02. September 2014
 

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Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, 4. und letzter Teil

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gerd

tourentipp-Einsteiger

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Dienstag, 8. Dezember 2009, 19:35

Brenta-Durchquerung von Süd nach Nord, 4. und letzter Teil

Gipfel/Höhe: Cima Falkner (2.988)

Region: Trentino

Gebirge: Brenta

Sentiero Benini (Wegnr. 305) von der Tuckett Htt. (2.272) über den
Grostépaß zur Bergstation (2.437) der Seilbahn nach Madonna di Campiglio


Am 5. und letzten Tag unserer Brentadurchquerung von Süd nach Nord (auch der Benini wird zu den Bocchettewegen gezählt) geht es nach der Hüttenübernachtung am kühlen Morgen über die Vedr. de Tuckett (harter Firn; Alpinisten ohne Grödel/Steigeisen hatten an diesem Morgen auf dem steilen Teil des Gletschers Probleme)

hinauf zur Bocca del Tuckett (2.648), dann nach dem Einrödeln direkt vom Sattel aus interessant, ausgesetzt
und steil durch die Südwand der Cima Sella. Bei einer ersten Rast schauen wir nochmals
zurück zur Cima Brenta.
Bald erreichen wir den kleinen, problemlosen Restgletscher Vedretta di
Vallesinella superior und steigen zur Bocca Alta di Vallesinella (2.875) auf.

Nun geht es kurzweilig über Bänder z.T. ausgesetzt, durch die Ostflanke des Campanile
di Vallesinella, wo uns schon rasch die Südseite der Cima Falkner auffällt.
Der Sentiero bringt uns, rechts neben der vom vg. Berg herabführenden nicht gangbaren
Geröllrinne, über eine gesicherte, steile und griffige Felsrippe (Bild 3, Mitte) empor in die SO-Flanke der Cima Falkner (P. 2.900; mit Hinweis zum Gipfel).


Da es kaum noch 100 hm zum Gipfel sind und das allmählich schlechter werdende Wetter noch hält, ist noch genügend Zeit um nun durch eine Geröllschlucht und Gesimse unschwierig (Stellen I-II), aber ungesichert
und unmarkiert (jedoch Steinmänner) z.T. steil aufwärts zur Cima Falkner (2.988) zu gelangen, einem eigentümlicher und einsamer Gipfel.

Nach einem ausführlichen Rundblick (insbes. zur Cima Brenta) mit Getränkepause geht’s zurück im vorsichtigem Abstieg zum P. 2.900.

Nun noch über z.T. ausgesetzte, auch hier nicht immer gesicherte, aber bei normalen Verhältnissen gut zu begehende Bänder zur Bochetta dei Camosci (2.784).
Anschl. umgehen wir östlich die Cima Grosté (sie könnte aber "mitgenommen“ und sogar überschritten werden). Jetzt noch ein unproblematischer Abstieg zum Grostépass (2.442). Rasch erreichen wir die Bergstation (2.437) der Seilbahn nach Madonna di Campiglio.

Heutige Gesamtzeit 6 ½ h. Der Klettersteig ist
zwar z.T. ausgesetzt, bis auf wenige mäßig schwierige
Stellen, insbesondere in der Südwand der Cima Sella, aber bei normalen Verhältnissen leicht;
es gibt einige Gegenanstiege. Der Benini ist zumindest bis zur Cima Falkner durchaus landschaftl. lohnend.


Eine komplette Ausrüstung (Klettersteigausrüstung, Helm, auch Grödel bzw. Steigeisen,
abhängig von den Verhältnissen auch Pickel) ist auch auf dem Benini erforderlich!
Teleskopstöcke haben sich bei unserer Tour zumindest bereichsweise gelohnt,
zumal wir aufgrund der Verhältnisse auf Pickel verzichten konnten. Über die
Verhältnisse gibt gut der AV Trentino (deutschsprachig Sign. Krenzling, Tel.
0039 0461 982804 (oder 981871) Auskunft.

Nach der Seilbahnabfahrt fuhren wir mit dem Bus (Linie 201) ab Talstation nach Tione
(5x/Tg.; letzter Bus 17:05). Die Weiterfahrt mit anderen Buslinien nach San Lorenzo
in Banale, wo unser Auto stand, ist möglich, aber umständlich. Wir ließen uns
daher mit dem Taxi am Busbhf. Tione abholen (es bietet sich eines der beiden Jeeptaxi-Unternehmen
aus San Lorenzo in Banale an: Matteo Margonari, Tel. 0039 0465 734121, oder
Giorgio Bosetti, 0039 333 3198204, beide sprechen auch deutsch).

Fazit
:
eine erlebnisreiche Brentadurchquerung ist zu Ende. Ein Superweg! Abwechslung,
Gletscher, Gipfel, Naturerlebnisse ohne hohe Kletterschwierigkeiten!
Vielmehr ist hier der Weg das Ziel! Wir hatten absolutes Glück mit dem Wetter.


Anmerkungen
:

Die (Gegen-) Anstiege und Klettersteigstrecken der Bocchettewege incl. des Benini erfordern m.E.
eine gute Kondition und Schwindelfreiheit.
Die Brenta ist bekannt für eine unsichere Wetterlage. Wetterstürze sind daher einzuplanen
(Schnee ist aufgrund der Höhenlage auch im Sommer einzukalkulieren)!
Die Gletscher sind nicht zu unterschätzen.
Da die Bocchettewege im Sommer hoffnungslos überlaufen sein sollen, hatten wir
uns für die Anreise nach San Lorenzo in Banale und den durch die Jeeps z.T. erleichterten
Aufstieg zur Agostinihütte am ersten Sonntag nach den italienischen Schulferien
entschieden, um dann werktags weiterzugehen. Wie sich herausstellte, war die
Brenta seit Anfang September fest in deutscher Hand, aber auch dann einen
Schlafplatz ohne Reservierung zu bekommen, ist absolut unsicher! Die Hütten waren fast immer voll.


Wir wählten bewusst die unübliche Süd-Norddurchquerung von San Lorenzo aus und entgingen so
dem Schlangestehen an Leitern und anderen Engpässen. Außerdem hatten wir lange
die Tagesetappen quasi nur für uns. Der Gegenverkehr war unproblematisch, was
in der Hauptsaison wahrscheinlich nicht der Fall sein dürfte.


Karten: DAV, Brentagruppe (Nr. 51; 1:25.000)