Die absoluten Unfallfallzahlen sind letzten Winter beim Skitourengehen gestiegen. Dennoch ist dies kein Indiz dafür, dass die Risikobereitschaft der Wintersportler gestiegen wäre.
Der Anstieg hat andere Gründe, wie der DAV auf einer Pressekonferenz in München darlegen konnte.
147 Lawinentote in diesem Winter – zum 4. Mal in Folge ist damit die absolute Zahl der Unfälle in den Alpen angestiegen. Ist diese Wintersportart also doch so gefährlich wie sie in den Boulevard-Medien dargestellt wird oder gehen die Skitourengeher immer höhere Risiken ein?
Nein, denn die absolute Zahl ist
nur dann aussagekräftig, wenn man auch die Anzahl der Skitourengeher zugrunde
legt. Und die hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt. Zudem
hatten wir wieder einmal einen schneearmen Winter mit einer fast
niederschlagsfreien Kälteperiode im Januar. Die Folge: ein typischer
Schwimmschneewinter mit teilweise sehr kritischem Schneedeckenaufbau.
Die traurige Binsenweisheit hat sich also wieder einmal bewahrheitet:
wenig Schnee – viele Tote!
Wie gefährlich ist Skitourengehen also? Was die Verletzungsgefahr angeht (Sportausübung und in der Folge Arztbesuch), liegt Skitourengehen genau in der Mitte. Schwimmen ist laut Statistik am wenigsten verletzungsgefährlich, Fußball steht da ganz weit oben.
Was die tödlichen Unfälle angeht, ist Skitourengehen laut Statistik nur halb so gefährlich wie Schwimmen. Bei einer Million Stunden Sportausübung gibt es beim Skitourengehen 0,51, beim Schwimmen 1,07 Tote. Anders gerechnet: nach 2 Mio. Stunden Skitourengehen gibt es im Durchschnitt einen Unfall mit Todesfolge.