierung ohne Ortskenntnis alles andere als einfach und so ist die Tour – obwohl ein Prestigeobjekt - auch nicht überlaufen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Trentino-Alto Adige | Dolomiten | Grödnertal

Tourensteckbrief Langkofel

Anfahrt: Über die A22 Brennerautobahn (oder die Landstraße) bis Klausen. Hier (ausgeschildert) ins Grödnertal und über St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein zum Sella Joch. Man parkt bereits etwas unterhalb der Passhöhe direkt beim Sellajochhaus, bzw. neben der Seilbahn.

Ausgangspunkt: Sellajochhaus (2183 m) am Sella Joch (Passo di Sella)

Route: Links hinterm Sellajochhaus befindet sich die Seilbahn zur Langkofelscharte. Auffahrt mit Lift zur Langkofelscharte (2685 m), in der die Demetz Hütte steht. Alternativ zu Fuß über einen steilen Steig in knapp 1,5 Std. hinauf zur Scharte. Nun auf der anderen Seite durch das beeindruckende Langkofelkar auf markiertem Steig hinunter Richtung Langkofelhütte. Auf ca. 2600 m verlässt man den markierten Weg und zielt auf Steigspuren und über eine Felsstufe abwärts nach rechts zu den Wänden und dem deutlich erkennbaren Fassaner Band. Über den anfangs guten Steig quert man die Wand auf schmalem Absatz/Band nach Nordwesten. Über Ier- bis IIer-Gelände setzt man die Querung in leichtem Auf und Ab fort, passiert eine kaminartige Stelle und eine auffallende Felsnadel. Anschließend geht es in schöner Kletterei ein Stück direkt über die Wandstufe nach oben (tendenziell dabei etwas links haltend), dann setzt man die Querung in leichterem Gelände fort bis zu einer kleinen Einschartung. Kurz abwärts um ein Felseneck herum und mit Hilfe von Drahtseilen in den Kessel des ehemaligen Langkofelgletschers. (Er ist auf ein Minimum zusammengeschmolzen; nur im Frühsommer reicht das Firnfeld noch bis zur Aufstiegsroute herunter.) Man quert den Kessel im unteren Bereich und peilt auf der anderen Seite die auffallende Untere Eisrinne an.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Bei guten Verhältnissen in der Eisrinne (ca. 40°) über diese mit Steigeisen und Pickel empor in eine Scharte.
2. Alternativ links der Eisrinne über den Felsgrat in schöner Kletterei empor. Hier wurden Sicherungsmöglichkeiten und Aufstiegshilfen eingerichtet. Die Route über den Grat weicht schließlich nach rechts aus – hier auch Eisenbügel.
Auf der anderen Seite der Scharte kurz abwärts ins sog. Amphitheater. Hier rechts durch das Kar hinauf und dann in schöner Kletterei durch die breite Felsrinne (Führerrinne); am Ende links zur Biwakschachtel (Bivacco Giuliani – 3120 m) in die kleine Scharte. Darüber thront der markante Rote Turm. Direkt zu ihm empor. Dort, wo er richtig aufsteilt und die Schwierigkeiten deutlich zunehmen, weicht man sehr ausgesetzt nach rechts aus (Schlüsselstelle: 3+ UIAA). Doch schon nach wenigen Metern ausgesetzter Querung auf schmaler Leiste geht es wieder einfach über eine kaminartige kleine Rinne hinauf zum Grat. Auf ihm in Auf und Ab, auch nach links ausweichend, entlang. Nach einem kurzen Abstieg in eine Mulde geht es nach rechts über einfaches Gelände zum Hauptgipfel.

Abstieg: Über die Anstiegsroute; wobei einige Abseilringe die Sache etwas vereinfachen. So kann man z. B. vom Roten Turm direkt abseilen und umgeht so die Schlüsselstelle! Unbedingt für den Abstieg ebenso viel Zeit wie für den Aufstieg einplanen!

Charakter / Schwierigkeit: Schwierige Bergtour mit anhaltender Kletterei im II. und III. Schwierigkeitsgrad (UIAA), dazwischen immer wieder kurze Passagen Gehgelände. Da die Tour nicht überlaufen ist, findet man griffigen Fels mit guten Tritten und Griffen vor. Nur wenige Sicherungshaken, bzw. Abseilringe vorhanden, dann aber an exponierten, bzw. strategisch günstigen Stellen. Für einen guten Bergsteiger halten sich die technischen Schwierigkeiten in Grenzen; auf keinen Fall unterschätzen darf man aber die teilweise verzwickte und nicht immer sofort erkennbare Routenführung sowie den konditionellen Anspruch (zu 650 Hm Klettern kommen auch noch lange Querungen)! Alpine Erfahrung und Gespür fürs Gelände unbedingt erforderlich. Wer den Schwierigkeiten gewachsen ist, wird sich an der wunderschönen, genussreichen Kletterei in einer klassischen Route erfreuen.

Gehzeit: Aufstieg: 2,5 bis 4 Stunden; Abstieg: 2,5 bis 4 Stunden. Die benötigte Zeit, häng bei dieser Tour nicht nur von der eigenen Kondition, sondern von der Wegfindung sowie der Häufigkeit und der Qualität des Sicherns ab.

Tourdaten: Höhendifferenz: ca. 650 Höhenmeter ab Einstieg zum Fassaner Band, plus 100 Hm Gegenanstieg am Ende der Tour.
Distanz: ca. 2,2 km im Aufstieg.

Beste Jahreszeit: Juli bis September

Stützpunkt: 1. Demetzhütte (2685 m), geöffnet von Mitte Juni bis Mitte Oktober, Übernachtung im Zimmer oder Lager möglich. Telefon: +39/0471/795050 oder +39/335/6586796. Demetz Hütte.
2. Die Sellajochhütte (2183 m) des CAI Bozen direkt am Ausgangpunkt eignet sich sehr gut zur Übernachtung vor oder nach der Tour.  Geöffnet von Mitte Juni bis Mitte Oktober. 80 Übernachtungsplätze (Gasthauszimmer und Lager). Telefon: 0039 / 0471 / 795 136 oder 795 583.

Hinweis: Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass unsere Beschreibung die verzwickte Route nur grob wiedergeben kann. Keinesfalls darf man sich in diesem Fall alleine auf die Beschreibung verlassen! Für die Routenfindung ist alpine Erfahrung und Gespür für derartiges Gelände unabdingbar und selbst dann nicht einfach! Im Zweifelsfall sollte man sich also einem ortskundigen Bergführer anvertrauen. Info unter Bergschule Catores – Gröden.

Ausrüstung: Das 3er-Gelände ist noch gut mit normalen Bergschuhen zu klettern; ansonsten normale Kletterausrüstung und evtl. Material für Zwischensicherungen. Wer die Eisrinne begehen möchte, sollte auf Steigeisen und Pickel nicht verzichten.

Wissenswertes: Der Langkofel ist am 13. August 1869 von dem Wiener Alpinisten Paul Grohmann ersterstiegen worden. Ab dem Amphitheater folgt die heutige Route, der des Erstbesteigers.

Info: Tourismus-Kontakt Val Gardena

Bergbahn: Betriebszeit von 08.15 Uhr bis 17.00 Uhr, geöffnet von Mitte Juni bis ca. Mitte Oktober. Berg- und Talfahrt: 15 Euro (Stand 2010).

Karte: Kompass Blatt 59, Sellagruppe, 1:50.000

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

Die aktuelle Wettervorhersage zur Tour von wetter.com für die nächsten 2 Tage. Sofern für das Zielgebiet keine Wetterdaten vorliegen, werden die Werte des nächstgelegenen Ortes ausgegeben.

Grödnertal
Vorhersage für Di, 01.09.2015
10 / 18 oC
sonnig
Niederschl.: 10 % Wind: 5 km/h S
Grödnertal
Vorhersage für Mi, 02.09.2015
11 / 15 oC
leichter Regen
Niederschl.: 70 % Wind: 7 km/h SO
Zur 10-Tages Wettervorhersage von wetter.com
Wetterdaten powered by wetter.com

Karte

Auf dem Kartenausschnitt können Sie die Lage der Tour, und die Anfahrt nachvollziehen. Ist ein GPS-Track hinterlegt, finden Sie unter der Karte die Funktion „Tour in Karte anzeigen“ und somit die beschriebene Routenführung.

Galerie

Damit Sie sich ein Bild von der Route machen können, gibt es hier die Fotos zur Tour. In manchen Fällen ist hier auch eine Routenskizze zu finden.

 
 

Aktuelles aus dem Bergjournal

  • Blauer Eisenhut

    Der Blaue Eisenhut gehört zum gefährlichsten, das wir in unserer heimischen Flora finden, sein tödliches Gift ist hautgängig und kann schon bei leichter Berührung Taubheitsgefühle auslösen. In der Homöopathie gilt Aconitum so als wirksames Mittel bei Schmerzzuständen, Panikattacken und hohem Fieber mit Angst.

  • Purpurenzian

    Herrlicher Rosenduft weit, weit oben in den Westalpen? - Das kann nur eine Ansammlung des hübschen Purpurenzians sein, der die Nasen der Bergsteiger so verwöhnt! Verwendet wurde die Pflanze einst in der Frauenheilkunde, heute steht sie unter Naturschutz.

  • Klettersteige - Tipps und Infos

    Klettersteig-Spezial - Auf tourentipp.de stellen wir diese Saison eine Fülle neuer Klettersteigrouten vor - Touren, die sowohl landschaftlich als auch klettertechnisch hohen Reiz besitzen. Hier möchten wir euch zusätzlich zu den Routenvorschlägen in unserem Archiv ein paar nützliche Tipps und Fakten zum Thema Klettersteig liefern.

  • Outdoor-Highlights Sommer 2016

    Auf der Outdoor-Messe in Friedrichhafen stellt der Sportartikel- und Bergsportbekleidungshersteller ORTOVOX seine Highlights für die Sommersaison 2016 vor. Und hier gibt es das Video dazu.

  • Abruzzen Wanderführer

    Die Abruzzen sind das Herzland Italiens. Mit den Nationalparks »Gran Sasso und Monti della Laga«, »Majella« und »Abruzzen« und dem Naturpark »Sirente-Velino« verfügt dieses teils mächtige Kalkgebirge über reichliche, zusammenhängende Wälder und großartige, vielfältige Tourenmöglichkeiten.

  • Aussteigen auf Bayerisch

    Vom angeblichen Traumjob zur echten Berufung, von der sicheren Existenz rein ins kalte Wasser, von der Skyline von München-Schwabing zum Bergpanorama, von der überstürzten Kündigung hinauf auf die Berghütte. Und plötzlich ist Stefanie Sommer Hüttenwirtin im Wendelsteingebiet.

Bild des Monats

072015
Hitzesommer 2015

Benutzer: Rico

Beschreibung: Jenseits der 30°C-Marke am Walchensee. In diesem Sommer ist oft einfach zu heiß zum Bergsteigen. Dafür kann man aber einmal die herrlichen frischen Bergseen genießen.
Der Säntis - ich jedenfalls geh jetzt baden

Benutzer: saskiawehler

Beschreibung: Eltern, Kind und Hund wandern zum Seealpsee, im Appenzeller Land. Frühjahrsblühtenteppich, Kühe weiß und braun, Ziegen mit kleinen Glöckchen. Ein Konzert. Wasser zum Baden und es ist heiß. Hund und Kind springen. Die Eltern dann auch, mit dem Gipfel des Säntis und vielen Bildern im Kopf. Saskia Wehler
Eine Perle der Natur

Benutzer: Franz M.

Beschreibung: Der Weitsee bei Reit im Winkl in den Chiemgauer Alpen ist wirklich eine Naturschönheit. Im Sommer lädt er nach der Bergtour zum Baden ein.
Zum Touren-Bild des Monats...
Bergsport- und Outdoorausrüstung sicher online kaufen im Outdoor-Shop bergzeit.de

tourentipp.de-Karten-Shop

Kartenshop

Wanderkarten sind ein unverzichtbarer Begleiter auf Tour. In unserem Kartenshop finden Sie eine komplette Liste aller Kompass Wanderkarten mit Bestellmöglichkeit. Selbstverständlich gibt es auch eine Auswahl an Alpenvereinskarten, an Topographischen Wanderkarten vom Bayerischen Landesvermessungsamt sowie alle Digitalen Karten von MagicMaps und Schweizer Landeskarten.

 
 


tourentipp.de für Bergtouren, Skitouren, Klettersteige, Wandern und zum Bergsteigen

© 2015 tourentipp.de Alle Rechte vorbehalten