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Kraxentrager (2999 m) 

Nur Zahlenfetischisten werden sich daran stören, dass dem Kraxentrager ein oder zwei Meter zum 3000er fehlen. Denn die Route zu diesem Gipfel in den Zillertaler Alpen ist (egal welche Variante man wählt) sehr lohnend. Der Landshuter Höhenweg vom Pfitscher Joch aus bietet viele schöne landschaftliche Eindrücke, ist einfach, aber lang. Der Gipfelanstieg ist bei guten Verhältnissen auch nicht schwer, führt viel über Blockgestein und erfordert ein Minimum an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Der Kraxentrager darf sich als Top-Aussichtsberg rühmen, er gewährt wunderbare Ausblicke auf Hochfeiler, Möseler und Pfunderer Berge. Die Route wird wegen ihrer Länge als Zweitagestour empfohlen.
bild
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
Bergtour | Trentino-Alto Adige | Zillertaler Alpen | Pfitschtal

Tourensteckbrief Kraxentrager

Anfahrt: Über die Brennerautobahn oder die Brenner-Bundesstraße nach Sterzing. Hier biegt man ins ausgeschilderte Pfitschertal (auch Pfitschtal, ital. Vizze) ab.
1. Dann fährt man über St. Jakob zum Talschluss. Auf der Straße bleibend geht es über den Weiler Stein auf einer schmalen Schotterstraße hinauf zum Pfitscher Joch. Wer auf einer der Hütten übernachtet, darf auch beim „Gesperrt-Schild“ weiterfahren (Stand 2013) und sein Fahrzeug am Pfitscherjoch Haus (2275 m) abstellen. Eine kostenlose Erlaubnis (Bestätigung der Übernachtung) erhält man im Pfitscherjoch Haus und muss im Fahrzeug sichtbar ausgelegt werden. Alle anderen KFZ müssen bereits auf 1800 m, noch vor der vierten Kehre, parken. Auch hier kann man die Tour beginnen.
Hinweis: Während der Hauptsaison gibt es einen Shuttle-Dienst von und zum Pfitscher Joch. Den Fahrplan finden Sie auf der Internetseite vom Pfitscherjochhaus.
2. Durchs Pfitschertal bis zum Ort Platz.

Ausgangspunkt: 1. Pfitscher Joch Haus (2275 m) oder Parkplatz vor der 4. Kehre (ca. 1800 m)
2. Platz (1435 m) im Pfitschtal

Route: 1. Vom Pfitscherjoch Haus geht es ein paar Meter auf der Straße hinunter zum Pfitscher Joch (2246 m). Hier findet man vor dem linken Gebäude den Wegweiser Richtung Westen zur Europahütte über den Landshuter Höhenweg (Weg 3). An den Jochseen vorbei, zielt der Steig in die Hänge unter dem Grawandkofel und quert dann die gesamte Hangseite auf einer Streckenlänge von 7,5 km unter der Hohen Wand und unter dem Kraxentrager hindurch. Erst dann - unter der sog. Friedrichshöhe, einer auffallenden Gratkuppe – dreht der Weg nach Süden ein, umrundet die Friedrichshöhe, so dass man auf deren Rückseite die Landshuter Europahütte (2693 m) erreicht.
Alternativ kann man beim Parkplatz auf 1800 m starten und über den Weg 3c via Griepalm zum Landshuter Höhenweg (Weg 3) aufsteigen.
2. Von Platz folgt man der Beschilderung zur Europahütte und damit dem Weg „3a“ nach Norden zum Wald, den man nach einer Bachüberquerung erreicht. Anfangs geradewegs, dann in Serpentinen durch den Bergwald empor. Bei etwa 2000 m betritt man freies Gelände und steigt nun entlang eines Rückens weiter auf. Etwas nach links ausweichend, zieht sich der Steig über viel Blockgestein empor zur Landshuter Europahütte.

Gipfelanstieg: Auf der Nordseite der Hütte folgt man dem Wegweiser zum Kraxentrager durch eine leichte Gratsenke, und steigt dann über den mit Blockgestein übersäten Rücken an. Ein Weg ist kaum erkennbar, jedoch ist die Route gut markiert. Auf ca. 2750 m verlässt der Steig den Rücken nach rechts und quert in der Folge nach Nordosten in die schottrige Flanke. Erst nach dieser Querung zielt der markierte Steig hinauf zum Grat. Nun immer entlang des Grates – teilweise auf guten Pfadspuren, teilweise auch nur über Plattenschutt – zum Vorgipfel mit Steinmandl. Hier weicht die Route kurz auf die Nordseite aus und führt über einen sandigen, Drahtseil gesicherten Steig kurz abwärts. Nach einer Felsstufe mit Eisenkrampen traversiert man auf der Südseite weiter, erreicht alsbald wieder die Kammhöhe und wandert geradewegs auf den Gipfel zu. Über einen letzten etwas steileren, aber unschwierigen Aufschwung erreicht man über Plattenschutt den Gipfel.

Abstieg: Auf einem der Anstiegswege

Alternative: 1. Wer den Shuttle-Service und öffentliche Verkehrsmittel benutzt, kann die beiden Varianten sehr gut zu einer Rundtour verbinden.
2. Auch vom Brennerpass führt ein lohnender Anstieg über 1250 Höhenmeter durch das Venntal in 3,5 bis 4 Stunden hinauf zur Europahütte.

Charakter / Schwierigkeit: Großteils handelt es sich hier nur um eine mittelschwere Bergwanderung über kleine Wanderwege und über viel Blockgestein. Wobei am Grat und insbesondere bei der gesicherten Stufe am Vorgipfel Trittsicherheit erforderlich ist. Allerdings darf man in dieser Höhe nicht immer mit optimalen Bedingungen rechnen; so können beispielsweise Schneefelder (wie sie auch auf unseren Bildern zu sehen sind) die Route etwas alpiner gestalten. Da beide Hüttenzustieg nicht gerade kurz sind, empfiehlt sich der Kraxentrager als Zweitagestour. Der Zustieg vom Pfitscher Joch aus über den Landshuter Höhenweg weist deutlich weniger Höhenmeter auf, ist aber mit etwa 8 km Länge ein ziemlicher Schlauch. Landschaftlich sind beide Anstiege lohnend, wobei der Landshuter Höhenweg immer aussichtsreich oberhalb der Waldgrenze verläuft. Die Tour führt durch für diese Gegend typisches grasdurchsetztes Blockgestein und über Plattenschutt und bietet an klaren Tagen einen großartigen Einblick in die Zillertaler Alpen sowie in die Pfunderer Berge. Im Norden reicht der Blick nicht nur bis zu den schneebedeckten Stubaier Alpen, sondern erstaunlicherweise auch bis zur Zugspitze.

Gehzeit: 1. Aufstieg Pfitscher Joch – Europahütte: gut 3 Stunden, Gipfelanstieg: gut 1 Stunde, insgesamt 4 bis 5 Stunden.
Abstieg: Kraxentrager – Pfitscher Joch ca. 3,5 Stunden.
2. Aufstieg Platz – Europahütte: 3 Stunden, Gipfelanstieg: gut 1 Stunde, insgesamt gut 4,5 Stunden.
Abstieg: Kraxentrager – Platz ca. 3,5 Stunden.

Tourdaten: 1. Höhendifferenz: Pfitscher Joch – Europahütte: 550 Höhenmeter, Gipfelanstieg: 350 Höhenmeter, insgesamt 900 Höhenmeter; Distanz: 8 km Hüttenanstieg und 1,5 km Gipfelanstieg (jeweils einfach)
2. Höhendifferenz: Platz – Europahütte: 1250 Höhenmeter; Distanz: 5 km Hüttenanstieg und 1,5 km Gipfelanstieg (jeweils einfach)

Beste Jahreszeit: Juli bis September

Stützpunkt: 1. Landshuter Europahütte (2693 m) des Deutschen und Italienischen Alpenvereins, geöffnet von Anfang Juni bis Ende September. Übernachtung im Zimmer oder Lager. Telefon Hütte: +39/0472/646076, Telefon Tal: +39/0472/630156. Internet: www.europahuette.it
2. Am Ausgangspunkt (1) wartet das Pfitscherjochhaus (2275 m), die älteste private Schutzhütte Südtirols mit Gastronomie und Übernachtung, geöffnet von Juni bis Anfang Oktober, Telefon: Tel: +39/0472/630119. Internet: www.pfitscherjochhaus.com

Hinweis: Bei der Höhenangabe des Gipfel haben wir uns an der offiziellen Österreichischen Landeskarte orientiert. Andere Karten weisen den Gipfel zum Teil mit 2998 m aus.

Wissenswertes: Das Besondere an der Europahütte ist, dass die Landesgrenze zwischen Österreich und Italien genau durch den Gastraum verläuft. Seit 1989 wird die Unterkunft gemeinsam von der Sektion Landshut des Deutschen Alpenvereins und der Sektion Sterzing des Club Alpino Italiano bewirtschaftet.

Karte: AV-Karte 31/3, Brennerberge, östl. Stubaier und westl. Zillertaler Alpen, 1:50.000.
Die Karte ist erhältlich in unserem Alpenvereinskarten-Shop.

Autor: Bernhard Ziegler

Wetter

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Pfitschtal
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Do, 17.08.2017 leicht bewölkt
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Pfitschtal
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Karte

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GPS Daten zum Download

Hier können Sie sich die Route als GPS-Track im GPX-Austausch-Format (GPX-Exchange) herunterladen. Die Nutzung der Daten ist nur für den privaten Gebrauch und auf eigene Gefahr erlaubt. Eine Weitergabe oder die Veröffentlichung der Daten ist nicht gestattet.

Galerie

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Bild des Monats

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Sommer al lago

Benutzer: Schneefee

Beschreibung: Wieder einmal Gardasee - und wieder einmal wunderschön! Für eine lange Tour ist es zu heiß, aber der Colodri ist eine kurze Spritztour und danach hüpft man am besten in den See, um sich abzufrischen.
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Benutzer: Linus_Z

Beschreibung: Die Gardasee-Region ist ideal für die Übergangszeit. Im Süden kann man schon etwas früher im Jahr mit der Wander-, Kletter- und Radlsaison starten.
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