26. Oktober 2014
 

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Hochfeiler (3510 m)

Der höchste Zillertaler Berg bietet ein grandioses Panorama und hochalpines Ambiente. Und das, obwohl er von Südtiroler Seite aus auf dem Normalweg unschwierig und ohne Gletscherberührung zu besteigen ist. Nur die Firnschneide zum wirklich erhabenen Gipfel hat etwas alpineren Charakter.
 
Schwierigkeit
Kondition
Gefahrenpotenzial
Landschaft
Frequentierung
 
Hochtour | Trentino-Alto Adige | Zillertaler Alpen | Pfitschertal

Tourensteckbrief Hochfeiler

Anfahrt: Über die Brennerautobahn (oder Landstraße) nach Sterzing. Hier folgt man der Beschilderung ins Pfitschertal. Über Kematen und St. Jakob bis ins Talende und hier auf der schmalen Bergstraße (Achtung, viele Mountainbiker!) Richtung Pfitscherjoch. Beim Weiler Stein (Schild Pfitscherjoch) gabelt sich die Straße und man folgt der rechten (also unteren) Möglichkeit. Auf der nun nicht mehr asphaltierten Straße fährt man 3 km bis zur dritten Kehre. Hier gibt es beschränkte Parkmöglichkeiten.
Ausgangspunkt: Parkplatz der Hochfeilerhütte (1708 m), in der dritten Kehre der Sandstraße zum Pfitscherjoch, im hintersten Pfitschertal.
Route: Hüttenanstieg: In der Kehre beginnt der ausgeschilderte und markierte Wanderweg zur Hochfeilerhütte. Links oberhalb des Baches quert der kleine Weg ins Tal hinein. Dabei an einer Verzeigung rechts. Schon nach kurzer Zeit geht es auf einer Brücke über den Bach und auf der anderen Seite Richtung Süden. Nun zieht sich der Pfad zuerst noch durch Wald, dann über ein Wiesenstück und später durch Strauchwerk in Serpentinen hinauf. Die Abzweigung zur Gliderscharte lässt man dabei gleich anfangs rechts liegen. Oberhalb der 2000er Marke beginnt der Pfad dann die freien und teilweise recht steilen Hänge des Gamsstetten Richtung Südosten zu queren. Die Traverse wird auch unterhalb des Blauen Kofel fortgesetzt; nun jedoch dreht das Tal genau nach Osten ab. (Siehe auch Bild 2) Nach einer Bachquerung folgen Serpentinen über einen steilen Wiesenhang. Hier, etwa 100 Hm unterhalb der Hütte, verzweigt sich der Steig noch einmal (hier Direktanstieg zum Gipfel möglich). Man nimmt den rechten Weg (Schild Hochfeilerhütte) und erreicht so das schön gelegene Schutzhaus (2710m). Weitere Bilder zum Hüttenaufstieg und den entsprechenden Kartenausschnitt finden Sie hier.

Gipfelanstieg: Das Schild bei der Hütte weist einen nach Nordwesten. Über eine drahtseilgesicherte Steilstufe (ganz kurze und einfache Klettersteigpassage mit Eisenbügeln / siehe auch Bild 3) erreicht man den Grat. Hier (Schild) rechts, dem Grat folgend, über Plattenschutt immer weiter empor, bis der Kamm in einer Flanke ausläuft. Nun durch die Flanke Richtung Nordosten hinauf zum nächsten Grat, welcher sich unmittelbar vom Hochfeilergipfel herunterzieht. (Siehe Bild 4.) Ihm folgt man meist auf seiner linken Seite unschwierig, bis kurz unter dem Gipfel der felsige Kamm in einen Schneegrat übergeht. Nun entweder genau auf der Firnschneide empor zum Gipfel. Oder - wenn im Hochsommer die Plattenschuttflanke (rechts daneben) schneefrei ist – der Firnschneide rechts ausweichend, steil zum höchsten Punkt. (Siehe dazu auch Bild 6)
Abstieg: Wie Aufstieg. Den Umweg über die Hütte kann man sich jedoch bei Bedarf sparen, indem man beim Schilderbaum oberhalb der gesicherten Steilstufe nicht links (wie ausgeschildert) zur Hütte absteigt, sondern geradeaus auf einem Pfad weiterwandert. So trifft man ein gutes Stück unterhalb der Hütte auf den Anstiegsweg. Wer die Tour als Tagestour packt, kann natürlich hier bereits im Anstieg abkürzen.
Charakter / Schwierigkeit: Die Tour auf den höchsten Zillertaler Gipfel kann ohne Gletscherberührung und daher auch von trittsicheren Gehern ohne große Hochtourenerfahrung durchgeführt werden. Jedoch nur bei sicherem Wetter. Einzig die Firnschneide zum Gipfel ist etwas alpiner und sollte, weil sie steil und manchmal doch etwas ausgesetzt ist, besser mit Steigeisen begangen werden. Dies gilt insbesondere bei Hartschnee oder Vereisung! Bei günstigen Verhältnissen (wie oft im Hochsommer) kann man dieser Firnschneide – wie oben beschrieben – rechts über Plattenschutt ausweichen. (Aktuelle Infos dazu beim Hüttenwirt der Hochfeilerhütte). Insgesamt handelt sich also - im Rahmen einer Hochtour - um eine recht einfach Route in jedoch großartiger, hochalpiner Landschaft. Auch wenn die Route selbst keinen Gletscher berührt, so ist der Blick auf die Zillertaler Eiswelt um nichts weniger beeindruckend. Dies gilt insbesondere für die Gipfelsicht und den Blick in die Hochfeiler-Nordwand. Zweitagestour, als Tagestour sehr anstrengend.
Gehzeit: Aufstieg: insgesamt 5,5 Stunden (3 Stunden zur Hütte und 2 bis 2,5 Std. bis zum Gipfel); Abstieg: insgesamt gut 3 Stunden (reine Gehzeit).
Tourdaten: insgesamt 1800 Höhenmeter (1000 Hm zur Hütte und zusätzlich 800 Hm zum Gipfel)
Beste Jahreszeit: Juli bis September
Stützpunkt: Hochfeilerhütte (2710m) der Sektion Sterzing des Alpenverein Südtirol. Geöffnet von Ende Juni bis Ende September. 90 Übernachtungsplätze in Lagern und Zimmern. Winterraum (nicht beheizbar / 6 Personen) geöffnet. Telefon Hütte: 0039 / 0472 / 646071; Telefon Privat: 0039 / 0472 / 767402 oder 765824.
Karte: Kompass Blatt 37, Zillertaler Alpen, 1:50.000. Oder AV-Karte Zillertaler Alpen / Westliches Blatt, Nr. 35/1, 1:25.000. Zum Karten-Shop...
Autor: Bernhard Ziegler

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